Die Wanzen des Sommers

Stinkwanze im Silberlöffel

Die eine, die grüne, kommt gern als Solistin, die andere, die rote, in Scharen in den Garten. Wanzen sind sie beide. Eher allgemein gefürchtet als grundsätzlich willkommen geheißen. Die Alleingängerin riecht gar nicht so übel wie ihr Name vermuten lässt: Stinkwanze. Die andere, die gerne Gesellschaft um sich hat, sieht nur gefährlich aus. Manche denken gleich an den Höllenbrand. Auch wenn das rote, schwarz gepunktete Tierchen Feuerwanze heißt, ist es völlig ungefährlich. Es sticht nicht, es schadet nicht, es zündet auch nichts an.

Forstexperte Ludwig Holly aus Feldkirchen bei München, der einen volkreichen Auftritt der Feuerwanze („Pyrrhocoris apterus“) im Friedhof des Münchner Vorortes Feldkirchen entdeckte, erklärt: „Kein Grund zur Aufregung!“  Auch wenn die Feuerwanze in größeren Anhäufungen, vor allem unter Linden (wie auch unter einem Hausbaum am Dorfende von Polling bei Mühldorf am Inn in Richtung Neuer Friedhof) zu Besorgnis führen sollte: Keine Angst! Feuerwanzen saugen gern an Lindensamen, ohne dabei dem Baum zu schaden. So bedrohlich sie aussehen mögen, sie tun weder Mensch noch Tier etwas zuleide. Sie stinken nicht, sie stechen nicht (wie die Gemeine Bettwanze), sie saugen kein Blut. Wen sie stören, der kann sie mit dem Besen aufkehren und an einen anderen Ort verbringen.

Auch die Grüne Stinkwanze („Palomena prasina“) ist harmlos. Hin und da fliegt unversehens so ein grünlich gepanzertes Tierchen mit einiger Wucht auf den Gartentisch. Vielleicht sogar auf ein Stück Kuchen oder in eine Kaffeetasse oder in einen Silberlöffel, der zum Umrühren des Kaffees aufliegt. O Schreck! Mit Besteck oder einem Stück Karton lässt sich der Gast problemlos entfernen und fliegt seiner Wege. Hat man das Tierchen nahe vor sich, lässt es sich minutenlang beobachten und erregt unser Staunen über Gottes Garten. Die „Palomena prasina“ färbt sich, wie der bekannte Münchner Autor Olaf Schmidt weiß, den Ludwig Holly zurate zog, nach und nach im Herbst um. Zur Überwinterung ist sie dann rotbraun. Sie saugt an vielen Pflanzen, ganz besonders gern an Beeren tragenden Sträuchern.

Die Grüne Stinkwanze wird angeblich gerne mit der Grünen Reiswanze („Nezara viridula“) verwechselt, die als Schädling gilt. In Bayern ist sie kaum anzutreffen. Sie mag wärmere Gegenden lieber: Oberrhein und Kaiserstuhl.           

Foto (Hans Gärtner)

Unverhofft auf dem Gartenkaffeetisch gelandet: eine Grüne Stinkwanze.

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Hans Gärtner
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Prof. Dr. Hans Gärtner, Heimat I: Böhmen (Reichenberg, 1939), Heimat II: Brandenburg (nach Vertreibung, `45 – `48), Heimat III: Südostbayern (nach Flucht, seit `48), Abi in Freising, Studium I (Lehrer, 5 J. Schuldienst), Wiss. Ass. (PH München), Studium II (Päd., Psych., Theo., German., LMU, Dr. phil. `70), PH-Dozent, Univ.-Prof. (seit `80) für Grundschul-Päd., Lehrstuhl Kath. Univ. Eichstätt (bis `97). Publikationen: Schul- u. Fachbücher (Leseerziehung), Kulturgeschichtliche Monographien, Essays, Kindertexte, Feuilletons.