„Leaving Neverland“ – Wichtige Hintergrund-Informationen zu Michael Jackson

Fakten, die darauf hinweisen, dass Wade Robson und James Safechuck mit ihren Anschuldigungen gegen Michael Jackson lügen

Bild von Mike auf Pixabay.
Im Film ›Leaving Neverland‹ bekommen zwei Männer fast vier Stunden lang eine Plattform, um Anschuldigungen gegen Michael Jackson zu erheben. Beide (Wade Robson, Jg. 1982, und James Safechuck, Jg. 1978) hatten zuvor über mehr als zwanzig Jahre hinweg immer wieder bestätigt, dass Michael Jackson sich ihnen gegenüber – und allgemein Kindern gegenüber – nie ungebührlich verhalten hatte. Seit 2012 bzw. 2013 behaupten die beiden jedoch plötzlich, sie seien von Michael Jackson sexuell auf eine extreme Weise missbraucht worden. Sie hätten aber über all die Jahre hinweg nicht realisiert, dass dies Missbrauch gewesen sei. Erst mit 29 (Robson) und mit 35 (Safechuck) sei ihnen dies plötzlich klar geworden.

Als Michael Jackson 1993 mit falschen Anschuldigungen attackiert wurde, waren beide von der Polizei verhört worden, und spätestens seit diesem Zeitpunkt müsste ihnen klar gewesen sein, was sexueller Missbrauch ist. Das Thema wurde nochmals drastischer, als es 2005 zum Prozess wegen der (falschen!) Anschuldigungen gegen Michael Jackson kam. Der Verdacht drängt sich auf, dass diese zwei Männer seit 2012 bzw. 2013 einfach irgendwie begründen wollen, warum sie nun plötzlich eine total andere Version erzählen (mit Millionenforderungen und mit vielen Motiven zu lügen).

Kein Gesetz gegen die Verleumdung von Toten: In den USA gibt es kein Gesetz zum Schutz des Rufs von Verstorbenen. Wenn in den USA jemand Lügen gegen einen verstorbenen Menschen verbreitet, sind die Angehörigen machtlos und können juristisch nichts unternehmen. Das heißt, wer immer einen Verstorbenen verleumdet, hat in den USA nichts zu befürchten. Auch das könnte ein Grund sein, warum Robson und Safechuck vier Jahre nach Michael Jacksons Tod begannen, diesem Verstorbenen auf publikumswirksame Weise extreme Perversionen mit Kindern vorzuwerfen – was früher von keinem der Verleumder auch nur im Ansatz behauptet worden war. Es scheint, dass Behauptungen immer extremer werden müssen, um Gehör zu bekommen.

Die plötzliche Veränderung der Aussage mit vielen Widersprüchen – und Motiven zu lügen: Wenn wir lesen und sehen, was Wade Robson und James Safechuck über mehr als zwanzig Jahre hinweg gesagt haben, dann sind all ihre Aussagen konsistent, völlig glaubhaft und überzeugend. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, dass sie irgend etwas vorgetäuscht hätten. Aber vieles weist darauf hin, dass sie seit 2012/13 lügen.

Wade Robson begann 2013 plötzlich, öffentlich Anschuldigungen gegen Michael Jackson zu erheben. Aus seinen E-Mails, die er dem Gericht vorlegen musste, geht hervor, dass er seiner Mutter 2012 viele Fragen über seine frühen Begegnungen mit Michael Jackson stellte. Die E-Mails erwecken den Eindruck, dass er selbst nur vage (und harmlose!) Erinnerungen an seine Neverland-Zeit hatte. Nachdem er von seiner Mutter alles erfahren hatte, woran sie sich erinnern konnte, begann er, seine Missbrauchsgeschichte zu konstruieren. Dies tat er zuerst in Form von zwei Entwürfen für ein Buch. Als er diese Entwürfe dem Gericht vorlegen musste, wurde deutlich, dass sich die Darstellungen in den beiden Entwürfen stark unterscheiden. Robson schrieb offensichtlich nicht aus eigenen Erinnerungen, sondern er versuchte, möglichst glaubhafte Szenarien zu konstruieren.

