Eine Jesidin flieht aus Deutschland

Deutschlandfahne, Foto: Stefan Groß

Aschwak Hadschi Hamid Talo ist Jesidin, der die Flucht aus Nordirak geglückt ist. Sie wird 2014 von Terroristen des Islamischer Staat IS verschleppt und auf einem Sklavenmarkt einem IS-Kämpfer für 100$ verkauft. Der gottesfürchtige Mann schlägt und missbraucht sie monatelang islamkonform, bevor sie fliehen kann. Sie flüchtet nach Deutschland und landet in Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg.

Dort begegnet sie vor Kurzem nicht zufällig ihrem frommen Peiniger, der unter falschem Namen in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat und seitdem Sozialhilfe empfängt. Als er sie zum ersten Mal anspricht, läuft sie davon. Beim zweiten „zufälligen“ Treffen auf der Straße sagt ihr der Wellcome-Refugee und Bevorzugte der deutschen Justiz, dass er genau wisse, wer sie ist, und dass er über alle ihre Schritte in Deutschland informiert sei.

Verängstigt wendet sich Aschwak an die Polizei. Erwartungsgemäß gelingt es den deutschen Behörden nicht, den IS-Terroristen unter seinem richtigen Namen zu finden, weshalb die Suche abgebrochen wird. Selbst die regionale Presse mischt sich ein – ebenfalls erfolglos.

Aschwak beschließt, in das vom IS befreiten Nordirak zurück zu kehren. Dank dieses Umstandes werden die lästigen Ermittlungen des Landeskriminalamtes in Baden-Württemberg beendet. Auch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe beklagt sich über das Verschwinden der Jesidin. Man kann sie gerichtlich nicht zurückholen, da sie keine Terroristin ist.

Mittels professioneller Recherchen des Südwestrundfunks SWR werden die Darstellung der 19-jährigen Jesidin bestätigt. Der Zentralrat der Jesiden teilt zudem mit, dass weitere Jesidische Mädchen den mutmaßlichen IS-Kämpfer eindeutig wiedererkannt haben. Diese Mädchen sind nicht bereit, ihre Identität preiszugeben, da sie befürchteten, dass ihre Daten in die Hände islamischer Terroristen gelangen. Schließlich habe Aschwaks frommer Peiniger  genau gewusst, wo er sein Opfer finden würde.

Aschwak ist im kurdisch kontrollierten Nordirak nun in Sicherheit. Sie wird nicht mehr nach Deutschland zurückkommen, sondern im von Terroristen befreiten Nordirak bleiben. Viele besiegte Terroristen sind nach Deutschland gezogen. Deshalb ist Deutschland für Aschwak gefährlich. Niemand ist dort gewillt, ihre Sicherheit zu garantieren. Sie hofft, dass viele Jesiden ihrem Beispiel folgen und im Irak ihre zerstörte Heimat aufbauen.

Aschwak hat Recht. Der deutsche Staat ist nicht einmal fähig, die Sicherheit seiner ursprünglicher Bürger vor islamisch-terroristischen Einzelfällen zu garantieren. Umgekehrt: Islamische Terroristen werden gerichtlich aufgefordert, nach Deutschland zu kommen, um „Behandlungsfehler“ deutscher Behörden zu korrigieren. Da der Schutz der Bürger nicht möglich ist, brauchen Deutschlands Grenzen nicht kontrolliert zu werden. Der Schutz asylberechtigter IS-Verfolgter ist nachrangig. Der Anstand verlangt, dass Flüchtlinge, die sich in Deutschland aufhalten, darauf aufmerksam gemacht werden: nicht um sie zum Verlassen Deutschlands zu bewegen, sondern um ihr Leben zu schützen.

 

 

Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.