Die Reallöhne sinken wie nie zuvor

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Die Reallöhne sinken wie nie zuvor. Ist das der „Respekt für Dich“, den SPD-Kanzler Scholz noch im Wahlkampf forderte? Nach einer Berechnung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung WSI müssen die Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2022 einen Reallohnverlust von 4,7 Prozent hinnehmen – „ein in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bislang einzigartiger Reallohnverlust“, so das WSI.

Und diese Zahlen betreffen allein jene Jobs, in denen Tarifverträge gelten. In vielen Berufen ohne Tarifbindung dürfte der reale Einkommensverlust noch viel dramatischer ausfallen. Mehr als ein halber Monatslohn pro Jahr wurde damit jenen aus der Tasche gezogen, die mit ihrer Arbeit den Wohlstand in unserem Land erarbeiten. Mit fast 55 Mrd. Euro zahlen die deutschen Dax-Konzerne hingegen ihren Aktionären so viel Dividenden aus wie noch nie zuvor.

Ich finde: Es ist sozialpolitisch ein absoluter Skandal, dass die Politik zusieht, wie sich einige wenige die Taschen vollschlagen, während weite Teile der Gesellschaft um ihr bisschen Wohlstand gebracht und Beschäftigte um jeden zwanzigsten Stundenlohn geprellt werden. Und noch schlimmer: Die Bundesregierung trägt durch ihren sinnlosen Wirtschaftskrieg sogar maßgeblich dafür Verantwortung, dass alles immer teurer wird. Ich finde: Die Bürger hätten nach 16 Jahren CDU-Kanzlerschaft ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit verdient statt Reallohnverluste wie noch nie! Schluss mit der Umverteilung von unten in die Taschen der Aktionäre. Die Löhne müssen rauf!

Über Sahra Wagenknecht 58 Artikel
Sahra Wagenknecht, geboren in Jena, ist eine deutsche Volkswirtin, Publizistin und Politikerin (PDS, Die Linke).