Mattes: Gemeinsam das nächste Kapitel der Europäischen Union schreiben

Europa-Fahne in Muenchen, Foto: Stefan Groß

VDA-Präsident zur Wahl zum Europäischen Parlament – Vollendung des digitalen Binnenmarktes und des Binnenmarktes für Energie notwendig – Neue VDA-Publikation „Mobilität und Wachstum in Europa“ mit Empfehlungen zur 9. Legislaturperiode in Kürze verfügbar.

„Die deutsche Automobilindustrie bekennt sich klar zur Europäischen Union. Unsere wirtschaftliche Stärke und soziale Verantwortung wollen wir nutzen, um im Schulterschluss mit demokratischen Kräften und Befürwortern der sozialen Marktwirtschaft das nächste Kapitel der EU zu schreiben“, erklärte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), im Vorfeld der Wahl zum Europäischen Parlament. „Die Europawahl steht in ihrer Bedeutung einer Wahl zum Bundestag in nichts nach. Wir sollten diese Wahl daher auch so betrachten“, so Mattes.

Mattes betonte, dass gerade für die deutsche Automobilindustrie die Europawahl eine besondere Bedeutung habe: „48 Prozent der Pkw-Neuzulassungen in Europa (EU28+EFTA) tragen das Logo einer deutschen Konzernmarke. Von den 11,2 Mio. im Jahr 2018 im Ausland produzierten Pkw werden 3,7 Mio. Fahrzeuge von etwa 170.000 Mitarbeitern in EU-Ländern außerhalb Deutschlands gefertigt.“ Der VDA-Präsident weiter: „Auch für die deutschen Zulieferer ist Europa von hoher Bedeutung – sie haben in diesem großen Wirtschaftsraum über 900 Standorte.“ Das sei Beleg dafür, dass die deutsche Automobilindustrie heute längst eine europäische sei.

Hersteller und Zulieferer hätten vor allem von der Integration des Binnenmarktes profitiert, so der VDA-Präsident. Ziel müsse es sein, diese Errungenschaft und insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu verteidigen: „Die vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes – der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital – gilt es unbedingt zu schützen und auszubauen“, betonte Mattes.

Allerdings seien auch neue Lösungen gefragt, unterstrich der VDA-Präsident: „Die Beispiele Mobilfunk sowie Lade- und Tankinfrastruktur für Elektromobilität und weitere alternative Antriebe zeigen: Die Infrastruktur der Zukunft ist digital und elektrisch. Die Vollendung des digitalen Binnenmarktes und des Binnenmarktes für Energie sind zwei wichtige Bausteine für eine zukunftsfähige EU.“

Gleichzeitig warnte Mattes: „Die EU mit ihren Grundüberzeugungen ist weder naturgegeben noch selbstverständlich. Ihre Gegner im Inneren und Äußeren sind stärker geworden. Nationalisten stehen wieder bereit und finden mit ihren populistischen Parolen bei manchen Bürgern in Europa Zulauf. Wir müssen erkennen: Im ‚Wettbewerb der Systeme‘ mit China und Russland steht die freiheitliche Grundordnung in der EU unter Druck.“ Hinzu kämen weltweit zunehmende protektionistische Tendenzen, die in den USA und anderen Regionen zu beobachten seien, sowie die Risiken des Brexits.

Diesen Unwägbarkeiten müssten die europäischen Institutionen und Mitgliedsstaaten mit Überzeugung und Geschlossenheit entgegentreten, forderte Mattes: „Ob wirksame und umsetzbare Klimapolitik, ob Digitalisierung oder freier und fairer Handel – den aktuellen Herausforderungen muss die EU mit erhöhter Geschwindigkeit geeint, entschlossen und mit wirtschaftspolitischem Feingefühl begegnen. Nur so wird die EU auch in Zukunft ihre wirtschaftliche und politische Stärke wahren können.“

Mit der Publikation „Mobilität und Wachstum in Europa“ wird der VDA aktuelle Empfehlungen der deutschen Automobilindustrie für die neunte Legislaturperiode des Europäischen Parlaments veröffentlichen.

Die Publikation ist in Kürze auf www.vda.de verfügbar.

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