Netzwerk schlägt Hierarchie. Neue Führung mit Digital Leadership

Bank, Foto: Stefan Groß

Die digitale Transformation ist für jedes Unternehmen unerlässlich und sorgt für neue Herausforderungen auch im Management. In den Führungsetagen sind Umdenken und neue Fähigkeiten gefragt, traditionelle Strategien der autoritären und hierarchischen Führung von Mitarbeitern gehört der Vergangenheit an. Die beiden Autorinnen sind Kommunikationswissenschaftlerinnen und seit Jahren in der Managementberatung tätig. In diesem Buch stellen sie den Ansatz des Digital Leadership vor und welche Eigenschaften dafür notwendig sind.

Zahlreiche Unternehmen experimentieren mit flexiblen Arbeitszeiten, flexiblen und mobilen Arbeitsorten, Teamwork ohne persönliche Präsenz, etc. Neben der Arbeitsgestaltung werden zunehmend auch Führungs- und Strukturprinzipien von Organisationen überdacht. Beim Digital Leadership sollten digitale Tools genutzt werden, um die Vorteile der Digitalisierung auf allen Ebenen für das Unternehmen auszuschöpfen. Gefragt sind also sozial kompetente Führungskräfte, die eine Brücke zwischen Hierarchie und Netzwerkorganisation bauen. Dies führt zu einer Welle von Modellen der Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität, die alle einer Analyse hinsichtlich der Auswirkungen auf Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter unterzogen werden.

Was müssen also digitale Führungskräfte in der heutigen Zeit im Einzelnen mitbringen? Sie müssen insgesamt mehr Flexibilität zeigen, das heißt auf veränderte Situationen auch entsprechend reagieren können. Außerdem sollten sie eine geschulte Medienkompetenz besitzen und in der Lage sein, dieses Wissen seinen Mitarbeitern zu vermitteln. Eine digitale Führungskraft braucht ein gutes Gefühl für Teambuilding und pflegt eine positive Fehlerkultur. Damit einher geht ein Verständnis von Diversity: Im Unternehmen arbeiten verschiedene Generationen, Menschen mit unterschiedlichen Ideen und Hintergründen zusammen, die unterschiedliche Werte verkörpern und unterschiedliche Arbeitsweisen pflegen.

Neben diesen Erörterungen arbeiten die beiden Autorinnen viel mit praktischen Beispielen, um ein Gefühl zu geben, wie sich dies im Alltag umsetzen lässt. Dazu gehört eine Leadership-Roadmap, wo der Leser seine eigene individuelle Strategie festlegen kann, Interviews mit führenden Leuten aus dem gehobenen Management und konkreten Hilfestellungen bei kniffligen Situationen. Dieser praktische Anteil macht die Theorie lebendig und das Buch zu einer wirklichen Hilfestellung für Führungskräfte, wobei natürlich jede individuell einen eigenen Weg finden muss, um diese Informationen auf das jeweilige Unternehmen und dessen spezifische Eigenheiten zu übertragen.

Christiane Brandes-Visbeck/Ines Gensinger: Netzwerk schlägt Hierarchie. Neue Führung mit Digital Leadership, Redline Verlag, ISBN: 978-3-86881-682-2

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Michael Lausberg
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Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.