Deutsche Türkin kritisiert Deutschtürken

Deutschlandfahne, Foto: Stefan Groß

Tuba Sarica wird in Deutschland geboren. Die Eltern sind türkische Gastarbeiter. Tuba fühlt sich wohl unter Deutschen in Deutschland und unter Türken in der Türkei. Sie bevorzugt aufgeklärte Menschen, die selbstbestimmt sind. Deutschtürken in Deutschland kommen ihr rückständig vor.

Tuba Saricas Buch ist für junge Muslime beiderlei Geschlechts geschrieben. Das gut lesbare Buch werden bevorzugt Ältere lesen, die keine Muslime sind.

Die Deutschtürken, die in einer Parallelgesellschaft leben, sind fremdenfeindlich, ja Rassisten. Im Durchschnitt sind sie konservativer und rückständiger als die in der Türkei lebenden Türken. Und sie wählen zu 2/3 den reaktionären Erdogan, weil er ihrem Ego gut tut! Gebildete Türken verachten ihre ungebildeten Mitbürger, die sich als Gastarbeiter in Deutschland verdingen. Erdogan ist der erste türkische Politiker, der vorgibt, die Deutschtürken nicht zu verachten. Dafür lieben und wählen sie ihn.

In der Parallelgesellschaft dreht sich alles um die „Ehre“. Islamischer Terrorismus ist für Deutschtürken kein Thema. Verlangt wird stattdessen, politische und gesellschaftliche, islamisch-türkische Unterdrückung gutzuheißen. „Nieder mit Israel!“ ist ein deutschtürkischer Leitspruch. Aleviten sind unbeliebt, „eingedeutscht“ ein Schimpfwort, voreheliche Sexualität wird unterdrückt. Den Koran muss man auf arabisch lesen, ohne ihn zu verstehen! Der moderate Islam der Parallelgesellschaft ist eine Lüge!

Selbstverwirklichung wird in der Parallelgesellschaft mit Respektlosigkeit verwechselt. Der weniger Religiöse hat dem mehr Religiösen, der Jüngere dem Älteren, die Frau dem Mann Respekt zu zollen. Ältere und Religiöse dürfen Grausamkeiten begehen. Der Fortschritt bedroht die Parallelgesellschaft, Fremdenfeindlichkeit hingegen ist identitätsstiftend, also erwünscht.

Machotum ist legitim, ein eigener Wille ist illegitim. Emanzipation: Mein Mann erlaubt mir … Deutschtürkische Verbände fördern nicht die Integration, sondern verhindern sie. DITIB will, dass die Deutschtürken die Türkei und nicht Deutschland als ihre Heimat betrachten. Türkische Europasender erzeugen Massenverdummung die Dauerberieselung durch Trash TV stumpft das Gefühl für Menschenwürde ab.

Die allermeisten Deutschtürken sind Gastarbeiter und ihre Nachkommen. Gastarbeiter, die im eigenen Land keine Arbeit finden, sind gewöhnlich keine Aristokraten, Professoren, Gelehrte oder reiche Händler. Gastarbeiter sind gewöhnlich bildungsfern aufgewachsen und geben dies meist ihren Kindern weiter. Das Bildungsniveau von Gastarbeitern ist zwangsweise niedriger als das des durchschnittlichen Menschen, der in der Türkei lebt und arbeitet. Schuld daran sind die Deutschen, die Gastarbeiter suchen, damit sie Arbeiten verrichten, für die sich ein Deutscher zu fein fühlt. Die Entstehung türkischer Parallelgesellschaften in Deutschland ist von Anfang an vorgezeichnet. Sie ist die zwingende Konsequenz der deutschen Wirtschaftspolitik.

Vor Jahrzehnten glauben die Deutschen, dass die Gastarbeiter nach getaner Arbeit in die Türkei oder anderswo zurückkehren. Doch sie bleiben hier, weil es ihnen finanziell besser als zu Hause geht. Sie werden zu gescheiterten Einwanderern, die in einer Parallelgesellschaft verharren.

 

Tuba Sarica

Ihr Scheinheiligen!: Doppelmoral und falsche Toleranz – die Parallelwelt der Deutschtürken und die Deutschen.

  1. Mai 2018

224 Seiten

Heyne Verlag

ISBN-10: 3453604733

14,99 €

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Über Nathan Warszawski 535 Artikel
Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.