Randgruppenkrawall auf dem Marienplatz München am 17. September

Am 17. September startet um 14 Uhr der Randgruppenkrawall – die nächste Protestveranstaltung auf dem Münchner Marienplatz.

Am 17. September startet um 14 Uhr der Randgruppenkrawall die nächste Protestveranstaltung auf dem Münchner Marienplatz.
“Die Welt schaut an diesem Tag wieder auf München und das Oktoberfest. Uns übersieht man häufig und deshalb werden wir erneut LAUT und SICHTBAR, um auf unsere Diskriminierung und die zahlreichen Probleme aufmerksam zu machen!” erzählt Patricia Koller, die Veranstalterin der Randgruppenkrawall Behindertenproteste und Vorsitzende des Behindertenverband Bayern e.V.
“Wir versammeln uns mit mehreren Aktivist*innen und Politiker*innen aus ganz Deutschland vor dem Münchner Rathaus, um Druck zu machen, damit die systemische Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen endlich abgeschafft werden muss.”
Der Randgruppenkrawall ist ein regelmäßig stattfindender Protest gegen Ausgrenzung, Bevormundung und Unterdrückung. Auch diesmal stellen sich wieder Politiker*innen hinter die Forderungen der Menschen mit Behinderungen und stehen gemeinsam mit diversen Initiativen und Aktivist*innen auf der Bühne. Es geht in den Reden u.a. um die Kämpfe um eine inklusiven Beschulung behinderter Kinder, um die schlimmer werdenden Zustände in der Pflege, um die Behinderung durch staatliche und rechtliche Strukturen, um niemals endenden Behördenzirkus, um alles, das ein selbstbestimmtes und barrierefreies Leben verhindert und eine Dauerbelastung darstellt.
Im Zusammenhang um die entstandene Diskussion um die Triage erinnert der Randgruppenkrawall auch immer wieder eindringlich an die dunkle deutsche Geschichte, in der Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen von den Nazis systematisch aussortiert und ermordet wurden, um nochmals deutlich zu machen, wie gefährlich Behindertenfeindlichkeit werden kann. So weit darf es nie wieder kommen!
“Wir fordern, dass man unsere Anliegen endlich ernst nimmt und aufhört, uns ewig zu vertrösten. Wir fordern die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die schließlich geltendes Recht ist, aber in Deutschland noch immer nicht umgesetzt wurde,” erklärt Koller den Grund für die erneute Aktion.
Unter den 20 angekündigten Redner*innen befinden sich bekannte Namen wie Christian Ude (SPD), Katrin Langensiepen (Grüne), Julika Sandt (FDP) uva.
Die Demonstration wird wieder von den Trommlerinnen der Band Drumadama von Janine Fontaine-Schmidt unterstützt.
Die Randgruppenkrawall-Aktionen sind grundsätzlich überparteilich und finden bei JEDEM Wetter statt.
Am Münchner Marienplatz sind Behindertentoiletten verfügbar. Es werden auch Gebärdensprachdolmetscher vor Ort sein, die die Reden auch für Gehörlose zugänglich machen.
Die Demo wird vom Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention der Landeshauptstadt München gefördert.
Buntes Logo mit der Aufschrift: München wird inklusiv Wappen mit dem Münchner Kindl und der Aufschrift Landeshauptstadt München Sozialreferat
(Die voraussichtliche Dauer der Demonstration sind ca. 5 Stunden.)
PS: Als wir die Demo angemeldet haben, galt das Oktoberfest noch als abgesagt. Die terminliche Überschneidung war für uns nicht vorhersehbar. Wir hoffen, dass wir trotzdem Ihre Aufmerksamkeit bekommen.
Über Patricia Koller 19 Artikel
Die Autorin Patricia Koller recherchiert und schreibt zu sozialen Themen (wie z.B. Opfer von Gewaltverbrechen) und kämpft als Aktivistin für die Verbesserung der Rechte von Schwerbehinderten und psychisch Kranken. Sie ist ehrenamtliche Helferin für Schwerbehinderte und psychisch Kranke und Leiterin der Selbsthilfegruppe “Persönliches Budget für Schwerbehinderte – Behindertenrecht”.