Bayern treibt Erneuerbare voran – Hubert Aiwanger warnt vor schlechteren Bedingungen durch den Bund

Windmühlen, Windräder, Technologie, Quelle: Pexels, Pixabay License, Freie kommerzielle Nutzung, kein Nachweis nötig

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Bayern ist 2025 mit hoher Dynamik vorangeschritten. Besonders bei Photovoltaik und Windenergie wurden deutliche Fortschritte erzielt. Die installierte Anlagenleistung stieg im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 14 Prozent.

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger betont: „Bayern baut die Erneuerbaren Energien gezielt und mit Vernunft weiter aus. Das stärkt unseren Wirtschaftsstandort, schafft Versorgungssicherheit und macht uns unabhängiger. Man muss die Bürger und Kommunen aber auf diesem Weg mitnehmen und gleichzeitig feststellen, dass wir auch noch fossile Gaskraftwerke brauchen, wenn Sonne, Wind und Speicher nicht reichen.“

Allein bei der Photovoltaik wurde vergangenes Jahr ein Nettozubau von 4.675 Megawatt erreicht – ein Plus von 15 Prozent.

Bei der Windenergie wirkt sich mittlerweile die Lockerung der 10h-Regel vor drei Jahren sichtbar aus: 2025 wurden in Bayern 198 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,27 Gigawatt genehmigt. Im Vorjahr waren es noch 93 Anlagen mit 588 Megawatt. Über 300 Windräder sind damit in Bayern genehmigt aber noch nicht gebaut. Gleichzeitig konnte die durchschnittliche Genehmigungsdauer im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf acht Monate verkürzt werden.

Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den laufenden Verfahren wider: Ende 2025 befanden sich bereits 743 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 4,7 Gigawatt im Genehmigungsverfahren – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr.

Parallel dazu wurden die Flächen für die Windenergienutzung deutlich ausgeweitet. Auf Ebene der Regionalplanung waren bis Ende 2025 insgesamt 51.462 Hektar ausgewiesen – ein Zuwachs von über 12.000 Hektar innerhalb eines Jahres. Ende April 2026 waren in den 18 Planungsregionen bereits rund 90.751 Hektar an Vorranggebieten ausgewiesen beziehungsweise beschlossen. Das entspricht rund 1,3 Prozent der Landesfläche.

Aiwanger erklärt: „Wir liegen bei der Flächenausweisung voll auf Kurs und blicken optimistisch auf das Ziel für 2027. Die Weichen für einen beschleunigten Windkraftausbau in Bayern sind gestellt.“ Gemäß Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) des Bundes sollen bis 31.12.2027 1,1 Prozent und bis 31.12.2032 1,8 Prozent der Landesfläche als Windenergiegebiete ausgewiesen werden.

Zugleich fordert Bayern vom Bund weitere Schritte zur Beschleunigung des Windkraftausbaus im Süden. Dazu zählen die Beibehaltung der Flächenziele, um die positive Genehmigungs- und Ausbaudynamik nicht zu stoppen und Planungssicherheit zu gewährleisten.

Wichtig sei auch eine Verbesserung des Referenzertragsmodells, damit der windschwache Süden bei den deutschlandweiten Ausschreibungen nicht permanent leer ausgeht sowie eine deutliche Erhöhung des Ausschreibungsvolumens. Den besonderen Herausforderungen Süddeutschlands muss zudem neben der Anpassung des Referenzertragsmodells mit einem gesonderten Ausschreibungssegment stärker Rechnung getragen werden. Das Referenzertragsmodell gleicht finanzielle Nachteile zwischen windstarken (meist im Norden) und windschwachen Standorten (meist im Süden) aus, indem Anlagen an schwächeren Standorten eine höhere Vergütung erhalten.

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