Im festlichen Ambiente des Münchner Künstlerhauses wurde gestern Abend im Rahmen des Filmfest München zum 14. Mal der Fritz-Gerlich-Preis verliehen. Rund 300 Gäste aus Film, Kultur, Medien und Gesellschaft kamen zusammen, um einen Preis zu feiern, der für Zivilcourage, Menschenwürde und den entschlossenen Einsatz gegen Unterdrückung und Machtmissbrauch steht.
Begrüßt wurden die Gäste von Martin Choroba (Geschäftsführer Tellux Film und CEO Tellux Holding), Philipp Schall (Geschäftsführer Tellux Film), Moderatorin Nina Sonnenberg sowie Laudator Jason Giuranna. Die feierliche Preisverleihung übernahm erneut Kardinal Reinhard Marx. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr „LOST LAND“ von Regisseur Akio Fujimoto. Der bewegende Film erzählt die Geschichte zweier Rohingya-Geschwister auf der Flucht und überzeugte die Jury mit seiner sensiblen Inszenierung, seiner emotionalen Kraft und seiner universellen Botschaft von Hoffnung, Menschlichkeit und Würde. Da der Regisseur nicht persönlich anwesend sein konnte, richtete er sich per Videobotschaft an das Publikum. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis nahm der deutsche Koproduzent Christian Jilka von Kardinal Reinhard Marx entgegen.
Für den musikalischen Rahmen sorgten Cori V und Gitarrist Anton Apelt, während die Laudatio von Dr. Sandra Krump eindrucksvoll die Bedeutung des Preises und des diesjährigen Gewinnerfilms unterstrich.
Neben dem „Fritz Gerlich Preis“ wurde gestern auch zum vierten Mal der „Propellerpreis“ verliehen. Dieser bietet Studierenden der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) die Gelegenheit, ihre Konzepte vorzustellen. Das Thema in diesem Jahr lautete: „WIE KANNST DU DIE WELT MIT JEDEM FILM EIN BISSCHEN BESSER MACHEN?“ „HOW TO LOVE AN EEL“ von Jona von Büren gewann den 1. Patz des Propellerpreises.
Nach dem offiziellen Teil ging der Abend in einen entspannten sommerlichen Empfang über. Bei stilvoll servierten Drinks von Campari nutzten Gäste, Filmschaffende und Branchenvertreter die Gelegenheit zum Austausch und feierten in lockerer Atmosphäre bis in den Abend hinein. Zwischen Gesprächen über die ausgezeichneten Filme, Begegnungen mit bekannten Gesichtern der Filmbranche und der besonderen Kulisse des Künstlerhauses entstand eine ebenso inspirierende wie herzliche Stimmung – ein gelungener Ausklang eines Abends, der gesellschaftliche Relevanz und filmische Exzellenz auf besondere Weise miteinander verband.
Der Fritz-Gerlich-Preis wird seit 2012 im Rahmen des Filmfest München verliehen und erinnert an den Publizisten Fritz Gerlich, der bereits früh gegen die nationalsozialistische Ideologie Stellung bezog und 1934 im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde. Der von der TELLUX-Gruppe gestiftete Preis zeichnet Filme aus, die sich mutig mit gesellschaftlichen Missständen, Intoleranz und Machtmissbrauch auseinandersetzen und damit den Geist Fritz Gerlichs in die Gegenwart tragen.
