Bei einer Wagenknecht-Partei würde sich das Wahlverhalten nicht ändern

sahra wagenknecht die linke politiker politikerin, Quelle: fantareis, Pixabay License Freie kommerzielle Nutzung Kein Bildnachweis nötig

INSA-Consulere fragte „Wie würde sich Ihr Wahlverhalten ändern, wenn bei der nächsten Bundestagswahl eine „Wagenknecht“-Partei antreten würde?“

Wenn bei der nächsten Bundestagswahl eine „Wagenknecht“-Partei antreten würde, würde sich das Wahlverhalten einer absoluten Mehrheit von 58 Prozent der wahlberechtigten Befragten nicht ändern. 17 Prozent würden in so einem Fall vielleicht eine „Wagenknecht“-Partei wählen und weitere zwölf Prozent würden sich sogar sicher für diese Partei entscheiden. Zehn Prozent können und drei Prozent wollen hierzu keine Angabe tätigen.

Auch wenn über alle Altersgruppen hinweg jeweils der Anteil derer überwiegt, auf deren Wahlverhalten eine „Wagenknecht“-Partei keinen Einfluss haben würde, steigt dieser mit dem Lebensalter von 32 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen bis auf 79 Prozent bei den Befragten ab 70 Jahren an. Entsprechend umgekehrt verhält sich dieser Alterstrend bei denjenigen, die vielleicht eine „Wagenknecht“-Partei wählen würden (von 28 auf 7 %), sowie bei jenen, die hier keine Antwort geben können (von 17 auf 6 %). Die zwei jüngsten Befragtengruppen würden sich in so einem Fall deutlich öfter sicher für diese Partei entscheiden (21 bzw. 29 zu 4 – 10 %).

Sowohl Befragte aus dem Westen als auch aus dem Osten Deutschlands gehen mehrheitlich davon aus, dass eine Partei von Sahra Wagenknecht ihr Wahlverhalten nicht beeinflussen würde, wobei erstere dies deutlich öfter so angeben (60 zu 48 %). Umfrageteilnehmer, die im Osten wohnen, sagen entsprechend jeweils häufiger, dass sie sicher (17 zu 11 %) oder vielleicht (20 zu 17 %) eine solche Partei wählen würden.

Auch wenn bei allen Gruppen jeweils absolut-mehrheitlich der Anteil derer überwiegt, auf deren Wahlverhalten eine solche Partei keinen Einfluss haben würde, geben dies links Verortete deutlich seltener so an (53 zu je 63 %). Diese würden eine solche Partei deutlich häufiger sicher wählen (22 zu 8 bzw. 11 %).

Derzeitige Anhänger der Linkspartei sind sich hinsichtlich der Unterstützung einer „Wagenknecht“-Partei uneinig: Während in dieser Wählergruppe 31 Prozent ihr Wahlverhalten nicht verändern würden, geben jeweils 30 Prozent dieser Wähler an, dass sie eine solche Partei sicher oder vielleicht wählen würden. Bei allen anderen Anhängerschaften überwiegt jeweils der Anteil derer, die ihr Wahlverhalten nicht ändern würden (42 – 78 %). Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass eine „Wagenknecht“-Partei bei derzeitigen FDP-, AfD- und Linke-Anhängern häufiger auf positive Resonanz stoßen würde als bei den anderen drei Wählergruppen: So geben diese Befragtengruppen sowohl häufiger an, dass sie eine solche Partei sicher wählen würden (16 – 30 %; Rest: 8 – 14 %), als auch, dass sie die Wahl dieser Partei in Erwägung ziehen würden (24 – 33 %; Rest: 9 – 13 %).

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Hermann Binkert ist 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Jurist ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INSA-CONSULERE. Bevor er INSA im November 2009 in Erfurt gründete, war Binkert 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär in der Thüringer Staatskanzlei und Bevollmächtigter des Freistaats Thüringen beim Bund, tätig. Heute gehört er zu den renommiertesten Meinungsforschern Deutschlands und erhebt Umfragen für Ministerien im Bund und in den Ländern, für alle Parteien und Fraktionen, die im Bundestag und in den Landtagen vertreten sind. Wöchentlich stellt INSA die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag und die BILD. Das Meinungsforschungsinstitut arbeitet für viele großen Verlage, z. B. Springer, Burda, Funke, Madsack. Es führt aber auch Fokusgruppengespräche und Testkäufe durch.