Erinnerungszeichen für Hans Beimler

Stadtrat Stefan Jagel, in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München, Franz Schröther, Geschichtswerkstatt Neuhausen, Initiator des Erinnerungszeichens. Foto: T. Hauzenberger

Presseinformation – Zu seinem 85. Todestag hat die Landeshauptstadt München gestern, am 1. Dezember 2021, ein Erinnerungszeichen für Hans Beimler in der Döllingerstraße 30 angebracht – aufgrund der aktuellen Situation in aller Stille.

Hans Beimler kam am 2. Juli 1895 in München zur Welt. Der gelernte Schlosser trat früh in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein, beteiligte sich an der Novemberrevolution 1918 und kämpfte 1919 für die Räterepublik in München. In den 1920er Jahren stieg er zu einem der führenden KPD-Politiker in Bayern auf. 1932 wurde Hans Beimler in den Bayerischen Landtag und den Reichstag gewählt. Am 11. April 1933 verhaftete ihn die SA und verschleppte ihn in das Konzentrationslager Dachau. Dort misshandelte die SS den bekannten Kommunisten schwer. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1933 gelang Hans Beimler die Flucht. In seinem Moskauer Exil schrieb er die Broschüre „Im Mörderlager Dachau“. 1936 schloss er sich dem Kampf der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg gegen Diktator Francisco Franco an. Am 1. Dezember 1936 wurde er bei Madrid erschossen.

Auf Grund der aktuellen Pandemielage musste die für Hans Beimler geplante Gedenkveranstaltung abgesagt werden, sie wird voraussichtlich im Frühsommer 2022 nachgeholt. Das Erinnerungszeichen wurde in aller Stille angebracht durch Stadtrat Stefan Jagel in Vertretung von Oberbürgermeister Dieter Reiter sowie von Franz Schröther von der Geschichtswerkstatt Neuhausen e.V., die das Erinnerungszeichen initiiert hat.

Zu den Erinnerungszeichen:

Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie in zwei Ausführungen – als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild. Durch die gelochte Oberfläche können die Informationen auch ertastet werden.