Blitzer-Woche startet heute: Hier jagt die Polizei sieben Tage lang Raser

Polizei

Mitten in den Sommerferien beginnt in Deutschland die nächste Speedweek. Vom 3. bis 9. August kontrolliert die Polizei verstärkt die Geschwindigkeit – auf Autobahnen ebenso wie vor Schulen, Krankenhäusern und an bekannten Unfallschwerpunkten. Nicht alle Bundesländer machen mit.

Wer heute auf dem Weg zur Arbeit, in den Urlaub oder zurück nach Hause ist, muss häufiger mit mobilen Messstellen rechnen. Die europaweit abgestimmte Speedweek hat begonnen. Anders als bei manchem Blitzermarathon gibt es diesmal keinen einzelnen Haupttag. Die Kontrollen verteilen sich über die gesamte Woche bis Sonntag.

Die Tagesschau berichtet zum Start der Aktion, dass die Polizei vor allem schwere Unfälle verhindern will. Der Zeitpunkt fällt in die Hauptreisezeit. Dadurch geraten nicht nur Pendler, sondern auch zahlreiche Urlauber in die Kontrollen.

Diese Bundesländer beteiligen sich

Nach der aktuellen Übersicht des ADAC nehmen Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen teil. Bayern, Sachsen und das Saarland haben sich nicht für die gemeinsame Sommeraktion angemeldet.

Das heißt allerdings nicht, dass Autofahrer in den drei nicht teilnehmenden Ländern vor Messungen sicher sind. Reguläre Kontrollen laufen weiter, und auch überraschende Schwerpunktaktionen bleiben möglich. Sachsen plant zudem vom 17. August bis 4. September eine eigene Aktion unter dem Motto „Die Schule hat begonnen“.

Viele Behörden nennen ihre Messstellen nicht im Voraus. Bekannt ist lediglich, dass die Polizei besonders an Orten kontrollieren will, an denen zu hohes Tempo schwere Folgen haben kann: vor Schulen und Kindergärten, an Baustellen, in der Nähe von Krankenhäusern und Altenheimen sowie auf unfallträchtigen Landstraßen.

Warum die Polizei Landstraßen besonders im Blick hat

Auf Autobahnen fällt ein Blitzer schneller auf, weil die Kontrollen oft an bekannten Strecken stehen. Auf Landstraßen entsteht die Gefahr anders. Kurven, Alleen, Kreuzungen und Gegenverkehr lassen bei überhöhter Geschwindigkeit kaum Raum für Fehler. Brandenburg hat angekündigt, neben Bundesautobahnen gezielt ländliche Bereiche und Alleen zu kontrollieren.

Im vergangenen Jahr starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 2.800 Menschen im Straßenverkehr. Die Zahl lag um 62 über dem Vorjahreswert. Zu schnelles oder nicht an die Verhältnisse angepasstes Fahren gehört seit Jahren zu den häufigen Ursachen schwerer Unfälle.

Die Speedweek ist Teil des Arbeitsplans des europäischen Polizeinetzwerks ROADPOL. Die Organisation hat für 2026 zwei europaweite Geschwindigkeitswochen vorgesehen: eine im April und die nun laufende Aktion vom 3. bis 9. August. Im Frühjahr wurden allein in Baden-Württemberg 58.347 Verstöße registriert.

Es gelten die normalen Bußgelder

Eine Sonderstrafe nur wegen der Speedweek gibt es nicht. Wer geblitzt wird, muss mit den üblichen Bußgeldern, Punkten in Flensburg und – bei deutlicher Überschreitung – einem Fahrverbot rechnen. Für die Höhe ist entscheidend, ob der Verstoß innerorts oder außerorts begangen wurde und wie viele Kilometer pro Stunde nach Abzug der Toleranz übrig bleiben.

Der ADAC unterstützt gezielte Kontrollen an gefährlichen Stellen, warnt aber davor, Aktionswochen als Ersatz für dauerhafte Überwachung zu betrachten. Verkehrssicherheit entsteht nicht dadurch, dass Autofahrer eine Woche lang vorsichtiger fahren und danach wieder beschleunigen.

Die Polizei setzt deshalb auch auf die öffentliche Wirkung. Schon die Ankündigung verändert das Verhalten vieler Fahrer. Wer sich an das Tempolimit hält, braucht keine Liste geheimer Messstellen. Wer dagegen in der Ferienhektik Zeit aufholen will, könnte in dieser Woche eine teure Erinnerung daran bekommen, dass ein Tempolimit keine Empfehlung ist.