Die mysteriösen Felszeichnungen von Kadapa

Im November 2015 entdeckten die beiden Amateurarchäologen Y.  Ramakrishna Reddy und Lakshmi Kanta Reddy steinzeitliche Felszeichnungen im Fort von Gandikota im Distrikt Kadapa.

Die beiden Regierungsangestellten hatten schon seit geraumer Zeit Interesse für archäologische Fragen entwickelt. Während Ramakrishna Reddy im Hauptberuf als Schaffner bei dem staatlichen Transportunternehmen APSRTC tätig ist, dient Lakshmi Kanta Reddy als Konstabler im APSP Polizeibattalion. 

Bei einem Besuch des Forts stießen die beiden auf die steinzeitlichen Felsmalereien. Sie fanden die Zeichnungen auf dem felsigen Grund  bei Peddakona, einer Gegend, die auch als Dongalakona bekannt ist, auf halbem Weg zum Anantapadmanaba Tempel des Forts, auf dem Steilufer über dem Fluß Penna.

Die Malereien zeigen geometrische Motive auf einem großen Felsblock, die mit einer rötlichen Ockerfarbe ausgeführt sind. Die Linien formen Rechtecke, Dreiecke, Rhomben und Kreise. Manche zeigen tierähnliche Motive in stark stilisierter Form.

Der Archäologe und Vorsitzende des Kulturzentrums von Vijayawa, Herr E. Sivanagi Reddy datiert die Felszeichnungen auf 10.000 Jahre bis 8.000 v. Chr. – nach Dr. Reddy bedecken die Bilder fast die gesamte Fläche des Felsblocks, der  5 m x 2 m breit und zwischen 0,5 m und 6,5 m hoch ist. Die komplizierten Linien sind offenbar in einem Zug mit einem kräftigen Strich ausgeführt worden.

Ähnliche Zeichnungen wurden vor einiger Zeit bereits in Cintagunga und Dapalle im gleichen Distrikt entdeckt. Sie ähneln darüber hinaus Motiven, die in Kurnool und Bollaram in Andhra Pradesh und Telangana gefunden worden sind.

Die Erfassung und Dokumentation der Funde wird aktuell im Rahmen des „Digital Heritage Project“ durchgeführt. Eine Kennzeichnung und Beschreibung der Felszeichnungen soll im Interesse der Besucher dieser Orte ebenfalls erfolgen. Steinzeitliche Felszeichnungen sind in Indien erst zu einem geringen Teil erfaßt und beschrieben worden.

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Über Thomas Ritter 92 Artikel
Thomas Ritter, 1968 in Freital geboren, ist Autor und freier Mitarbeiter verschiedener grenzwissenschaftlicher und historischer Magazine. Thomas Ritter hat zahlreiche Bücher und Anthologien veröffentlicht. Außerdem veranstaltet er seit mehr als zwanzig Jahren Reisen auf den Spuren unserer Vorfahren zu rätselhaften Orten sowie zu den Mysterien unserer Zeit. Mit seiner Firma „Thomas Ritter Reiseservice“ hat er sich auf Kleingruppenreisen in Asien, dem Orient, Europa und Mittelamerika spezialisiert. Mehr Informationen auf: https://www.thomas-ritter-reisen.de Nach einer Ausbildung zum Stahlwerker im Edelstahlwerk Freital, der Erlangung der Hochschulreife und abgeleistetem Wehrdienst, studierte er Rechtswissenschaften und Geschichte an der TU Dresden von 1991 bis 1998. Seit 1990 unternimmt Thomas Ritter Studienreisen auf den Spuren früher Kulturen durch Europa und Asien.