Was zeichnet einen Star aus? Wer ist ein Genie und wer wird als Idol verehrt? Diese herausragenden Persönlichkeiten verbinden besondere Talente, Schöpfungskraft, außergewöhnliche Ideen und deren konkrete und mutige Umsetzung. Wenn Prometheus das Feuer brachte, dann ist dies Teil eines Bildungskanons.
So erleben wir Schiller und Goethe, Shakespeare, Napoleon, Humboldt und Dürer in der Ausstellung beispielhaft als Genies, aber auch einige Dutzend andere Drahtzieher aus den Bereichen Kunst und Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft.
Was die PR- und Marketingstrategien betrifft, sind diese Menschen – historisch gesehen bis heute – Markenzeichen. Ihre Fans pilgern zu den verehrten Helden und Heldinnen, sammeln Fanartikel und bilden eine „olympische“ Einheit. Wir sehen diese Figuren lebendig und dynamisiert, eine Auswahl ihrer Werke, und reihen uns als Ausstellungsbesucherinnen und Ausstellungsbesucher ein in das Team der Bewundernden.
Was jedoch auffällt: Wo sind die größten Naturforscher aus der fränkischen Region? Carl Friedrich Philipp von Martius (1794–1868) und Johann Baptist von Spix (1781–1826) und deren Expedition nach Brasilien (1817–1820), in Kooperation mit den Österreichern, sind zumindest eine europäische und globale Vernetzung wert.
Und wo ist der fulminante Hermann Levi (1839–1900), Dirigent und Kulturmanager, Drehscheibe des Lebens in ganz Europa, an der Seite von Richard Wagner sein Alter Ego? Hier scheint die PR noch nicht zu zünden.
Das spannende Themenspektrum ließe sich auch visuell erweitern, mit Filmen, Diskussionsrunden, Streamingdiensten, mehrsprachigen Angeboten und weiteren digitalen Formaten.
Positiv herauszustellen ist das große Engagement und die vielfältige Präsentation des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, das sich dem Zeitgeist phänomenal öffnet.
Wenn nun ein Weltstar wie Taylor Swift dem Generaldirektor Daniel Hess, seiner PR-Verantwortlichen Sonja Missfeldt und der Kuratorin Karin Rhein einen Song widmen würde, dann wären die gestrigen Stars, Idole und Genies im Bayernhimmel lebendiger denn je.
Verehrung im 19. Jahrhundert erreicht hier eine innovative Dimension und lässt nicht nur Prometheus auferstehen. Wissenstransfer ist unsere interdisziplinäre Herausforderung: mit Leistungen, wie sie erst heute so möglich sind und wie sie das Germanische Nationalmuseum a priori meisterhaft klassifiziert.




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