Ist die in den Deutschen Bundestag einziehende rechte Partei AfD gut oder schlecht für Juden und für Israel?

Juedischer Armleuchter, Foto: Stefan Groß

Die NSDAP ist eine rechtsextreme Partei, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt hat, um Juden zu vernichten. 6.000.000 Juden – weltweit ein Drittel aller Juden – kommen im Holocaust um. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beobachten Juden mit höchster Aufmerksamkeit den Antisemitismus der politischen Rechten. Bereits vorher identifizieren sich Juden vornehmlich mit der politischen Linken, die sich gegenüber religiösen und ethnischen Minderheiten wie den Juden tolerant gibt. Die rechte niederländische Partei von Geert Wilders wird im jüdischen Mainstream jedoch als Israel freundlich und philosemitisch betrachtet. Sie ist mit der rechten Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) politisch und freundschaftlich verbunden, die nun zum ersten Mal in den Deutschen Bundestag einzieht. Von der politischen Elite der jüdischen Diaspora in Europa und Deutschland wird die AfD gewöhnlich als rassistisch oder nazistisch dargestellt.

Die meisten Mitglieder der AfD sind dem Judenstaat Israel gegenüber positiv eingestellt und bewundern ihn zuweilen. Die AfD ist nicht auf Juden fokussiert, sondern auf die negativen Folgen der muslimischen Masseneinwanderung nach Deutschland und Europa.

Die jüdischen Repräsentanten der Diaspora interpretieren die derzeitigen politischen Strömungen und den derzeitigen Antisemitismus in Europa nach überholten Schemata bis zu den Zeiten der Schoa. In den 1930-ern Jahren werden Juden in Europa von Rechtsextremisten bedroht, verfolgt und ermordet. Heute hingegen werden Israel und die Juden weltweit hauptsächlich von radikalen Muslimen und ihren linksextremen bis hin zu bürgerlichen Bündnispartnern angegriffen, die oft genug eng mit den Kirchen verzahnt sind. Es ist eine Verkennung der historischen Fakten, die AfD mit der NSDAP zu vergleichen oder gar gleichzusetzen. Nazi-Deutschland hat die friedlichen und gut integrierten jüdischen Minderheiten Europas brutal angegriffen, die für Deutschland niemals eine Bedrohung gewesen sind. Im scharfen Gegensatz dazu ist der Aufstieg der AfD und anderer rechter Parteien in Europa als Reaktion auf die beispiellose Masseneinwanderung aus islamischen Staaten und ihren negativen Einfluss auf die europäische Gesellschaften zu verstehen, wie das Anschwellen des islamischen Terrors und des muslimischen Extremismus. Es ist bezeichnend, dass die meisten linken, bürgerlichen und kirchlichen Gruppen den nach Deutschland und in weiteren europäischen Staaten importierten islamischen Antisemitismus totschweigen und verniedlichen.

Der linke mit dem islamistischen verbundene und verbündete Antizionismus ist das Epizentrum des Judenhasses im 21. Jahrhundert, welches Israel und das Diaspora-Judentum gleichermaßen bedroht. Während in Europa der rechtsgerichtete Antisemitismus zu Recht als verrufen gilt und an den politischen Rand gedrängt wird, erreicht der gesellschaftlich tolerierte Judenhass unter der Maske des Antirassismus den europäischen Mainstream mit Unterstützung der europäischen Linken und ihrer islamistischen Freunden.

Ohne ausreichend zu überlegen und sich abzusprechen, hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Masseneinwanderung von Muslimen nach Deutschland initiiert, die ihr nun und ihren Bürgern bereits seit längerem über den Kopf wächst. Es wird ihr nicht gelingen, die Flüchtlinge, die sie expressis verbis nach Deutschland eingeladen hat, in andere Staaten der EU abzulenken. Die Wahlstimmen, die die AfD in den Bundestag verhelfen, kommen nicht nur von Wutbürgern, sondern auch von deutschen Wahlbürgern, die für Rassismus und somit für Judenhass empfänglich sind. Bald wird die neue Bundesregierung mit Angela Merkel an der Spitze sich auf diese AfD-Wähler zubewegen, auf Wutbürger und auf Judenhasser. Das Äußern dieser Ansichten gilt nur in Deutschland als Tabubruch, in den USA finden diese Tatsachen eine weite Verbreitung.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt als Freundin Israels. Trotzdem gehört Deutschland zu den wichtigsten finanziellen Unterstützern „staatsunabhängiger“ extremistischer NGOs, die Israel dämonisieren und verleumden. Der bisherige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel, der die AfD als Nazis bezeichnet, kennt keine Skrupel, sich mit den herrschenden islamistischen iranischen Mord-Auftraggeber zusammenzusetzen, die öffentlich verkünden, das Existenzrecht Israels nicht zu akzeptieren und die den Judenstaat Israel auslöschen wollen. Islamisten machen keinen Unterschied zwischen Diaspora-Juden und Israel. Die europäische Linke folgt zunehmend der islamistischen Linie. Die jüdischen Repräsentanten der Diaspora erkennen zwar die politischen Strömungen, scheuen sich jedoch, sie richtig zu verstehen, und sind somit überfordert, konsequent danach zu handeln.

Während die AfD und andere rechte Parteien Europas nicht die politischen Wunschpartner der Diaspora-Juden sind, ist heute die links-islamistische Allianz mit ihren bürgerlichen und kirchlichen Unterstützern der Motor des Judenhasses. Die tödliche Gefahr dürfen weder Israel, noch die Diaspora-Juden missachten.

Der Artikel basiert auf eine Analyse aus dem Amerikanischen von Daniel Krygier, World Israel News vom 01.10.2017.

 

Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.

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