Alexander Kissler:Scheinloser Schein

In der Scheinbar brennt noch Licht. Eine Lokalrunde jagt die nächste. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Herzlich eingeladen ist jeder, der auf den Unterschied von Schein und Sein pfeift. Jede, die munter mit den Achseln zuckt, wenn manches Ding sich einmal so und einmal ganz anders verhält und grundsätzlich die alte Weisheit gilt: Meistens ist gar nichts dahinter. Meistens ist alles nur Lug. Oder Trug. Ja, zu derlei alltagspraktischer Moralität rafft sich eine Generation auf, die ein Wort verdrängte, es durch ein anderes ersetzte, das just das Gegenteil meint, zugleich aber an der alten Bedeutung festhält. „Scheinbar“ ist das neue „Anscheinend“. Ein Anschein, der eine hohe Plausibilität besitzt, für den der letzte Beweis aber fehlt, wird neuerdings mit dem sprachlichen Zeichen für das Kontrafaktische versehen.

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Über Kissler Alexander 21 Artikel
Dr. Alexander Kissler, geboren 1969, arbeitet im Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung". Kissler schrieb Bücher über Benedikt XVI., über Rudolf Borchardt, über Klonen und neue Technik, über Religion und Vernunft. Zuletzt erschien "Dummgeglotzt, Wie das Fernsehen uns verblödet" Kissler hat für alle großen Sendeanstalten gearbeitet, derzeit schreibt er u.a. für das politische Magazin "Cicero".

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