„FAUST REVISITED“ IM KUNSTSALON 2018

„Faust revisited“ nennt Devaney Claro sein vierteiliges Gemälde, das zwischen 8. November und 02.Dezember im MUSEUM ÄGYPTISCHER KUNST gezeigt wird. Mit diesem Titel knüpft der brasilianische, seit Jahren in München ansässige Künstler an das Faust-Festival an, das München in der ersten Hälfte dieses Jahres mit einer Myriade von Veranstaltungen in Atem gehalten hat. Die berühmte „Gretchen Frage“ in Goethes Faust I. dient ihm als Ausgangspunkt für eine allgemeine Betrachtung über die Kunst, die die Stelle der Religion in seinen Überlegungen einnimmt. Beantwortet wird die Frage in seinem abstrakten Oeuvre jeweils von Mephisto „Kunst ist am Ende – was sie ist, sie lügt nicht“; vom Geist der Erde:„Kunst gleicht dem Geist, den du begreifst“ und schließlich von Faust selbst, der seinen Glauben an die Unabhängigkeit künstlerischen Schaffens bekundet: „Kunst ist unendlich und grenzenlos frei“. Devaneys Werk zeigt sich als Projektion an der Schwelle zwischen Illusion und Realität, zwischen „Fiktion und Fakten“, wie der Untertitel des KUNSTSALONS 2018 verheißt, der ursprünglich im „Haus der Kunst“ präsentiert wurde. Ein Titel ganz in Anlehnung an den Werbe-Slogan des TV-Magazins „Fakten, Fakten, Fakten“, was der Ausstellung eine besondere Valenz in der bewegten politischen Konstellation unserer Tage vermittelt. Fiktion und Fakten sollen sich in der Schau gegenüber stehen und die 64 durch ein Auswahlverfahren geladenen, zu 1/3 internationalen Kunstschaffende keineswegs daran hindern, neue Visionen und neue Utopien ins Leben zu rufen.

KUNSTSALON 2018

FIKTION UND FAKTEN

Ausstellung der Freien Münchner und Deutschen Künstlerschaft e.V.

Ägyptisches Museum – Kunstareal München

Gabelsbergerstr. 35

Öffnungszeiten: Di 10-20 Uhr; Mi-So 10-18 Uhr

Anna Zanco-Prestel
Über Anna Zanco-Prestel 176 Artikel
Dr. Anna Zanco-Prestel, hat Literaturwissenschaften (Deutsch, Französisch und Italienisch) und Kunstgeschichte in Venedig, Heidelberg und München studiert. Publizistin und Herausgeberin mit Schwerpunkt Exilforschung. U.d. Publikationen: Erika Mann, Briefe und Antworten 1922 – 69 (Ellermann/DTV/Mondadori). Seit 1990 auch als Kulturkoordinatorin tätig und ab 2000 Vorsitzende des von ihr in München gegründeten Kulturvereins Pro Arte e.V.