Randgruppenkrawall auf dem Marienplatz

Disability Pride Month

Bild von Alexa auf Pixabay.

Disability Pride Month: Der Randgruppenkrawall® protestiert am Samstag, den 18. Juli 2026 ab 15 Uhr LAUT gegen die geplanten Kürzungen der Regierung im sozialen Bereich und besteht auf Unterstützung und das Recht auf Selbstbestimmung.

Redner*innen: Europa-Abgeordnete Katrin Langensiepen, Daniela Maier, Mirko Bialas, Nancy Frind, Beate Jenkner, Brigitte Bührlen, Max Schwarz, Claudia Regemann, Jens Möllenhoff, Sabina Ahmed, Florian Schlund, Stefan Jagel, Chris Lily Kiermeier, Stefan Jagel, Bernd Endress, Brigitte Ziegler und natürlich die Veranstalterin Patricia Koller.

Von 15 bis 22 Uhr machen Menschen mit Behinderungen, Angehörige und Unterstützer*innen auf bestehende Probleme aufmerksam und fordern die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Die UN-Behindertenrechtskonvention ist ein völkerrechtlich bindender Vertrag, den Deutschland unterzeichnet, aber bisher kaum umgesetzt hat. Deutschland wird dafür völlig zu Recht immer wieder gerügt. 

Katastrophenschutz muss für alle funktionieren, d.h. auch für Menschen mit Behinderungen. Ob Hitzewellen, Hochwasser, Stromausfälle oder andere Krisen – Schutz- und Rettungskonzepte werden häufig entwickelt, ohne die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausreichend mitzudenken. Fehlende Evakuierungspläne, unzureichende Warnsysteme oder mangelnde Barrierefreiheit können im Ernstfall lebensgefährlich werden. Der Protest fordert deshalbeinen inklusiven Katastrophenschutz, der niemanden zurücklässt.

Auch ME/CFS- bzw. Long-Covid-Erkrankte sind mit am Start, die auf ihre Erkrankung und die fehlenden Hilfen aufmerksam machen. Hier muss dringend mehr geforscht werden. Nach Corona sind die Zahlen der Erkrankungen explodiert, so dass das Thema endlich mehr Aufmerksamkeit erhält.

Es werden zahlreiche Themen angesprochen. U.a. spricht Mirko Bialas für Psychiatrie-Erfahrene und Brigitte Bührlen für pflegende Angehörige.

Auch jenseits von Krisensituationen gehören Barrieren für viele Menschen mit Behinderungen weiterhin zum Alltag. Ob beim Zugang zu Mobilität, Wohnen, Ärzten, Assistenz, Aufzügen, Veranstaltungen oder gesellschaftlicher Teilhabe – Selbstbestimmung ist für viele noch immer keine Selbstverständlichkeit. Der Randgruppenkrawall macht diese Missstände deutlich und gibt den Menschen eine Bühne, die tagtäglich für ihre Rechte kämpfen.

Neben politischen Redebeiträgen setzt die Veranstaltung erneut auf Kultur und Begegnung. Für den musikalischen Rahmen sorgt wieder die Band Drumadama

Patricia Koller und Beate Jenkner stellen selbst geschriebene Lieder vor. Einige kennt man schon aus der gemeinsamen Randgruppenkrawall-Radiosendung bei Radio Lora. (Unter den Pseudonymen Patricia Alice Patali und DJane Beatrice bei allen bekannten Streamingdiensten zu finden.)

Außerdem präsentiert die Künstler*innengruppe EMOTIONDISE von Ella Don Arbeiten zu den Themen Identität, Begegnung und Selbstwahrnehmung. (Mehr dazu s.u.)

Der Randgruppenkrawall ist barrierefrei. Gebärden- und Schriftdolmetscher*innen begleiten die Veranstaltung. Behindertentoiletten stehen im Untergeschoß des Marienplatzes und im Innenhof des Rathauses zur Verfügung. Ansprechbare Assistenzkräfte sind vor Ort. 

Die Veranstaltung wird von der Landeshauptstadt München finanziell unterstützt. 🙂


18. Juli 2026
15:00–22:00 Uhr
Marienplatz München

EMOTIONDISE  lädt alle Besucherinnen und Besucher dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern selbst zu erleben. Die von ELLA DON gegründete interdisziplinäre Kunstbewegung verbindet Fotografie, Malerei, Musik und konzeptionelle Kunst und schafft Räume, in denen Vielfalt, Identität und Begegnung im Mittelpunkt stehen.

Gemeinsam mit den Künstlern Noah Baptiste Hammer (NBH), NYUA und Ariete Vi gestaltet sie ein kreatives Programm voller Inspiration, Austausch und neuer Perspektiven:

Wie siehst du dich selbst?
Noah Baptiste Hammer (NBH) lädt dazu ein, das eigene Selbstbild künstlerisch auf die Leinwand zu bringen und sich mit Identität und Emotion auseinanderzusetzen.

Was ist dein Krafttier?
Gemeinsam mit NYUA entstehen fantasievolle und persönliche Werke, die innere Stärken, Erinnerungen und Charakterzüge sichtbar machen.

Intuitives Zeichnen mit verbundenen Augen
Mit Ariete Vi geht es darum, Kontrolle loszulassen und der eigenen Intuition zu vertrauen. Ein außergewöhnlicher Workshop, der neue Formen der Wahrnehmung eröffnet.

Während des gesamten Tages begleitet ELLA DON das Geschehen fotografisch. Sie dokumentiert die besonderen Begegnungen des Tages und erstellt ausdrucksstarke Portraits der Besucherinnen und Besucher, die Teil dieses einzigartigen Projekts werden möchten.

Alle Workshops sind kostenlos und offen für Menschen jeden Alters und jeder Erfahrung. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – nur Neugier, Offenheit und die Lust, gemeinsam kreativ zu sein.

EMOTIONDISE steht für die Überzeugung, dass Kunst verbindet, Berührungsängste abbaut und Menschen unabhängig von Herkunft, Identität oder Einschränkungen auf Augenhöhe zusammenbringt.

Über Patricia Koller 23 Artikel
Die Autorin Patricia Koller recherchiert und schreibt zu sozialen Themen (wie z.B. Opfer von Gewaltverbrechen) und kämpft als Aktivistin für die Verbesserung der Rechte von Schwerbehinderten und psychisch Kranken. Sie ist ehrenamtliche Helferin für Schwerbehinderte und psychisch Kranke und Leiterin der Selbsthilfegruppe “Persönliches Budget für Schwerbehinderte – Behindertenrecht”.