ANNETTE SCHRÖTER – Vor Schrebers Garten – Papierschnitte

Ellen Akimoto, Disintegration, 2021

Galerie Rothamel Frankfurt – Dezember 2021 bis 23. Januar 2022

Annette Schröter, Winter im Kleingarten, 2021, Papierschnitt, gerahmt, 200 x 82 cm

VOR SCHREBERS GARTEN
FÜR ERASMUS

Der Sommer und der Herbst 2020 werden in denkwürdiger Erinnerung bleiben: Keine Reisen nach Übersee, wenig Besuch von Familie und Freunden. Geplante Ausstellungen fanden fast ausnahmslos nicht statt. Stattdessen Fahrradtouren! Schier endlos und oft in die Umgebung der Stadt, nicht weiter als 30 bis 50 Kilometer vom Wohnort entfernt.

Annette Schröter, Gartentor 5, 2020/21, Papierschnitt, gerahmt, 40 x 29 cm

Die Radwege führten nicht selten an Kleingartenanlagen entlang. Die Türchen der jeweiligen Parzellen wiesen optisch zurück in die eigene Kindheit. Ihr erneuter Auftritt, nun über fünfzig Jahre später, schien nur allzu vertraut, hatten wir sie doch förmlich unbemerkt abgespeichert und zwischenzeitlich einfach vergessen. Interessant und mehr als vielfältig ist die Gestaltung dieser Metall-Pforten. Am Schönsten schienen die ältesten – reichlich überwachsen und von Rost überzogen.

Annette Schröter, Gartentor 13, 2020/21, Papierschnitt, gerahmt, 40 x 29 cm

Von den Fünfzigern bis in die achtziger Jahre des 20.Jahrhunderts hinein wurden sie gefertigt, als es noch keine Baumärkte gab im Osten Deutschlands. Die heutige Uniformität war noch nicht gegeben – gefragt waren vielmehr Fantasie und Individualität des jeweiligen Schlossers.

Annette Schröter, Gartentor 21, 2020/21, Papierschnitt, gerahmt, 40 x 29 cm

Es dominierten der Kreis, das Viereck und Rechteck, das Dreieck und natürlich die Linie als verbindendes Element. Die Anordnung zum Muster war jeweils ausnehmend streng und dennoch individuell. Mitunter wirken diese Gartentüren wie Nachfahren kubistischer oder suprematistischer Bildfindungen.

Annette Schröter, Gartentor 27, 2020/21, Papierschnitt, gerahmt, 40 x 29 cm

Die verwendeten formalen, mitunter sehr strengen Mittel, folgten dabei – sicher völlig unbewußt – dem bildnerischen Diktum: die einfachste Lösung ist auch immer die beste! Gelungen sind den Handwerkern jener Zeit gänzlich zeitlose und gleichzeitig moderne Formationen in Metall.

Annette Schröter
Leipzig 2021

Annette Schröter, Sommer im Kleingarten, 2021, Papierschnitt, gerahmt, 200 x 82 cm

Annette Schröter (*1956 in Meißen) studierte an der HGB Leipzig bei Bernhard Heisig und siedelte 1985 nach Hamburg über. 1997 kehrte sie mit ihrem Mann Erasmus Schröter zurück nach Leipzig und bekleidet seit 2006 an der HGB eine Professur für Malerei und Grafik.

Vom Medium Malerei nahm sie um 2005 Abschied und widmete sich fortan dem Papierschnitt. Diese Technik hat durch Annette Schröter bemerkenswerte Impulse erhalten. Zuerst fällt das Format auf, ins Monumentale gewachsen. Annette Schröter arbeitet mit Mustern und Konturen, Räumen, Texturen und Unschärfen. Aber auch die eigentlichen Stärken des Papierschnitts spielt sie aus, das Lineare, das Ornament. Unsere Wirklichkeit, Graffitis auf verfallender Industriearchitektur, rätselhafte Bauten in Wohngebieten oder pflanzenberankte Maschendrahtzäune rücken ins Zentrum ihres bildnerischen Interesses.

Wie perfekt Annette Schröter ihr Medium beherrscht, konnte man in der Kunsthalle Hamburg erleben, wo sie gemeinsam mit William Kentridge, Olaf Nicolai und Kara Walker Papierschnitte zeigte. 2018 stellte Annette Schröter gemeinsam mit ihrem Mann, dem Fotografen Erasmus Schröter (+2021), im Museum der Bildenden Künste Leipzig aus.

Annette Schröter, Gartentor 31, 2020/21, Papierschnitt, gerahmt, 40 x 29 cm

Zur Preisliste der Ausstellung von Annette Schröter gelangen Sie hier. Verbindliche Reservierungen nehmen wir ab sofort entgegen: galerie@rothamel.de oder telefonisch unter 0177 5998445.
Galerie Rothamel Frankfurt
Fahrgasse 17, 60311 Frankfurt am Main
Do-Fr 13-18 Uhr
Sa 11-16 Uhr
sowie nach Vereinbarung.

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MORITZ GÖTZE
Wo sind deine Gedanken 

Galerie Rothamel Erfurt
20. November 2021 bis 5. März 2022

Moritz Götze (*1964 in Halle) ist ein ausgesprochen vielseitiger, engagierter und wahrhaftiger Künstler. Seine Kunst bezeichnet Moritz Götze als Deutschen Pop. Pop Art definiert der Künstler nicht als Erfindung des 20. Jahrhunderts, sondern verfolgt ihre Wurzeln zurück bis zur humanistischen Kunst des 16. Jahrhunderts. Götzes Werke sprechen eine unverwechselbare Sprache und besitzen eine einzigartige Aura.

Moritz Götze, Peter im Windpark, 2021, Öl auf Leinwand

Moritz Götze hat eines der umfangreichsten künstlerischen Oeuvres unserer Zeit geschaffen: Malerei, Baukunstwerke, Emails, Mosaiken, Skulpturen, Objekte, Zeichnungen und Grafiken. Er schuf neue Siebdrucktechniken und erneuerte die zeitgenössische Emailmalerei. Der Künstler trat bei hunderten Einzel- und Gruppenschauen weltweit in Erscheinung, an renommierten wie an exzentrischen Orten. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen zu sehen.

„Wenn die Geschichte eine Dunkelkammer ist, dann zählt Götze zu den Lichtmachern. Er leistet sich den ungetrübten Blick, frei von Ideologie.“ (Christoph Tannert) 

Galerie Rothamel Erfurt
Kleine Arche 1 A, 99084 Erfurt
0361 562 33 96
Besucher bitten wir um Terminvereinbarung per Mail oder Telefon

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ELLEN AKIMOTO
Dissipation Dance
Malerei
Bis 4. Dezember 2021
Galerie Rothamel Frankfurt


Ellen Akimoto, Disintegration, 2021, Öl und Acryl auf Leinwand, 180 x 150 cm

„Akimotos Arbeit gleicht der einer Regisseurin, die mit Kameraführung und Schnitten einen Bildfluss erzeugt. Sie erzählt, ohne je die ganze Geschichte zu verraten.“  
Alexander Wendt

Zur Preisliste der Ausstellung von Ellen Akimoto gelangen Sie hier. Verbindliche Reservierungen nehmen wir ab sofort entgegen: galerie@rothamel.de oder telefonisch unter 0177 5998445.

Galerie Rothamel Frankfurt

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Sa 11-16 Uhr
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