Der starke Verdacht, dass Wade Robson und dann, in seinem Fahrwasser, auch James Safechuck ihre Geschichten 2012/13 konstruierten, wird durch die vielen Widersprüche und falschen Angaben bestätigt, die sich in ihren Darstellungen finden lassen. Safechuck behauptet zum Beispiel, Michael Jackson habe ihn auch im berühmten Never­land-Bahnhofhaus missbraucht. Aber dieses Haus existierte damals noch gar nicht. Safechuck machte in seiner Geschichte mehrere gravierende Chronologiefehler dieser Art. Dasselbe gilt für Robson: Er behauptet zum Beispiel, er sei bereits bei seinem ersten Besuch auf Neverland (1990) über mehrere Tage/Nächte hinweg missbraucht worden, weil er – als Siebenjähriger – allein auf Neverland geblieben sei, während der Rest der Familie für fünf Tage zum Grand Canyon reiste. Dabei hatte Robson 2005 unter Eid ausgesagt, dass er erst 1992 oder 1993 das erste Mal ohne seine Mutter auf Neverland war. Das hatte auch seine Mutter mehrfach bestätigt, so wie sie auch gesagt hatte, dass Wade bei der Reise zum Grand Canyon mit dabei war. Seit 2012 behauptet Wade Robson allen Fakten zum Trotz genau das Gegenteil. Wer kann jemandem glauben, der auf eine solche Weise die Fakten verdreht?

Als Zusammenfassung kann hier also vorab gesagt werden, dass Robsons und Safechucks Behauptungen in vielen Punkten widersprüchlich sind oder direkt als Unwahrheit entlarvt werden können. Sie stehen unter dem Verdacht, eine der bösartigsten und schlimmsten Verleumdungsaktionen der Geschichte in die Welt gesetzt zu haben. All ihre Behauptungen sollten deshalb gründlichst überprüft und hinterfragt werden.

›Leaving Neverland‹ ist kein Dokumentarfilm

›Leaving Neverland‹, entstanden unter der Regie des britischen Filmemachers Dan Reed, ist eine Co-Produktion der amerikanischen TV-Anbieters HBO (Home Box Office) und des englischen Channel 4; Protagonisten sind Wade Robson (geb. 17.9.1982) und James Safechuck (geb. 28.2.1978), die behaupten, sie seien als Kinder von Michael Jackson, dem King of Pop, vielfach und auf extreme Weise sexuell missbraucht worden. Die erste öffentliche Aufführung des Films war am Sundance Film Festival, 25. Januar 2019. Die Erstausstrahlung (in zwei Teilen) in den USA auf HBO folgte am 3. und 4. März 2019, in England auf Channel 4 am 6. und 7. März. Die Senderechte wurden an mehr als 130 Stationen verkauft.

Die Produzenten bezeichnen ›Leaving Neverland‹ als „documentary“ (Dokumentarfilm). Aber diese Produktion ist kein Dokumentarfilm. Der Begriff „Dokumentarfilm“ oder „Doku“ erweckt einen falschen Eindruck, denn in diesem Film wird nichts dokumentiert. Wir hören nur, wie Wade Robson und James Safechuck schlimmste Anschuldigungen gegen Michael Jackson erheben, und wir hören einige ihrer Familienmitglieder, denen sie ihre Story erzählt haben (Robsons Mutter, Schwester, Bruder, Großmutter und Robsons Ehefrau sowie Safechucks Mutter und seine Ehefrau).

Alle Dokumente, Zeugen, Fakten und logischen Argumente, die auf Widersprüche oder Unwahrheiten hinweisen würden, werden ignoriert, unterschlagen oder dann verzerrt wiedergegeben. Wir haben es also nicht mit einem Dokumentarfilm zu tun, sondern mit einer filmischen Produktion, die extrem einseitig ist. In der vorliegenden Abhandlung bezeichnen wir ›Leaving Neverland‹ mit dem neutralen Begriff „HBO-Film“.

Es gib nur zwei mögliche Wahrheiten bei ›Leaving Neverland‹: Die Anschuldigungen sind entweder wahr, oder sie sind unwahr

Wenn die Anschuldigungen wahr sind, würde dies bedeuten, dass Michael Jackson des vielfachen sexuellen Missbrauchs von Knaben schuldig war und einen gespaltenen Charakter hatte, so dass er neben seinem sanften Wesen gleichzeitig eiskalt seine ganze Familie, seine erste und zweite Ehefrau, seine Fans und die gesamte Welt anlog und dazu auch noch zwei Staatsanwälte, die Polizei, das FBI, den Richter und das gesamte Geschworenengericht, seine Leibwächter, all die Besucherfamilien auf Neverland und viele andere täuschen konnte.

