Boris Palmer auf Facebook: Ethisches Unternehmertum – Erst gekauft, dann dichtgemacht! Der bittere CureVac-Kahlschlag

Vertragsunterzeichnung in einem Laborumfeld, Quelle: ChatGPT

Die Übernahme von CureVac durch BioNTech wirft grundlegende Fragen nach unternehmerischer Verantwortung auf. CureVac verfügte über erhebliche finanzielle Mittel, wertvolle Patente und Aussicht auf weitere Lizenzeinnahmen. Dennoch soll das Unternehmen nach dem Kauf geschlossen werden, während zahlreiche Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren. Damit steht auch BioNTech-Chef Uğur Şahin vor der Frage, wie glaubwürdig sich wirtschaftlicher Erfolg noch mit Gemeinwohl und ethischem Unternehmertum verbinden lässt.

Dazu kommentiert Boris palmer auf Facebook: „Öffentlich verfügbar sind einige klare Tatsachen.

+ CureVac hatte eine Cashposition von 450 Millionen Euro und war bis mindestes 2028 eigenständig finanziert.

+ Im Patentstreit erzielten CureVac und GSK 740 Millionen Euro plus künftige Lizenzzahlungen als Vergleich.

+ Der Übernahmewert waren 1,25 Milliarden Euro.

Daraus ergibt sich mit Kopfrechnen leicht: BioNTech hat seine Milliarden auch mit den Patenten von CureVac verdient und statt diese zu bezahlen war es wirtschaftlich aus Sicht des Unternehmens attraktiv, CureVac zu kaufen und dann zu schließen. Dass diese Erkenntnis erst in den vier Monaten nach dem Kauf entstanden sein soll, ist zumindest zweifelhaft. Dass dabei alle Beschäftigten des Unternehmens den Wert Null zugeschrieben bekommen, ist zynisch.

Ein solches Vorgehen kann man schwerlich als philanthropisch oder gemeinwohlorientiert bezeichnen. Dass der Firmenchef, der bis heute im Amt ist, damit nichts zu tun haben soll, kann man nicht annehmen. Ugur Sahin muss sich also entscheiden, welche Rolle er künftig in der Öffentlichkeit einnehmen will. Die Süddeutsche Zeitung hat das heute in wünschenswerter Klarheit.“

Quelle: Facebook
Über Autor kein 3888 Artikel
Hier finden Sie viele Texte, die unsere Redaktion für Sie ausgewählt hat. Manche Autoren genießen die Freiheit, ohne Nennung ihres eigenen Namens Debatten anzustoßen.