Bayerischer Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger schlägt Arbeitsmarkt-Alarm: Bayern fehlen bald 220.000 Arbeitskräfte

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Die bayerische Arbeitslosenquote lag im April 2026 bei 4,1 Prozent. Sie sinkt damit gegenüber März 2026 (4,2 Prozent) saisonbedingt um 0,1 Prozentpunkte.

„Die aktuellen Zahlen zeigen zwar eine leichte Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt, Bayern hat aber dieselben Standortprobleme wie ganz Deutschland in punkto hoher Steuern, Kosten und Energiepreise. Berlin schafft es auch zu wenig, Leistung zu mobilisieren und Arbeitskraftreserven zu heben. Mehrarbeit lohnt sich kaum, das neue Bürgergeld ist noch zu nachsichtig mit Drückebergern, die wir dringend in motivierter Form am Arbeitsmarkt bräuchten. Selbst niedrig qualifizierte offene Stellen sind kaum mehr zu besetzen“, mahnt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Bis 2029 steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtigen offenen Stellen voraussichtlich auf rund 390.000. Gleichzeitig fehlen rechnerisch etwa 220.000 Arbeitskräfte. Aiwanger: „Das bedeutet enorme Belastungen für unsere Betriebe und gefährdet jedes Jahr Wertschöpfung in Milliardenhöhe.“ Besonders kritisch sei der Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften mit rund 130.000 fehlenden Arbeitskräften sowie an 36.000 Spezialisten und 41.000 Experten. Das zeige der aktuelle IHK-Arbeitsmarktradar Bayern 2026.

„Leistung muss sich wieder lohnen. Wer mehr arbeitet, Verantwortung übernimmt oder von Teilzeit in Vollzeit wechselt, darf am Ende nicht durch hohe Abgaben ausgebremst werden“, erklärt der Minister. „Wir brauchen niedrigere Steuern und Sozialabgaben für kleine und mittlere Einkommen, damit die Menschen wieder mehr Netto vom Brutto haben. Das schafft Arbeitsanreize, stärkt den Konsum und damit unsere gesamte Wirtschaft.“

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung ergänzt Aiwanger: „Viele Bürger halten sich wegen steigender Preise und hoher Belastungen beim Konsum zurück. Deshalb brauchen wir jetzt eine Wirtschaftspolitik, die den Mittelstand stärkt, Leistung fördert und wieder Vertrauen schafft. In Berlin passiert aktuell genau das Gegenteil.“

In den bayerischen Regierungsbezirken lagen die Arbeitslosenquoten im April zwischen 3,7 Prozent in Schwaben und 4,7 Prozent in Mittelfranken – und damit weiterhin überall deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent.

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