Christoph Maria Michalski: Die Konflikt Bibel. Wie der Konflikt in die Welt kam und wie sie ihn steuern

Gipfelkreuz, Foto: Stefan Groß

Christoph Maria Michalski: Die Konflikt Bibel. Wie der Konflikt in die Welt kam und wie sie ihn steuern, Gabal Verlag, Offenbach 2018, ISBN: 978-3-86936-829-0, 24,90 EURO (D)

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Entstehung und Lösung von Konflikten im privaten und beruflichen Leben. Er sieht Konflikte nicht negativ, sondern als Entstehung von Energie, die man positiv umsetzen kann. Er bringt Beispiele aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die dann mit Querverweisen zu den vorgestellten Konfliktsystem gespickt sind: „So tritt das Ineinandergreifen der einzelnen Bausteine plastischer hervor und Sie tauchen in die vorgestellte Systematik gedanklich tiefer ein.“ (S. 15) Die dargebotenen Geschichten sollen Querverweise liefern zur eigenen individuellen Herangehensweise an einen Konflikt. Es geht sich auch um den inneren Umgang mit Konfliktsituationen, denen man immer wieder im Alltag oder Beruf begegnet.

Das Buch beginnt mit einer „Genesis“, wie der Konflikt entstand und wie historisch mit ihm umgegangen wird. Danach folgen fünf Thesen zum Konfliktmanagement, die die Wirkungszusammenhänge der Einzelkomponenten deutlich macht und dies auf menschliche Interaktionen bezieht. Daraus ergibt sich dann die von ihm entwickelte CAH (ka:)-Strategie: Die sind die drei Blöcke Check, Aktion und Historie mit jeweils drei Unterpunkten. Dies versteht er als eine Art Checkliste, um sich für eine besondere Form vorzubereiten. Im letzten Kapitel präsentiert er die zehn Konfliktgleichnisse, indem er politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Streitthemen analysiert und bewertet.

Das Buch verfolgt den richtigen Ansatz, Konflikte nicht zu verteufeln, sondern sie als normale menschliche Interaktion zu begreifen und ihm positive Seiten abzugewinnen. Die Beispielerzählungen enthalten einige brauchbare Tipps, CAH (ka:)-Strategie kann dagegen nicht überzeugen. Die in dem Buch enthaltenen Randbemerkungen des fiktiven Lesers Leo K., die zum Weiterdenken anregen sollen, sind an manchen Stellen kaum zu entziffern und stören den Lesefluss immer wieder. Insgesamt gesehen ein mäßiges Buch, Werke über psychologische Ansätze des Konfliktmanagements haben bessere und klarere Ansätze.

Michael Lausberg
Über Michael Lausberg 271 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.