Gerd Aulinger/Mike Rother: Kata-Managementkultur. So macht ihr Unternehmen Unmögliches möglich

500 Euro Geldscheine, Foto: Stefan Groß

Anhand des erfolgreichen Managementsystems von Toyota, das dazu geführt hat, dass sich die Marke schon seit Jahrzehnten als einer der Weltmarktführer hält, stellen Gerd Aulinger und Mike Rother die Denk- und Verhaltensmuster (Kata) in einem größeren Zusammenhang vor. Gerd Aulinger ist Management-Coach, Mike Rother schrieb das erfolgreiche Buch „Die Kata des Weltmarktführers“. Sie übertragen nun die grundlegenden Kata auf Managementstrukturen allgemein und erläutern in diesem Buch, wie Führungskräfte und Manager ihr Unternehmen zusammen mit den Mitarbeitern durch eine neue kundenorientierte Denk- und Handlungsweise voranbringen können.

Das Wort Kata kommt aus dem Japanischen und bedeutet sowohl eine Handlungsweise, um etwas zu tun, als auch eine strukturierte Übungsroutine. Der Begriff stammt ursprünglich aus der japanischen Kampfkunst, wo die Kämpfer in grundlegenden Bewegungsabläufen trainiert wurden. Diese Idee wird nun breiter angewendet: „In diesem Buch geht es um die Übungsroutinen der Verbesserungs-Kata und der Coaching-Kata, die dazu dienen, Menschen in einem praxisorientierten, universellen Muster wissenschaftlichen Denkens zu trainieren. (…) Wenn Sie durch Übung das ‚Warum‘ hinter einer Kata verstanden haben, können Sie beginnen, davon abzuweichen, indem Sie ihre eigene Version oder ihren eigenen Stil entwickeln –solange die Kernprinzipien davon unberührt bleiben.“ (S. 23) Es geht sich also nicht um eine bloße Kopie von Denk- und Verhaltensweise, die woanders schon erfolgreich waren, sondern um die Entwicklung von Automatismen, die dann nach einiger Zeit auf die individuelle Situation des Unternehmens angewandt werden kann. Dafür ist jedoch eine ständige Übung erforderlich.

Im weiteren Verlauf des Buches wird dieses Prinzip auch durch Schaubilder näher erklärt. Im ersten Kapitel geht es darum, den aktuellen Ist-Zustand zu beschreiben und das nächste Ziel zu definieren. Dann geht es um die praktische Umsetzung mittels eines Coaches, der durch Gespräche diesen Lernprozess für die kontinuierliche Entwicklung von Verbesserungs-Kata-Fähigkeiten in der Organisation fördert. Im dritten Kapitel wird erklärt, wie entlang den Hierarchieebenen ein routinemäßiger vertikaler Austausch stattfindet und wie dieser in der Regel aussehen soll. Anschließend geht es darum, dasselbe Coaching-Kata-Muster für eine verbesserte Teamkommunikation und –koordination anzuwenden. Im Fazit werden noch einmal die wichtigsten Schritte der Verbesserungs-Kata und Coaching-Kata zusammengefasst und wie man diese in der eigenen Organisation schrittweise umsetzen kann: „Darauf aufbauend können Sie anschließend über die strikte Ausführung der Starter-Kata hinausgehen, um ihren eigenen Stil zu entwickeln, der zu ihrer Organisation passt – wobei Ihnen die grundlegenden Prinzipien und Muster der Kata durch die vorausgegangene Übung erhalten bleiben.“ (S. 163) Im Anhang finden sich noch Vordrucke wichtiger Übungsblätter, wie die Fünf Fragen des Kata oder ein Coaching-Formular. Außerdem gibt es noch ein Stichwortregister.

Es stellt sich die Frage, ob diese japanische Denk- und Verhaltensstruktur zur festgefahrenen Organisationskultur in Unternehmen, die in der BRD ihren Standort haben, übertragen werden können. Dazu gehören etwas Mut und die Offenheit für Neues. Wie diese Prinzipien angewendet werden können, erklärt das Buch in einer verständlichen Sprache und vor allem wegen der Schaubilder in informativer und eindeutigen Weise.

Gerd Aulinger/Mike Rother: Kata-Managementkultur. So macht ihr Unternehmen Unmögliches möglich. Aus dem Englischen von Jordan T.A. Wegberg. Illustration von Libby Wagner, Campus Verlag, Frankfurt/New York 2017, ISBN: 978-3-593-50709-5, 42 Euro (D)

 

Michael Lausberg
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Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.