Alle Bundesländer haben Sommerferien, rund 1.000 Baustellen bremsen den Verkehr – und am Sonntagnachmittag treffen Urlauber auf dem Heimweg auf Familien, die erst jetzt starten. Der ADAC warnt vor einem der staureichsten Wochenenden der Saison.
Wer heute mit dem Auto aus dem Urlaub zurückkehrt, sollte den Zeitplan nicht zu knapp rechnen. Das erste Augustwochenende gehört regelmäßig zu den schwierigsten Reiseterminen des Sommers. Diesmal kommt besonders viel zusammen: In Bayern und Baden-Württemberg haben die Ferien gerade begonnen, während aus anderen Ländern bereits die erste größere Rückreisewelle rollt. Nach der aktuellen ADAC-Stauprognose sind inzwischen in allen deutschen Bundesländern die Schulen geschlossen.
Schon am Samstag war die Belastung deutlich zu sehen. Zur Mittagszeit summierten sich die Staus auf deutschen Autobahnen zeitweise auf rund 600 Kilometer, berichtete die WELT unter Berufung auf den ADAC. Am Sonntag dürfte der Verkehr am Vormittag etwas ruhiger sein. Vom frühen Nachmittag an wächst jedoch das Risiko, dass sich die Rückfahrt an bekannten Engpässen wieder erheblich verlängert.
Besonders betroffen sind die großen Nord-Süd-Verbindungen. Dazu zählen die A1, A5, A7, A8 und A9 sowie die A3 und A6 in Ost-West-Richtung. Auch die Autobahnringe um Hamburg, Berlin und München können sich schnell füllen. Rund 1.000 Baustellen verschärfen die Lage zusätzlich. Wo Fahrstreifen fehlen oder der Verkehr auf eine Spur geführt wird, reicht bereits ein kleiner Unfall für kilometerlange Rückstaus.
Heute Nachmittag wächst die Staugefahr
Der ADAC nennt den Sonntagnachmittag ausdrücklich als eine der Spitzenzeiten. Dann sind nicht nur Urlauber unterwegs, die aus Nord- und Ostseeorten, aus den Alpen oder von den Flughäfen nach Hause fahren. Gleichzeitig startet ein Teil der Reisenden bewusst erst am Sonntag, um dem Samstagsverkehr auszuweichen. Auf stark belasteten Strecken kann sich dieser vermeintliche Ausweichtermin als schlechte Wahl erweisen.
Auch an den Grenzen sind Verzögerungen möglich. Kontrollen können die Fahrt nach Deutschland zusätzlich bremsen. In Österreich und der Schweiz bleiben Brenner, Tauernroute und Gotthard wichtige Nadelöhre. Wer von Italien oder Kroatien zurückkommt, sollte deshalb nicht nur die deutsche Autobahnkarte im Blick haben, sondern auch die Lage vor Tunneln und Grenzübergängen prüfen.
Eine Stunde früher losfahren löst das Problem nicht immer
Der klassische Rat, einfach besonders früh aufzubrechen, hilft am Hauptreisetag nur begrenzt. Auf manchen Strecken beginnt die Belastung bereits am Morgen und zieht sich bis in den Abend. Sinnvoller ist es, die Route unmittelbar vor dem Start zu prüfen und notfalls eine längere Pause einzuplanen, statt sich auf eine scheinbar schnelle Nebenstrecke zu verlassen. Wenn Navigationsdienste viele Fahrzeuge gleichzeitig umleiten, sind auch Landstraßen rasch überfordert.
Wer zeitlich frei ist, hat die beste Alternative erst nach dem Wochenende. Montag und Dienstag gelten außerhalb des Berufsverkehrs als deutlich ruhigere Reisetage. Für alle, die heute fahren müssen, bleibt nur eine nüchterne Rechnung: genügend Getränke ins Auto, Tank- oder Ladestopp nicht bis zur letzten Minute aufschieben und bei der Ankunftszeit großzügig bleiben. An diesem Sonntag entscheidet weniger die kürzeste Route als die Frage, wo der Verkehr überhaupt noch fließt.