Wenn die Anschuldigungen unwahr sind, würde dies bedeuten, dass Wade Robson und James Safechuck auf skrupellose Weise lügen, um über den Gerichtsweg eine Klage von 1,5 Milliarden Dollar voranzutreiben und auch anderen Zielen und Interessengruppen zu dienen.  Robson und Safechuck haben Schauspielerfahrung, und sie hoffen, durch ihre Anschuldigungen Millionen von Dollars zu bekommen. Geben sie sich nur als Opfer aus, und verhöhnen sie damit indirekt alle wahren Opfer von Kindesmissbrauch? Viele kritische Betrachter bejahen diese Frage und bezeichnen diesen „documentary“ als „mockumentary“ (von engl. to mock, „täuschen; verhöhnen“).

Einige, die den HBO-Film gesehen haben, reagieren mit einem irrationalen Argument, indem sie sagen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so skrupellos lügen würde – und deshalb glaube ich Robson und Safechuck.“ Wer dies sagt, ist jedoch bereit, etwas noch viel Unglaubhafteres zu glauben, nämlich dass Michael Jackson auf eine skrupellose Weise gelogen hat, und das für mehr als zwanzig Jahre!

Wer kann ein solches Szenario glauben? Michael Jackson war „ein offenes Buch“. Er war jemand, der nicht lügen konnte, und wenn er gelogen hätte, hätte man es ihm gleich angesehen. Die Behauptung, Michael Jackson habe im Geheimen organisatorische Strukturen betrieben, um sich Kinder „zu beschaffen“, und er habe viele Kinder sexuell missbraucht, während er über 20 Jahre hinweg alles verborgen und mit ­Lügen verheimlicht habe, steht im völligen Widerspruch zu seinem Charakter. (Und es hätten mehrere Personen bei diesem kriminellen Unternehmen mitwirken und über all die Jahre hinweg schweigen müssen.)

In einem Interview mit Dan Reed, das im Magazin Vanity Fair am 21. Februar 2019 veröffentlicht wurde, erwähnte der Fragesteller, der Film werde kritisiert, extrem voreingenommen und einseitig zu sein, worauf Reed entgegnete: „Was wäre denn die andere Seite der Geschichte? Dass Michael Jackson ein großer Entertainer und ein großartiger Typ war?“ – Diese Antwort war zynisch und unehrlich, denn die andere Seite der Geschichte ist, dass Robson und Safechuck möglicherweise lügen und dass Michael Jackson (im Folgenden manchmal mit MJ abgekürzt) nicht das Monster war, als das er in diesem Film dargestellt wird. Dan Reed wirft der Michael-Jackson-Nachlassverwaltung, den MJ-Fans und allen, die seinen Film kritisieren, vor, sie würden einfach ihre Kultfigur und ihren „Vermögenswert“ verteidigen. Aber Reed verteidigt ebenfalls seinen „Vermögenswert“, nämlich Robson & Safechuck, denn diese haben ihm ein reißerisches Thema geliefert, mit dem er seine bisher größte Produktion landen konnte.

Eine kritische Betrachtung des HBO-Films und der Aussagen von Robson und Safechuck lässt sehr schnell ein Netz von ständig wechselnden Darstellungen, Widersprüchen, Irrtümern und Lügen erkennen.

Es ist bemerkenswert, dass die ursprüngliche Version dieses „Dokumentarfilms“ in der Zwischenzeit um 45 Minuten gekürzt wurde. Herausgeschnitten wurden die Stellen, die am leichtesten widerlegt oder als Lügen entlarvt werden konnten. Hier folgen zwei Tweets, in denen dies erwähnt wird, geschrieben von Taj Jackson, dem Sohn von Tito Jackson (und Neffe von Michael Jackson).

Haben beide zwanzig Jahre lang gelogen, oder lügen sie jetzt?

Am auffälligsten ist, dass Wade Robson und James Safechuck erst vor wenigen Jahren (2012 bzw. 2013) begannen, eine völlig andere Darstellung von Michael Jackson zu geben, und zwar dann, als sie beide – unabhängig voneinander – in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und Karriereprobleme hatten.

Robson und Safechuck mit ihren Eltern / Müttern waren seit den späten 1980er Jahren mit Michael Jackson befreundet und haben davon in vieler Hinsicht profitiert, auch finanziell. Als die falschen Anschuldigungen erhoben wurden (1993 von der Chandler-Familie und 2003 von der Arvizo-Familie, mit dem Prozess in der ersten Jahreshälfte 2005), bezeugten sowohl Wade Robson als auch James Safechuck, dass Michael Jackson sich nie ungebührlich verhalten hatte, von einem Missbrauch ganz zu schweigen. Beide sagten dies auch in strengen Verhören, Wade Robson vor Gericht sogar unter Eid.

