Die Himmelfahrt der Meeresgöttin

Legenden von Begegnungen zwischen Menschen und „Göttern“

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Legenden von Begegnungen zwischen Menschen und „Göttern“ sind aus nahezu allen alten Kulturen bekannt. Erst die Forschungen Erich von Dänikens und die Paläo-Seti-These haben gezeigt, dass es sich bei solchen Legenden selten um mystische Erlebnisse, sondern meist um die Beschreibung einer realen Konfrontation mit außerirdischen Intelligenzen handelt.

Ein solcher Bericht ist auch aus dem alten China überliefert. In Südchina, im Gebiet des heutigen Hong Kong und Macau, entstand in Zeit zwischen 900 und 1000 n. Chr. die Sage von Tin Hau, der Göttin des Meeres. Heute gehört Tin Hau zu den beliebtesten und am meisten verehrten Göttinnen in Hong Kong. und Macau. Dort ist sie auch als A-Ma bekannt, und so verdankt die Stadt letztlich ihren Namen der Göttin. „A-Ma-Gao“ hieß der Ort früher, was soviel wie „Platz der Göttin A-Ma“ bedeutet. Die portugiesischen Eroberer verballhornten den chinesischen Namen zu „Macau“.

Die Legende beschreibt Tin Hau oder A-Ma als ein junges Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, dass eine Überfahrt nach Kanton suchte. Doch alle reichen Reeder und die Kapitäne der großen Handelsdschunken wiesen sie ab. Nur ein einfacher Händler hatte schließlich Erbarmen mit Tin Hau und nahm sie im letzten Moment doch noch mit an Bord seines Seglers.

Die nach Kanton segelnde Handelsflotte geriet unterwegs in einen gewaltigen Taifun, dessen Stärke jede menschliche Vorstellung weit überschritt. Eine nach der anderen versanken die Dschunken in den tobenden Fluten. Auch für den kleinen Segler, auf dem sich Tin Hau befand, schien es keine Hoffnung mehr zu geben. Riesige Wogen hämmerten wie mit Titanenfäusten auf die Nussschale ein, so dass die erschöpfte Besatzung nahe daran war, alle Hoffnung fahren zu lassen.

Da erhob sich mit einem Male Tin Hau von ihrem Platz und ging mit sicheren Schritten über das schwankende Deck der Dschunke zum Bug des Schiffes. Ihre klare Stimme hallte über das brausende Meer, übertönte den Donner der Wogen und das Tosen des Sturms. Tin Hau befahl den Naturgewalten, sich zu beruhigen. Und wirklich, der Taifun ebbte ab, das Meer beruhigte sich. Der Himmel klarte auf, bald schon kam Land in Sicht. Die Dschunke ging bei einer kleinen Halbinsel an der Südküste Chinas vor Anker, dort, wo sich heute die Stadt Macau befindet.

Tin Hau ging mit der Besatzung an Land. Doch noch ehe die erstaunten Seeleute sich bei dem geheimnisvollen Mädchen für die wundersame Errettung bedanken konnten, erschien eine Feuersäule, in der Tin Hau zum Himmel fuhr. Die Schiffsbesatzung errichtete zu Ehren ihrer Retterin ein kleines Heiligtum, wo Tin Hau seitdem als Schutzpatronin der Seeleute verehrt wird. Seit dem 14. Jahrhundert steht an jener Stelle, an der Tin Hau einst zum Himmel aufstieg, ein Tempel – das älteste Bauwerk der Stadt Macau.

Soweit die Legende um die Schutzherrin der Seefahrer. Diese Überlieferung ist in doppelter Hinsicht interessant. Zum einen weist sie eine interessante Parallele zur christlichen Mythologie auf. Im Neuen Testament wird beschrieben, dass auch Jesus den Elementen zu gebieten vermochte, und sich ein Sturm, auf sein Geheiß legte. Doch für eine Beweisführung im Sinne der Paläo-Seti-These ist der Umstand wichtiger, dass Tin Hau von den Historikern einhellig als historische Persönlichkeit anerkannt wird. Sie ist in den Augen der Wissenschaftler der klassische Fall der nachträglichen Vergöttlichung einer realen Person.

Natürlich verbannen eben diese Wissenschaftler den Bericht über Tin Haus Himmelfahrt ins Reich der Legende. Auch soll sie nicht den Elementen befohlen haben, sich zu beruhigen, sondern lediglich dem Kapitän des Schiffes den Kurs zu einem sicheren Hafen gewiesen haben.

Doch Tin Hau wird in Südchina auch als „Königin des Himmels“ bezeichnet. Dies ist meines Erachtens ein mehr als deutlicher Hinweis auf die wirkliche Herkunft jenes Wesens, das mit einer wie auch immer gearteten Technik in der Lage war, in die meterologischen Abläufe der Erdatmosphäre einzugreifen, um ein gefährliches Unwetter aufzulösen und Menschenleben zu retten.

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Literaturverzeichnis

Nadler, Alexander Hong Kong, Iwanowskis Reisebuchhandlung, 4. Auflage, Dormagen

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Über Thomas Ritter 63 Artikel
Thomas Ritter, 1968 in Freital geboren, ist Autor und freier Mitarbeiter verschiedener grenzwissenschaftlicher und historischer Magazine. Thomas Ritter hat zahlreiche Bücher und Anthologien veröffentlicht. Außerdem veranstaltet er seit mehr als zwanzig Jahren Reisen auf den Spuren unserer Vorfahren zu rätselhaften Orten sowie zu den Mysterien unserer Zeit. Mit seiner Firma „Thomas Ritter Reiseservice“ hat er sich auf Kleingruppenreisen in Asien, dem Orient, Europa und Mittelamerika spezialisiert. Mehr Informationen auf: https://www.thomas-ritter-reisen.de Nach einer Ausbildung zum Stahlwerker im Edelstahlwerk Freital, der Erlangung der Hochschulreife und abgeleistetem Wehrdienst, studierte er Rechtswissenschaften und Geschichte an der TU Dresden von 1991 bis 1998. Seit 1990 unternimmt Thomas Ritter Studienreisen auf den Spuren früher Kulturen durch Europa und Asien.