60 Jahre Olaf Gulbransson Museum: Der Tegernsee feiert seinen Kunstschatz

Pressemitteilung, Quelle: ChatGPT

Am 31. Mai 1966 wurde das Olaf Gulbransson Museum eröffnet. Anlass genug, um auf die Geschichte des Hauses zu blicken, das die Werke eines der bedeutendsten Karikaturisten des 20. Jahrhunderts bewahrt und präsentiert.

Die Geschichte
Olaf Gulbranssons Frau, Dagny Björnson-Gulbransson, plante bereits kurz nach dem Tod ihres Mannes am 18. September 1958, ein Museum zu gründen. Das Werk des 1873 in Christiania (heute Oslo) geborenen Malers, Zeichners und langjährigen Simplicissimus-Mitarbeiters sollte für die Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich sein.

1962 gründete sie den „Stifterverein zur Errichtung des Olaf Gulbransson Museums“. Als Schirmherren gewann sie den Bundespräsidenten Theodor Heuss und den Bundeskanzler Ludwig Erhard. Diese prominenten Unterstützer verliehen dem Vorhaben besonderes Gewicht. Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern überließ dem Verein sein Grundstück im Kurgarten von Tegernsee zu einem Freundschaftspreis, die Stadt verzichtete auf ihr Vorkaufsrecht. Den Bau verantwortete der Architekt Sep Ruf, der in diesen Jahren (1963/64) auch den Kanzlerbungalow in Bonn entwarf und baute.

Am 31. Mai 1966 wurde das Museum feierlich eröffnet – in Anwesenheit des Bundeskanzlers Ludwig Erhard. Noch im selben Jahr entstand, in Nachfolge zum Stifterverein, der Vorgänger zur heutigen Olaf Gulbransson Gesellschaft e.V. Tegernsee, die seither für den Betrieb des Hauses verantwortlich ist. Dagny Björnson-Gulbransson übernahm die Leitung und prägte bis zu ihrem Tod 1988 die inhaltliche Ausrichtung als auch die Raumgestaltung des Museums.
1974 folgte ein weiterer entscheidender Schritt: Das Gebäude und ein Großteil der Werke aus Gulbranssons Nachlass wurden dem Freistaat Bayern übereignet. Das Museum zählt fortan zur 12. Staatsgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und es ist das einzige monothematische Museum der Staatsgemäldesammlungen.

Die ständige Sammlung besteht aus dem 1974 an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen übergebenen Nachlass des norwegischen Künstlers. Darunter rund 30 Ölgemälde, über 400 Zeichnungen Buchillustrationen für eigene und fremde Titel sowie Entwürfe für die Zeitschrift Simplicissimus.

Die Olaf Gulbransson Gesellschaft ist für die Sonderausstellungen und den Betrieb des Museums verantwortlich. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verantworten den wissenschaftlichen und restauratorischen Erhalt des Werkes von Olaf Gulbransson. Eine beispielhafte und einmalige Private Public Partnerschaft, die bis heute besteht.

Das Museum konnte seither zweimal erweitert werden: 1993 um einen unterirdischen Raum für Sonderausstellungen, 2008 um einen modernen Eingangsbereich mit zusätzlichen Ausstellungsflächen. 2023 erhielt die Dauerausstellung eine grundlegende Neugestaltung, die auch Gulbranssons ambivalentes Verhalten während der NS-Zeit kritisch beleuchtet.

Heute zeigt das Museum nicht nur Gemälde, Zeichnungen und Karikaturen Gulbranssons, sondern auch eine umfassende Dokumentation zur Geschichte des Simplicissimus.

Mit qualitativ herausragenden Sonderausstellungen zur Moderne hat es der Vorstandsvorsitzende der Olaf Gulbransson Gesellschaft, Michael Beck, geschafft, das Olaf Gulbransson Museum weit über die Region hinaus als lebendigen Ort für Kunstausstellungen und Veranstaltungen zu etablieren.

Mit über 30 000 Besucher ist das Olaf Gulbransson Museum ein kultureller Mittelpunkt der Kunst am See.

Fit für die Zukunft: Eine App zur Dauerausstellung
Zum Jubiläum entwickelt das Museum eine App, die die Dauerausstellung bereichert und ein breites Publikum anspricht. Erstmals rückt sie Persönlichkeiten ins Licht, die bisher kaum Beachtung fanden: bedeutende Frauen in Gulbranssons Leben, Familienmitglieder und künstlerische Weggefährten. Sandra Spiegler, Referentin der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Sara Sottanelli, Referentin des Vorstands der Olaf Gulbransson Gesellschaft, und Sonja Still, Pressereferentin und Kunstvermittlerin, erzählen so Olaf Gulbranssons Geschichte aus einer neuen Perspektive.

Das Programm
Aktuell zeigt die Olaf Gulbransson Gesellschaft in ihrem Teil des Museums die Sonderausstellung „ZERO – Eine internationale Künstlerbewegungen 1957–1966“. Erstmals begleitet ein Schülerwettbewerb für die Jahrgangsstufen 10 und 12 die Ausstellung. Die Prämierung erfolgt am 05. Juli 2026, Mit dem Projekt „Schule macht Museum – Museum macht Schule“ richtet sich das Museum gezielt an die jüngere Generation. Für Senioren bietet es das feste Format „Kunst, Kaffee & Kuchen“ – eine entspannte Begegnung mit Kunst und anregendem Austausch. Ergänzt wird das Programm durch vielfältige Veranstaltungen, Kulturgespräche und Führungen.

Zur Dauerausstellung liegt ein Sammlungsführer vor:
Olaf Gulbransson Museum, Staatsgalerie in Tegernsee, Allitera, 2025

Weitere Informationen: www.olaf-gulbransson-museum.de