Wer heute leichtfertig mit Kriegsrhetorik spielt, verschiebt morgen die Grenze des politisch Vorstellbaren

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Ein Staat, der seine Bürger ernst nimmt, hat keinen Grund, sie mit immer neuen Kriegsbildern und Bedrohungsszenarien in dauerhafte Alarmbereitschaft zu versetzen. Wer Tag für Tag vom kommenden „Krieg mit Russland“ spricht, erzeugt nicht Sicherheit, sondern Angst. Und Angst ist der Nährboden für politische Schritte, die in normalen Zeiten niemals mehrheitsfähig wären.​

Für mich ist klar: Ausnahmeinstrumente wie Spannungsfall, Grundrechtseingriffe oder ein Einsatz der Bundeswehr im Innern dürfen nicht durch eine künstlich hochgefahrene Bedrohungslage politisch „normal“ werden. Ein verantwortungsvoller Rechtsstaat beweist Stärke durch Besonnenheit, klare Grenzen staatlicher Macht und Respekt vor den Grundrechten und nicht durch martialische Sprache und Panikkommunikation.​

Wer heute leichtfertig mit Kriegsrhetorik spielt, verschiebt morgen die Grenze des politisch Vorstellbaren. Deshalb braucht es jetzt eine Abrüstung der Worte: Sicherheit ja, Wehrhaftigkeit ja! Aber ohne Angstpolitik und ohne eine Sprache, die unsere freiheitliche Ordnung Schritt für Schritt erodieren lässt.

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Über Sylvia Pantel 32 Artikel
Sylvia Maria Pantel (1. Januar 1961 in Düsseldorf) ist eine deutsche Politikerin, die der Werteunion angehört und zuvor Mitglied der CDU war. Von 2013 bis 2021 vertrat sie die CDU im Deutschen Bundestag während der 18. und 19. Legislaturperiode. Bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 gewann Pantel den Wahlkreis Düsseldorf II und zog jeweils direkt ins Parlament ein. 2021 verfehlte sie jedoch sowohl das Direktmandat als auch den Wiedereinzug über die Landesliste der CDU Nordrhein-Westfalen, auf der sie Platz 40 innehatte. In der 19. Legislaturperiode war sie ordentliches Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Darüber hinaus arbeitete sie als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, im Ausschuss für Inneres und Heimat sowie im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Pantel engagierte sich viele Jahre als Kreisvorsitzende der Frauen-Union Düsseldorf und führte zudem den CDU-Ortsverband Düsseldorf-Rath. Sie gehörte dem Kreisvorstand des CDU-Kreisverbandes Düsseldorf an und war von 2013 bis 2021 Mitglied im Bundesvorstand der Frauen-Union. Außerdem ist sie Mitglied der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, dem Arbeitnehmerflügel der CDU. In einem Interview mit der Rheinischen Post bekundete sie ihr Interesse an einer weiteren Bundestagskandidatur. Am 28. März 2024 erklärte Pantel ihren Austritt aus der CDU und trat anschließend der Werteunion bei. Zuvor hatte sie alle Parteiämter niedergelegt und einen Wechsel zur Werteunion unter der Führung von Hans-Georg Maaßen nicht ausgeschlossen. Heute ist Pantel Landesvorsitzende der Werteunion Nordrhein-Westfalen sowie stellvertretende Bundesvorsitzende. Für die Bundestagswahl 2025 kandidierte sie als Direktkandidatin im Düsseldorfer Süden.