Robin Lane Fox: Alexander der Große. Eroberer der Welt, Klett Cotta, Stuttgart 2026, ISBN: 978-3-608-98915-1, 25 EURO (D)
Alexander der Große war als brillanter Feldherr und Eroberer bekannt, der ein riesiges Reich schuf, das von Griechenland bis nach Indien reichte, sowie als Begründer der hellenistischen Epoche, in der griechische und orientalische Kultur verschmolzen, was die Welt für über 300 Jahre prägte, und als Gründer zahlreicher Städte, darunter das berühmte Alexandria in Ägypten.
Alexander der Große fasziniert Menschen bis heute. Dieses Buch ist mehr als eine Biographie: Es zeigt ebenso den genialsten Feldherrn der Weltgeschichte wie den kultivierten Homer-begeisterten Mann, der die Grundlagen des Hellenismus schuf. Zugleich lässt Robin Lane Fox’ unübertroffene sprachliche Meisterschaft die ganze Farbenpracht einer Weltepoche lebendig werden.
Dieses Buch ist eine der umfangreichsten Biografien über Alexander dem Großen und seine Zeit. Der Oxforder Althistoriker Robin Lane Fox hat neben vielen Hintergrundinformationen das Vermögen, Stück für Stück ein fesselndes Gesamtbild der Person Alexanders und der Epoche zu entwerfen.
Leicht ist das Buch nicht zu lesen. Es ist eben eine wissenschaftliche Darstellung, die etwas Vorwissen und Mühe voraussetzt. Von daher empfiehlt es sich, das Buch in mehreren Etappen zu lesen.
Der Autor vermittelt den Leser*innen hervorragend, wie einschüchternd Alexanders Hindernisse manchmal waren, besonders in Geografie und Klima: Alexander glaubte nie an Unmöglichkeiten. Aber es ist keine Hagiografie, es werden auch Alexanders schlechte Eigenschaften und Rücksichtslosigkeit beschrieben.
Bei der Strategie und den Schlachtenbeschreibungen wird allerdings viel zu detailliert darauf eingegangen, dies ist wohl eher etwas für eingefleischte Militärhistoriker*innen.
Es gelingt Fox insgesamt hervorragend, die Anekdoten und Interpretationen von Alexanders Leben zu einer so epischen, lesbaren Erzählung zu verweben. Der Autor ist sehr gut darin, alle verschiedenen Nuancen, Inkonsistenzen und Unwahrscheinlichkeiten der verschiedenen antiken Quellen zu erkennen, von denen leider für Historiker nur wenige originale oder wirklich zuverlässige existieren.
