US-Wahl: Bernie Sanders

Im amerikanischen Wahlkampf 2016 sollte er eigentlich keine Rolle spielen, der Underdog Bernie Sanders. Noch vor einem Jahr wurde er für dieses Vorhaben milde belächelt. Nun mischt er die US-Demokraten auf. Bei seinen Wahlkampfauftritten gleicht die Stimmung Rockkonzerten. Sein Kernanliegen gleicht einer „politischen Revolution“. Er will den Wohlstand in den USA gerechter verteilen und den Einfluss reicher Wahlspender auf die Demokratie begrenzen, Studiengebühren an staatlichen Universitäten abschaffen, den Mindestlohn auf 15 Dollar in der Stunde anheben und die Steuern für Reiche und die Wall Street erhöhen. Bernie Sanders ist der Champion der kleinen Leute. Er betont immer wieder, dass bei seinem Wahlkampf nicht Großspender wie bei seiner Kontrahentin Hillary Clinton dahinterstecken. Sein Geld dagegen komme von Millionen von Spendern aus dem Internet. Ausgerechnet der staatsgläubige Sanders erhält finanzielle Unterstützung von den libertären Staatskritikern des Silicon Valley. So können auch knallhartes Elitedenken und eine flauschige Sozialromantik gehen Hand in Hand.

Stefan Groß
Über Stefan Groß 2024 Artikel
Dr. Dr. Stefan Groß, M.A., DEA-Master, geboren 1972, studierte Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Jena und München. 1992 gründete er die Tabula Rasa, Jenenser Zeitschrift für kritisches Denken und 2007 die Tabula Rasa, Die Kulturzeitung aus Mitteldeutschland, 2011 Zeitung für Gesellschaft und Kultur

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