Tipps zur Verbesserung des Gehörschutzes bei Fabrikarbeitern

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Wir sind uns alle einig, dass die Sicherheit am Arbeitsplatz von größter Bedeutung ist. Das Problem ist, dass es so viele Aspekte gibt, die in die Sicherheit von Arbeitern einfließen sollten, dass einige davon oft übersehen werden. So vergisst man zum Beispiel leicht den Gehörschutz am Arbeitsplatz. Dabei sollten Arbeitgeber immer auch an das Gehör ihrer Mitarbeiter denken.

Arbeitsplätze in Fertigungsunternehmen sind selten ruhige Orte. Doch nicht jeder kann zuhause arbeiten und seinen Arbeitstag im Homeoffice selbst gestalten.  Aber laute Umgebungen können langfristige Folgen für die Gehörgesundheit haben. In manchen Fällen ist es sogar so, als würde man täglich acht Stunden bei einem Heavy-Metal-Konzert verbringen. Glücklicherweise gibt es mehrere Maßnahmen, die Arbeitgeber unternehmen können, um den Gehörschutz ihrer Arbeitnehmer zu verbessern.

Wie das Ohr durch Lärm geschädigt wird 

Der durchschnittliche Mensch wird mit etwa 16.000 Haarzellen in seinem Innenohr geboren. Diese Zellen ermöglichen es dem Gehirn, Geräusche zu erkennen. Wenn Sie einen Hörverlust bemerken, sind bereits viele Haarzellen beschädigt oder zerstört, was auf einen dauerhaften Hörverlust hinweist. Menschliche Haarzellen wachsen nicht nach. Der Grund, warum Gehörschutz so wichtig ist.

Doch ab wann ist Schall eigentlich schädlich?

Zunächst einmal muss man sagen, dass Lärmempfinden subjektiv ist. Was für den einen noch völlig okay ist, kann für den anderen schon viel zu laut sein.

An folgenden Punkten kann man sich jedoch orientieren.

Schall ist schädlich, wenn:

  • Sie gegen Hintergrundgeräusche anschreien müssen, um gehört zu werden
  • Der Lärm in den Ohren schmerzt
  • Der Lärm lässt Ihre Ohren klingeln lässt
  • Sie mehrere Stunden nach der Exposition ein vermindertes oder „gedämpftes“ Gehör haben

Je mehr Dezibel, desto mehr Schaden kann ein Geräusch anrichten. Hier sehen Sie eine Tabelle mit Alltagsgeräuschen und den dazugehörigen Dezibelangaben.

60 dB Normale Unterhaltungen, Geschirrspülmaschine
80 dB Wecker
90 dB Föhn, Rasenmäher
100 dB MP3-Player auf höchster Lautstärke
110 dB Konzerte, Autorennen, Sport-Events
120 dB Flugzeuge beim Start
130 dB Krankenwagen, Feuersirenen
140 dB Gewehrschüsse, Feuerwerk

 

Was sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm in der Produktion?

Laut Experten verursacht lauter Lärm nicht nur dauerhaften Hörverlust, sondern ist auch ein Gesundheitsrisiko für den gesamten Körper. Er erhöht den Blutdruck, verändert die Blutchemie und verringert die Produktivität.

Lärm versetzt den Körper in eine Art Kampf- oder Fluchtmodus, der die Hormone durcheinander bringen kann. Studien haben gezeigt, dass sich Menschen in einem lärmintensiven Arbeitsumfeld nicht so sozial verhalten und sich aufgrund des scheinbar endlosen Lärms auch nicht so oft gegenseitig unterstützen.

Hörverlust durch Lärm ist ein schleichender Prozess, der sich aber nicht mehr rückgängig machen lässt.

Ein Bewusstsein für die Risiken hoher Lärmbelastung schaffen

Der erste Schritt zum richtigen Gehörschutz am Arbeitsplatz besteht darin, die Arbeitnehmer über die Risiken zu informieren und ihnen zu zeigen, wie sie diese minimieren können. Hörverlust ist normalerweise nichts, mit dem sich Arbeiter in der Fertigung oder im Baugewerbe stark beschäftigen. Dies liegt vor allem daran, dass es sich eher um ein langfristiges Problem als um ein unmittelbares Sicherheitsproblem handelt. Und dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen.

Unternehmen sollten den Arbeitnehmern klar machen, dass Hörverlust eines der häufigsten arbeitsbedingten Gesundheitsprobleme ist. Sie sollten deutlich machen, dass sie Gefahr laufen, einen Hörverlust zu erleiden, wenn sie in einer lauten Umgebung arbeiten.

