Worüber Merz auch sprach

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In der nun nicht ganz lebensfremden Annahme, Friedrich Merz  so aufs Glatteis locken zu können, wollten die Grünen während der einstündigen Befragung heute im Bundestag (https://www.youtube.com/watch?v=g6rWpHhrniY) auf der Welle der Empörung über die digitale Gewalt gegen Frauen im Fall Collien Fernandes dem Bundeskanzler vorhalten, nicht ausreichend Stellung zu diesem Problem bezogen zu haben.

Das erwies sich jedoch als falsch und Merz ergänzte seine Antwort noch mit einem Hinweis: „Dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer kommt. Auch das gehört zur Vollständigkeit des Bildes hinzu.“ Damit löste er bei Grünen und Linken Empörung aus. Doch diese Bemerkung ist durch die polizeiliche Kriminalstatistik abgesichert.

Nur findet die klassisch analoge Gewalt nicht eine derartige Aufmerksamkeit wie der Fall von Collien Fernandes. Über Monate wurde im Berliner Jugendzentrum Wutzkyallee sexuelle Gewalt gegen eine türkisch-kurdische Sechzehnjährige und andere ausgeübt. Sie erklärte, vergewaltigt und mit Videoaufnahmen erpresst worden zu sein. Die mutmaßlichen Vergewaltiger und Straftäter wurden von den Mitarbeiterinnen des Jugendzentrums nicht angezeigt, weil „muslimische Jungen bereits genug im Visier der Polizei seien“. Das geht aus einer heute bekannt gewordenen zweiseitigen Erklärung der Mitarbeiterinnen des benachbarten Mädchenhauses (MaDonna) hervor. Demnach haben sie die Verantwortlichen des Jugendzentrums Wutzkyallee zur Anzeige bei der Polizei gedrängt. Die Mitarbeiterinnen betreuten die mutmaßlich vergewaltigte 16-Jährige. Das Schreiben liegt dem „Tagesspiegel“ vor (https://epaper.tagesspiegel.de/index.html…).

Jugendzentrum und Jugendamt spannten über Monate eine Art Omerta gegen Ausländerfeindlichkeit zum Schutz der mutmasslichen Täter. Gegen acht von ihnen wird nun ermittelt. Die linke Stadträtin Sarah Nägel hatte bislang eine Vertuschung zurück gewiesen. Das wird, wie der „Tagesspiegel“ bemerkt, nach dieser zweiseitigen Erklärung der Frauen des Mädchenzentrum nicht länger möglich sein.

Linke und Grüne nutzen den Platz vor dem Jugendzentrum Wutzkyallee gern als Sammelplatz für Demonstrationen gegen den Senat und gegen Rechts. Zu einer Demonstration gegen Gewalt gegen Mädchen und Frauen wurde bislang hier nicht aufgerufen. Dabei spricht vieles dafür, dass dies nicht der einzige Fall ist.

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