Prinz Charles über das Verschwinden der orientalischen Christen

In einer Adventsrede 2013 verweist der britische Thronerbe auf die Gefahr, das Christentum könne nach 2000 Jahren in seinen Ursprungsländern aussterben. Schuld daran sei eine Welle organisierter Verfolgungen, die über den Nahen Osten hinweg rolle.
Der Prinz fordert Christen, Muslime und Juden dazu auf, sich dieser Verfolgung mit Entschlossenheit zu widersetzen, da die Auslöschung des Christentums in großen Teilen der Region, in der es entstand, ein schwerer Schlag für den Frieden im Nahen Osten wäre.
„Mir scheint, dass wir die Tatsache, dass Christen im Nahen Osten zunehmend zur Zielscheibe von Angriffen seitens militanter Islamisten werden, nicht mehr länger ignorieren dürfen.“

Englisches Original:
http://www.princeofwales.gov.uk/media/speeches/speech-the-prince-of-wales-advent-reception-christians-the-middle-east

Es lässt sich schwer zeigen, in welchen arabischen und islamischen Länder Christen nicht verfolgt werden. Lediglich in Israel, wo jeder 10. Araber, ein Christ ist, entsprechend 2% der Gesamtbevölkerung, kann man sicher davon ausgehen, dass Christen nicht verfolgt werden. Im Gegensatz zu allen Ländern des Nahen Ostens nimmt die Zahl der Christen in Israel absolut und prozentual zu.
Die christlichen Araber Israels sind besser als die muslimischen Araber in der israelischen Gesellschaft integriert. Viele leisten den Militärdienst für den Judenstaat. In keinem arabischen Land, in denen es orientalische Christen noch leben, gibt es eine jüdische Gemeinschaft. In ihrer Abneigung gegenüber dem Staat Israel unterscheiden sich die Christen der arabischen Ländern wenig von ihren muslimischen Nachbarn. Oft lassen sich christliche Würdenträger für Hetzte gegen Juden und Israel einspannen, aus eigener Überzeugung oder um der Obrigkeit zu gefallen.
Besonders auffällig ist die offen gegen Juden zur Schau gestellte Aversion palästinensischer Christen, die selber unter Verfolgung von Muslimen leiden. Sie rechnen damit, notfalls von Juden beschützt zu werden, auch wenn sie sie zuvor in westlichen Medien publikumswirksam verleumden. Sie wissen, dass jede Kritik gegen palästinensische Muslime harte Konsequenzen bis zum Tode nach sich zieht.
Dieses Dilemma nutzen abendländische Juden- und Israelhasser geschickt aus. Sowohl offizielle katholische, als auch evangelische Organisationen helfen die Angst der arabischen Christen propagandistisch auszubreiten. Sie stehen im starken Kontrast zu den christlichen Zionisten, die von den christlichen antizionistischen Organisationen ohne Rücksicht auf christliche Nächstenliebe bekämpft werden. Allen antizionistischen Organisationen, ob weltlich oder religiös, ist bewusst, dass ihre Kampagne gegen Israel den Christen im Nahen Osten nicht hilft, letztendlich schadet. Doch die Lösung der großen Probleme orientalischer Christen ist nicht die Absicht dieser christlichen Aktionen, weshalb sie bis zum letzten orientalischen Christen gegen Juden kämpfen werden.
Dies alles ist dem eventuellen britischen Thronfolger Prinz Charles bestens bekannt. Trotzdem ist seine Rede ein mutiger Schritt in Richtung Wahrheit, auch wenn die europäischen Medien mit Rücksicht auf die Gefühle ihrer Leser keine Notiz davon nehmen dürfen. Prinz Charles Kampf gegen die Auslöschung des orientalischen Christentums ist derart aufrichtig, dass er keine Bundesgenossen finden und weshalb er diesen Kampf verlieren wird.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.

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