Arbeitnehmer mit Gehörschutz ausstatten

Das Beste, was ein Unternehmen für seine Mitarbeiter in Bezug auf Ohrengesundheit tun kann, ist ihnen einen angemessenen Gehörschutz zur Verfügung zu stellen. Es gibt mehrere Faktoren, die dabei helfen, die richtige Art von Gehörschutz zu bestimmen, die ein Mitarbeiter benötigt. Hier ist so vorzugehen, wie bei der Entscheidung für die weitere Sicherheitsausrüstung. Die einen mögen Ohrenstöpsel, die anderen Kapselohrenschützer oder etwas anderes. Um eine Lösung zu finden, die für die Arbeit geeignet ist und mit der sich die Arbeitnehmer wohlfühlen, ist eine genaue Absprache nötig.

Der nächste Schritt besteht darin, sicherzustellen, dass Mitarbeiter in der Verwendung des Gehörschutzes richtig geschult sind. Sie sollten auch dazu ermutigt werden, ihn bei Bedarf zu tragen. Auch hier sollten Ohrstöpsel und ähnliche Gegenstände wie jeder andere Bestandteil der Sicherheitsausrüstung behandelt werden. Manager und Vorgesetzte sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie am Arbeitsplatz immer einen Gehörschutz tragen. Auch Überprüfungen der Mitarbeiter auf das Tragen des Gehörschutzes hin sind angebracht.

Regelmäßige Check-ups etablieren

Wenn Unternehmen wissen, dass Mitarbeiter jeden Tag an einem lauten Arbeitsplatz verbringen, ist es ihre Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Gehör der Mitarbeiter regelmäßig überprüft wird. In einigen Fällen verlangen Gewerkschaften von Arbeitnehmern, dass sie sich jedes Jahr mehreren Hörtests unterziehen. Auch wenn dies nicht erforderlich ist, ist es ein sicherer Ansatz. Ärzte in Hörkliniken können feststellen, ob das Hörvermögen früher als erwartet nachlässt. Sie können auch Ratschläge zum richtigen Gehörschutz oder zu anderen Methoden zur Vorbeugung von Hörverlust geben. Zum Beispiel können sowohl Rauchen als auch zu hoher Blutzucker ebenfalls zu Hörproblemen beitragen.

Über Sicherheitslösungen informieren lassen

Wie bereits erwähnt, steht der Gehörschutz normalerweise nicht ganz oben auf der Liste der Sicherheitsbedenken für Fertigungs- und Bauunternehmen. Er ist jedoch ein wichtiger Bestandteil der Bereitstellung einer sicheren Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter. Eine der besten Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass solche Dinge nicht übersehen werden, ist eine EHS-Software, die alles im Zusammenhang mit Gesundheit und Sicherheit verwalten kann. Da alles von Arbeitsbeobachtungen über Sicherheitsinspektionen bis hin zu Schulungen an einem Ort organisiert ist, ist das Unternehmen in Sachen Sicherheit immer auf dem neuesten Stand.

Verwendung von Instrumenten zur Lärmmessung

Um den Lärmpegel zu messen, dem ein Arbeitnehmer tagsüber ausgesetzt ist, können verschiedene Instrumente verwendet werden. Schallpegelmesser können eine allgemeine Bereichsanzeige oder eine direkte Anzeige des Geräuschpegels zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern, z. B. wenn ein Arbeiter ein Teil schleift.

Ein persönliches Lärmdosimeter kann den gesamten Lärm aufzeichnen, dem eine Person während des Arbeitstages ausgesetzt ist, und gibt einen zeitgewichteten Durchschnitt der Gesamtexposition dieser Person an.

Sobald dabei festgestellt wird, dass ein Arbeiter einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt ist und einen Gehörschutz benötigt, muss Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden, die über das richtige Maß an Lärmdämmung verfügt.

Es gibt viele Arten von Ohrstöpseln mit unterschiedlichen NRR-Stufen, aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Designs. So können auch persönliche Vorlieben bei der Wahl mit einfließen. Die Auswahl des richtigen Gehörschutzes beinhaltet eine Berechnung, wie stark ein bestimmter Ohrenstöpsel oder Kapselgehörschützer den Lärm, dem ein Arbeitnehmer ausgesetzt ist, reduziert.

Sobald die richtige NRR für einen Mitarbeiter berechnet wurde, empfehlen Hörgeräteakustiker die Durchführung eines „Fit-Tests“, um die beste Schutzausrüstung für den Einzelnen zu ermitteln. Außerdem muss der- oder diejenige unterwiesen werden, wie der gewählte Gehörschutz ordnungsgemäß getragen wird.

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