Michael Jacksons Unschuld wurde von vielen anderen Zeugen bestätigt, ebenso durch das Gerichtsurteil von 2005. Auch nach Michael Jacksons Tod (er starb am 25. Juni 2009) sprachen Roboson und Safechuck mit hoher Wertschätzung über ihn und dankten ihm für alles, was er für sie persönlich, für die Welt und für die gesamte Menschheit getan hatte.

2012/2013 begannen Robson und Safechuck jedoch plötzlich, eine ganz andere Story zu erzählen, und sie versuchten, von der Michael-Jackson-Nachlassverwaltung rund 1500 Millionen (1,5 Milliarden!!) Dollar zu bekommen, und zwar als Abfindung für angeblichen sexuellen Missbrauch vor rund 25 Jahren. Robson wollte zuerst über einen nicht-öffentlichen Gerichtsweg einen hohen Millionenbetrag bekommen – was zeigt, dass seine spätere Behauptung, es gehe ihm nicht ums Geld, sondern um das öffentliche Aufzeigen des Problems, nicht stimmt. Erst als sich die Nachlassverwaltung weigerte, auf seine Millionenforderungen einzugehen, startete Robson den öffentlichen, v.a. massenmedialen Krieg gegen Michael Jackson und die Nachlassverwaltung.

Seit 2013 vertreten Robson und Safechuck eine Verschwörungstheorie, die behauptet, Michael Jackson habe „die raffinierteste Geheimoperation für sexuellen Kindesmissbrauch“ am Laufen gehabt („Michael Jackson ran the most sophisticated child sex abuse operation the world has ever known“). Sie behaupten, diese angebliche Verschwörung sei so „raffiniert“ gewesen, dass niemand etwas davon gesehen habe – obwohl Michael Jackson als eine der öffentlichsten Personen seiner Zeit mehrfach strengen und invasiven Untersuchungen unterzogen wurde. 1993 kam es wegen der Chandler-Anschuldigung zu einer Untersuchung durch den Staatsanwalt und die Polizei, und von da an waren er und Neverland unter ständiger Beobachtung. Die Polizei führte auf Neverland dreimal eine Razzia durch: eine im Jahr 1993 und zweimal im Jahr 2004 aufgrund der Anschuldigungen durch die Arvizo-Familie. Diese Anschuldigungen wurden im viereinhalb Monate langen Gerichtsprozess von 2005 in jedem Punkt widerlegt. Es wird immer wieder behauptet, der Freispruch sei nur aufgrund eines Mangels an Beweisen erfolgt, aber das ist eine Falschdarstellung der Tatsachen. Jeder Punkt und jeder „Beweis“ war falsch oder fabriziert. Das Gerichtsurteil lautete: Michael Jackson ist unschuldig in allen 14 Anklagepunkten

Die Beweiskraft der früheren Zeugenaussagen und der Fotos, die glückliche Kinder zeigen, ohne die geringste Spur von Angst und Einschüchterung

Wade Robson (geb. 17. September 1982) und James Safechuck (geb. 28. Februar 1978) verteidigten Michael Jackson über all die Jahre hinweg, indem sie wiederholt bestätigten, dass sie nie irgendwelches ungebührliches Verhalten von Michael Jackson erlebten, ganz zu schweigen von Missbrauch. Sie sagten dies immer aus ihrem eigenen freien Willen und aus ihrer eigenen Initiative heraus. Damals, als sie Neverland besuchten, so wie viele andere Familien auch, war es offensichtlich, dass alles unschuldig und von reiner Gesinnung war.

Und die vielen Fotos von Michael Jackson zusammen mit dem jungen Wade Robson und dem jungen James Safechuck zeigen dann auch unbeschwerte, stolze und fröhliche Jungs. Kein Zeichen von Einschüchterung oder Angst. 25 Jahre später behaupten diese beiden aber plötzlich, sie seien genau in diesen Jahren auf eine gewaltsame und perverse Weise von Michael Jackson missbraucht worden – und zwar so, dass Michael Jackson sie mit Drohungen eingeschüchtert habe, indem er ihnen gesagt habe: „Wir beide werden von der Polizei geholt und ins Gefängnis geworfen, wenn du irgendwo jemandem etwas sagst!“

Diese (absurde) Behauptung wird später (in Kapitel 8c) näher betrachtet werden. Hier sei einfach auf die vielen Fotos verwiesen, auf denen Michael Jackson mit Wade oder mit James oder auch mit anderen Kindern zu sehen ist. All diese Kinder sind glücklich, strahlend und freudvoll, nicht die geringste Spur von Angst oder Einschüchterung, Irritation oder dunklen Geheimnissen.

Englische Übersetzung dieses Artikel hier.

Quelle: Armin Risi

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