Blauer Reiter neu gesehen: Iris Berben rückt die Künstlerinnen der Moderne ins Licht

Iris Berben wird Schirmherrin des Ausstellungsprojekts „Die Blauen Reiterinnen“

Der „Blaue Reiter“ wird neu erzählt: Erstmals stellt das internationale Ausstellungsprojekt „Die Blauen Reiterreiterinnen“ konsequent die Künstlerinnen des berühmten Avantgardekreises in den Mittelpunkt. Zwölf Pionierinnen der Moderne, darunter Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Else Lasker-Schüler, Sonia Delaunay-Terk und Natalja Gontscharowa, werden mit ihren Werken, Netzwerken und Lebenswegen sichtbar gemacht. Schauspielerin Iris Berben übernimmt die Schirmherrschaft für die drei deutschen Ausstellungsorte Wiesbaden, Bremen und München. Im Lenbachhaus München ist die Ausstellung vom 12. Oktober 2027 bis 23. April 2028 zu sehen. Weitere Informationen gibt es beim Lenbachhaus

Iris Berben wird Schirmherrin des Ausstellungsprojekts „Die Blauen Reiterinnen“

Ein kunsthistorisch bedeutendes Ausstellungsprojekt des Museums Wiesbaden, des Paula Modersohn-Becker-Museum, Bremen, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München und der Fondazione Marianne Werefkin, Ascona erzählt die Geschichte des „Blauen Reiter“ erstmals konsequent aus der Perspektive seiner Künstlerinnen. Zwölf bekannte und wiederentdeckte Pionierinnen der Moderne und ihr europaweites Netzwerk stehen im Mittelpunkt der internationalen Premiere „Die Blauen Reiterinnen“. Die Schauspielerin Iris Berben übernimmt die Schirmherrschaft für die drei deutschen Ausstellungsorte.

Iris Berben:
„Ich weiß sehr genau, was es bedeutet, sich als junge Künstlerin in einem männerdominierten Umfeld zu bewegen und sich dort durchzusetzen. Deshalb habe ich keinen Moment gezögert, die Schirmherrschaft für dieses Augen öffnende Ausstellungsprojekt zu übernehmen. Auch die Frauen des „Blauen Reiter“ haben Stärke zeigen müssen, um sich durchzusetzen und sind doch später trotz ihrer Leistungen in Vergessenheit geraten. Für mich ist es „großes Kino“, endlich sehen zu können, was sie gegen viele Widerstände geschaffen haben.“

„Der Blaue Reiter“ ist ein Kreis von unterschiedlichsten Persönlichkeiten, die im Bereich der Malerei, ästhetischen Theorie, Grafik, Literatur und Musik Visionäres geleistet haben. Mit seinen beiden in den Jahren 1911 und 1912 organisierten Ausstellungen und dem 1912 herausgegebenen Almanach stehen die Künstlerinnen und Künstler des „Blauen Reiter“ für eine Subjektivierung in der Kunst, die Befreiung der Farbe vom Gegenstand und die Idee einer Gleichwertigkeit von künstlerischen Ausdruckformen unterschiedlicher Epochen, Gattungen und Regionen. Damit ist „Der Blaue Reiter“ ein bedeutender Teil der internationalen Avantgardebewegungen vor dem Ersten Weltkrieg. Nahezu völlig unerforscht blieb bis heute, welchen großen Anteil die einzelnen Künstlerinnen im Umfeld des „Blauen Reiter“ an der Entwicklung der Moderne hatten, welche Strategien und Netzwerke sie nutzten. So formulierte Marianne von Werefkin beispielsweise den programmatischen Leitsatz: „Die Zukunft der Kunst ist die emotionale Kunst.“ Er verweist auf die geistige und künstlerische Mitgestaltung durch die weiblichen Künstlerinnen.
Ein besonderer Fokus des Ausstellungsprojekts liegt auf den Netzwerken der zwölf Künstlerinnen, die von Moskau über München bis nach Paris reichten. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen künstlerischen, sozialen und intellektuellen Verbindungen, über die Ideen und ästhetische Konzepte grenzüberschreitend zirkulierten. Diese Verflechtungen werden in einer digitalen Anwendung sichtbar gemacht, die Wege, Begegnungen und Lebensstationen interaktiv nachvollziehbar aufbereitet.

Biografische Schwerpunkte eröffnen den Blick auf die individuellen Lebensläufe der Künstlerinnen und kontextualisieren ihr Schaffen in den sozialen, künstlerischen und institutionellen Beziehungsgeflechten ihrer Zeit. Zugleich macht die Ausstellung deutlich, wie vielseitig, aufgeschlossen und visionär der „Blaue Reiter“ war. Seine besondere Progressivität lag in der grenzüberschreitenden Internationalität, in seiner Vielstimmigkeit und der damals möglichen inhaltlich gewollten Pluralität, die von den Künstlerinnen wesentlich mitgestaltet und geprägt wurde.

Die Ausstellungsstation im Museum Wiesbaden (23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027) bildet den Auftakt des Ausstellungsreigens. Die weiteren Stationen sind das Paula Modersohn-Becker-Museum in Bremen (13. März bis 29. August 2027) und die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (12. Oktober 2027 – 23. April 2028), bevor die Tournee im Sommer 2028 in Ascona beschlossen wird. Schirmherrin der Ausstellung ist Iris Berben.

Vita Iris Berben:
Iris Berben ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Seit den 1960er-Jahren steht sie vor der Kamera und hat mit zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begeistert. Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt sie viele renommierte Auszeichnungen. Darüber hinaus ist sie mit literarischen Lesungen und als Hörbuchsprecherin erfolgreich.
Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit engagiert sich Iris Berben seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie für Demokratie, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Als langjährige Präsidentin der Deutschen Filmakademie (2010-2019) setzte sie sich zudem mit großem Nachdruck für die Belange der Filmschaffenden und die Stärkung der Film- und Kulturlandschaft in Deutschland ein.

Bis heute erhebt sie auch immer ihre Stimme für die Freiheit der Kunst und die Bedeutung von Kultur für die Demokratie. Für ihr langjähriges gesellschaftliches und kulturpolitisches Engagement wurde sie ebenfalls mit zahlreichen Auszeichnungen und Preisen geehrt und zählt sie zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens.­

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Die Ausstellungsstationen

23.Oktober 2026 – 21. Februar 2027
Museum Wiesbaden, Hessisches Landesmuseum für Kunst und Kultur

13. März – 29. August 2027
Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen

12. Oktober 2027 – 24. April 2028
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München

ab Juni 2028
Museo Comunale Ascona

Förderer und Sponsoren

Das Ausstellungsprojekt „Die Blauen Reiterinnen“ wird gefördert von der Kulturstiftung der Länder.

Der begleitende Katalog erscheint im Hirmer Verlag in separaten deutschen, englischen und italienischen Ausgaben. Der Katalog wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung.

Die Ausstellung im Museum Wiesbaden wird unterstützt durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Freunde des Museums Wiesbaden e.V.
Medienpartner sind ARTE, hr2 Kultur, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Sensor

Die Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Museums wird gefördert durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung
und die Sparkasse Bremen.

Die Ausstellung Die „Blauen Reiterreiterinnen“ in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München findet im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 150. Geburtstages von Gabriele Münter statt. Zugleich richtet die UNESCO 2027 ein Gedenkjahr zu Ehren der Künstlerin Gabriele Münter aus.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Lenbachhauses und der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung.
Mit großzügiger Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V.
Medienpartner ist ARTE

Die Ausstellung in Ascona wird gefördert durch Swisslos.

 

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