Luther, das deutsche Schicksal

Kerze, Foto: Stefan Groß

Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen.

Am 9. November 1918 endet das Deutsche Kaisertum nach mehr als 1.000-jähriger Knechtschaft.

Am 9. November 1938 werden Synagogen, jüdische Geschäfte und jüdische Wohnhäuser in Brand gesteckt. Juden werden verhaftet und ermordet, Jüdische Friedhöfe werden geschändet.

Am 9. November 1989 fällt die Mauer in Berlin.

Der Drehpunkt des deutschen Schicksals ist der 9. November 1938. Er wird Kristallnacht genannt, weil die Scherben der zerborstenen Fenster im Feuer schön wie Kristalle funkeln. Heute gedenken anständige Deutsche der Ermordung der jüdischen Mitbürger mit Hilfe matt funkelnder Stolpersteinen, die wage an die Kristallnacht erinnern. Die echte Kristallnacht reicht bis lange nach Mitternacht in den 10. November 1938 hinein, dem 455. Geburtstag Martin Luthers, dem großen Deutschen, der das erhabene Ereignis der Kristallnacht gefordert hat.

Wenige Monate nach der demokratischen Machtergreifung verbrennen die Nationalsozialisten öffentlich Bücher, die ihnen nicht gefallen. Bücherverbrennungen sind auch heute noch legal. Die führenden Nationalsozialisten (Hitler, Goebbels) befürchten, dass sich das deutsche Volk und das Ausland gegen die Bücherverbrennung aufbäumen werden. Die Befürchtungen sind grundlos. Insbesondere in Deutschland gibt es keinerlei Massenproteste. Die Nationalsozialisten wissen nun, dass sie ihren menschenverachtenden Weg ohne merklichen Widerstand verfolgen können.

Auch der 9. November 1938 endet ohne nennenswerten Widerstand gegen die NSDAP. Hitler weiß nun, dass die Deutschen der Vernichtung der Juden nicht im Wege stehen werden. In weniger als einem Jahr beginnt er den Krieg, der später als „Zweiter Weltkrieg“ bekannt wird. Um die Juden zu vernichten, muss Hitler den Osten erobern, weil damals in Polen und in der Sowjetunion die meisten Juden auf der Welt leben. In der Tat kommen die meisten Juden Osteuropas nicht in Vernichtungslager der SS um, sonder werden als jüdische Zivilisten von Angehörigen der Wehrmacht erschossen und verscharrt. Die mordenden und plündernden Soldaten handeln gesetzestreu, da der Tatbestand des Jude-Seins zum Liquidieren und Plündern ausreicht. Deshalb werden in den Nürnberger Prozessen die Wehrmacht und Teile der SS von jeglichen Kriegsverbrechen freigesprochen.

Sicherheitshalber startet Hitler den Großen Krieg unter der Propaganda vom „Lebensraum im Osten“, an dem noch heute viele Deutsche glauben. Als Hitler den verlorenen Krieg einsieht, stiehlt er sich tapfer aus dem Leben durch Selbstmord.

Man darf beide Weltkriege zusammennehmen, da die Lunte zum nächsten Weltkriegsteil von Siegern und Besiegten des ersten Weltkriegsteils gemeinsam gelegt worden ist. Mit dem Sturz des Kaisers will sich das deutsche Volk von den Folgen des Krieges befreien. Ein sinnloser Versuch. Der gesamte Weltkrieg endet offiziell am 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer. Alle Sieger des Weltkrieges erkennen Deutschland als gleichgestellten Partner an, selbst Großbritannien. Die Sowjetunion überlebt den Druckabfall durch das Loch in der Mauer nicht und zerplatzt (sic!). Damit ist der Weltkrieg faktisch nicht beendet. In der Ukraine und im Nahen Osten lodert es weiterhin.

Das Fanal zum Holocaust, den 9. November 1938, kann Deutschland nicht verarbeiten. Jahrzehnte lange verschiebt Deutschland die Aufarbeitung auf spätere Generationen. Diese fühlen sich dann unschuldig und sind höchstens bereit, die Verantwortung zu tragen. Doch um welche Verantwortung handelt es sich? Nie wieder darf sich ein Völkermord vom deutschen Boden aus ereignen! Ein erneuter Holocaust ist jedoch mit der Gründung des Judenstaates Israel ausgeschlossen. Das stört das Konzept der späteren Generationen. Deshalb sollte Israel am besten verschwinden, damit die spätgeborenen Deutschen den Juden helfen können, falls sie bedroht werden. Die Juden der Welt brauchen keinen eigenen Staat, sie sollen das Land, das sie besetzen, den bedrängten Palästinensern schenken und auf die jetzigen geläuterten Deutschen vertrauen!

Doch die Juden sind halsstarrig, was schon Gott in der Hebräischen Bibel beschreibt. Sie wollen als Volk frei sein, weil Gott selber sie als Volk anerkennt. Deshalb putzen deutsche Schüler einmal jährlich am 9. November die Trittsteine blank, über die niemand stolpern wird. Anschließend feiern sie am Abend desselben Tages die Einheit der Deutschen und die wiedergewonnene Freiheit der Ossis. Sie wollen die ewige Freiheit mit dem ewigen Frieden verschmelzen, denn sie sind nicht bereit für ihre Freiheit zu kämpfen.

Lieber tot als frei!

lautet das Motto der Deutschen, die den Holocaust nicht bewältigen. Deshalb freuen sie sich über jeden Flüchtling, der nach Deutschland kommt. Denn viele dieser Flüchtlinge sind Judenhasser, denen man die Liebe zu Juden beibringen wird, wozu man selber wegen den unbehandelbaren psychischen Störungen unfähig ist. Und somit hat Luther, zu dessen Geburtstag die Kristallnacht mit Holocaust und Weltkrieg als Geburtstagsgeschenk dem Deutschen Volk überreicht worden ist, auf ganzer Linie gesiegt.

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Nathan Warszawski
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Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.

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