Angesichts des Klimawandels können und sollen Skitourismusbetreiber ihre Gewinne schützen

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Neue Studie schlägt eine Methodik zur Identifizierung effektiver Absicherungsstrategien auf der Grundlage von Wetterderivaten vor

Untersuchungen von Wissenschaftlern der Cass Business School haben eine Methode vorgestellt, mit der ermittelt werden kann, wie sich Wintertourismusbetreiber vor dem Risiko schützen können, dass die Besucherzahlen an Skigebieten sinken und Einnahmen verloren gehen.

Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels wird der Skitourismus in den Alpen durch sinkende Schneemengen aufgrund steigender Wintertemperaturen gefährdet.

Die Studie konzentriert sich auf den Einsatz von Wetterderivaten als Mittel zum Schutz der Einnahmen und verwendet eine Reihe von Modellen, um nützliche Wetterderivate zu entwerfen – wobei die Betreiber Risiken gegen eine Prämie an die Finanzmärkte „verkaufen“ -, indem sie die Besucherzahlen und Einnahmen in einem bestimmten Monat vorhersagen. Die Methodik basiert auf mehr als 50 Jahren Schneefall- und Temperaturdaten, die in einem Skigebiet in Österreich aufgezeichnet wurden.

Hier die wichtigsten Ergebnisse des Berichts:

  • Die Besucherzahlen in den Skigebieten variieren innerhalb der Skisaison selbst je nach Schneehöhe und Temperatur erheblich.
  • Mit abnehmender Schneehöhe sind die Unternehmen immer stärker auf die traditionell geschäftigeren Tage – wie den Weihnachtstag und andere Feiertage, Schulferien und Wochenenden – angewiesen, um die notwendige nachhaltige Kundenfrequenz zu gewährleisten.
  • Größere Schneehöhen am ersten Tag einer Skisaison verringern die Abhängigkeit dieser beliebten Tage von den Einnahmen der Besucher – ein Beweis dafür, dass Schneefall und Temperaturkonstanz sowohl außerhalb als auch außerhalb der Saison wichtig sind.
  • Aufgrund der schwankenden Besucherzahlen sollten die Finanzmärkte und Wintertourismusbetreiber bei den Wetterderivatekontrakten von den historischen durchschnittlichen Monatseinnahmen ausgehen, d.h. die monatlich schwankenden Ausübungspreise sollten jeweils unterschiedliche Kontrakte bilden.
  • Andererseits ist ein einziger Vertrag, der auf dem kumulativen Schneefall am Ende der Saison basiert, für alle Parteien sehr riskant und zieht von allen getesteten Optionen die höchste Gewinn- und Verlustabweichung nach sich.

Die Zahlen der Studie umfassten 20.774 historische tägliche Wetterbeobachtungen von Sonnblick, Österreich, aus dem European Climate Assessment (ECA), mit der Annahme, dass eine Skisaison jährlich vom 1. Dezember bis zum 15. April dauert.

Als kritische Schwelle für die Besucherzahlen wird eine „100-Tage-Regel“ verwendet.  In der Studie werden 30 cm Schnee für mindestens 100 Tage während der Wintersaison als Mindestanforderung für die Prüfung der Zuverlässigkeit des Skibetriebs betrachtet.

Die Mitverfasserin Dr. Laura Ballotta, Dozentin für Finanzmathematik an der Cass Business School, sagte, dass die Ergebnisse des Berichts die Unternehmen des Skitourismus ermutigen sollten, Wetterderivate zu kaufen und strategischer über das damit verbundene Risiko nachzudenken:

Die Behandlung von Räumlichkeiten durch künstliche Beschneiung und Landschaftsgestaltung ist kostspielig und könnte potenziell schädliche Zusatzstoffe in die Umwelt freisetzen. Eine Diversifizierung der Aktivitäten über die traditionellen Ski- und Schneesportaktivitäten hinaus kann auch teure Investitionskosten verursachen. Wir sind daher der Ansicht, dass der Zugang zu Finanzmärkten für Wetterderivate und die Risikoteilung die sinnvollste Option ist.

Der Wintertourismus ist für die Alpenregionen lebenswichtig, nicht nur in Bezug auf die Schneesportanlagen, sondern auch in Bezug auf Unterkunft, Verpflegung, Unterhaltung und die damit verbundenen Einzelhandelsmöglichkeiten. Höhere Temperaturen verringern die Schneehöhe jedes Jahr, was große Auswirkungen auf den Tourismus in einem Gebiet haben könnte, das so stark von den Einnahmen abhängt, die es generiert.

Durch die Anwendung unserer Methodik, die auf Schneefall- und Temperaturdaten aus mehr als 50 Jahren basiert, können Unternehmen Wetterderivat-Kontrakte optimieren, um sich vor dem finanziellen Ruin zu schützen, wenn die Schneehöhe nicht ausreicht.“

Risk Management of climate impact for tourism operators: An empirical analysis on ski resorts’ von Laura Ballotta, Gianluca Fusai, Ioannis Kyriakou, Nikos C. Papapostolou und Panos K. Pouliasis ist in der Zeitschrift Tourism Management veröffentlicht.


Ida Junker – Agentur: PPOOL

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