Kinotipp: Jaafar Jackson als Michael Jackson in Biopic „Michael“

Ab 22. April im Kino!

Jaafar Jackson as Michael Jackson in Michael. Photo Credit: Glen Wilson.

Das Licht und der Schatten der Krone

Man kann den Film nicht betrachten, ohne die schiere Wucht der Darbietung von Jaafar Jackson anzuerkennen. Dass er Michael Jacksons Neffe ist, mag sich wie Vetternwirtschaft lesen, doch auf der Leinwand erweist es sich als Geniestreich. Er imitiert nicht nur die berühmte Silhouette; er scheint die nervöse, kindliche Energie und die explosive Bühnenpräsenz seines Onkels förmlich zu kanalisieren.

Die Brillanz: Ein visuelles und auditives Fest

Handwerklich ist „Michael“ ein Triumph. Regisseur Antoine Fuqua versteht es, die ikonischen Momente der Popgeschichte – vom legendären Motown-25-Auftritt bis hin zur Ära von Thriller – mit einer Detailverliebtheit zu inszenieren, die Gänsehaut garantiert. Die Kameraarbeit: Schwebend und dynamisch, fängt sie den Drang nach Perfektion ein, der Jackson antrieb. Das Sounddesign: Es erinnert uns daran, warum die Welt sich in diese Musik verliebt hat, bevor der Lärm der Schlagzeilen sie übertönte.

Die schützende Hand des Nachlasses

Hier beginnt das wohlwollende Stirnrunzeln. Da der Film in enger Zusammenarbeit mit dem Michael Jackson Estate produziert wurde, stellt sich die Frage nach der Objektivität.

Der Film wählt einen interessanten Weg: Er thematisiert den Schmerz. Wir sehen die traumatische Kindheit unter Joe Jackson und die wachsende Paranoia eines Mannes, der nie eine normale Interaktion mit der Außenwelt gelernt hat. Doch dort, wo das Biopic tief graben könnte – bei den schwerwiegenden Vorwürfen des Kindesmissbrauchs –, zieht es sich oft in eine defensive Haltung zurück. Es präsentiert Jackson primär als das ultimative Opfer der Medien und seiner eigenen Gutgläubigkeit.

„Michael“ ist weniger eine Analyse eines komplexen Menschen als vielmehr eine monumentale Verteidigungsrede, verpackt in ein glitzerndes Musikvideo.

Fazit

Wer ins Kino geht, um den Musiker zu feiern und die Tragik eines verlorenen Wunderkindes zu spüren, wird berührt den Saal verlassen. „Michael“ ist emotional gewaltig und visuell berauschend.

Kritische Zuschauer werden jedoch das Gefühl nicht loswerden, dass hier eine sorgfältig kuratierte Version der Wahrheit präsentiert wird. Der Film glänzt dort, wo er die Kunst feiert, bleibt aber seltsam matt, wenn es darum geht, die dunkleren Grautöne einer der umstrittensten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts wirklich auszuleuchten.

Bewertung: 3,5 von 5 Sternen – Ein technisches Meisterwerk mit einer klaren Agenda.

Besetzung: Jaafar Jackson, Nia Long, Laura Harrier, Juliano Krue Valdi, mit Miles Teller
und Colman Domingo
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: John Logan
Produktion: Graham King, John Branca, John McClain
Zum Film:

Er ist einer der einflussreichsten Künstler aller Zeiten – der King of Pop. MICHAEL ist das Portrait eines Ausnahmekünstlers, dessen Musik die Welt bewegt und jede Generation bis heute inspiriert hat.

Der Film erzählt die Geschichte von Michael Jacksons Leben – weit über die Musik hinaus. Er zeichnet seinen Weg nach von der Entdeckung seines außergewöhnlichen Talents als Leadsänger der Jackson Five bis hin zu dem visionären Künstler, dessen kreativer Ehrgeiz ihn unermüdlich antrieb, der größte Entertainer der Welt zu werden.

Von einigen seiner legendären Auftritte aus seiner frühen Solokarriere bis zu seinem Leben abseits der Bühne – das Publikum hat einen Platz in der ersten Reihe bei einem nie zuvor dagewesenen Blick auf das Leben der Pop-Ikone. Hier fängt seine Geschichte an.

Jaafar Jackson gibt mit MICHAEL sein Spielfilmdebüt. Neben ihm sind Nia Long (Empire, Boyz n the Hood – Jungs im Viertel) und Laura Harrier (BlacKkKlansman, Spider-Man: Homecoming) zu sehen, außerdem Miles Teller (Top Gun: Maverick, Whiplash) und der zweifach für den Oscar® nominierte Colman Domingo (Sing Sing, Rustin).

Regie führt Antoine Fuqua, der preisgekrönte Filmemacher u. a. von Training Day und der Equalizer-Reihe. Das Drehbuch schrieb der dreifach Oscar®-nominierte John Logan (Gladiator, Aviator). Produziert wurde MICHAEL von Oscar®-Gewinner Graham King (Departed – Unter Feinden, Bohemian Rhapsody), John Branca (Ausführender Produzent von Michael Jackson’s This Is It, Thriller 40) und John McClain (Ausführender Produzent von Michael Jackson’s This Is It, Michael Jackson Live at Wembley July 16, 1988).

Hier gehts zum Trailer:

 

 

 

Über Sophie Adell 66 Artikel
Sophie Adell ist eine deutsche Schauspielerin, Moderatorin und Red Carpet Reporterin. In London geboren, lebte sie fortan in Belgien, Griechenland, USA, den Niederlanden, Argentinien und Ungarn. Sie hat in über 20 Fernseh- und Filmproduktionen mitgewirkt, wie beispielsweise in "Bernds Hexe", "Die Superbullen" und "Tatort". Seit 2018 ist sie stellvertretende Chefredakteurin.