US-Zoll-Zickzack von US-Präsident Donald Trump trifft Bayerns Wirtschaft

vbw warnt vor neuer Planungsunsicherheit und weist Vorwürfe zu Zwangsarbeit in europäischen Lieferketten zurück

Donald trump, Politiker, Amerika, Quelle: Sambeetarts, Pixabay License, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig

Die kurzfristige Ankündigung neuer US-Zölle sorgt bei Bayerns Unternehmen erneut für Unsicherheit. vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt kritisiert die aus seiner Sicht unberechenbare Handelspolitik der US-Regierung und fordert weitere Verhandlungen über die Zölle auf Stahl und Aluminium.

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betont das langfristige Ziel, Zölle und Handelsbarrieren zwischen den USA und der EU abzubauen. Die bisherigen pauschalen Zusatzzölle von zehn Prozent auf die meisten Importe aus dem Ausland, die die US-Regierung im Februar 2026 eingeführt hatte, waren gesetzlich bis zum 24. Juli befristet. „Die nun kurzfristig angekündigten neuen Zölle in Höhe von zehn Prozent für Waren aus der EU ändern an der faktischen Belastung für unsere Exporte in die USA kaum etwas. Das Ziel, dass die Zollbelastung für den Großteil der Produkte nicht über die im Sommer 2025 vereinbarten 15 Prozent hinausgehen, bleibt gewahrt. Allerdings ist die kurzfristige Ankündigung ein weiterer Beleg für die erratische Zollpolitik des US-Präsidenten. Diese Unsicherheit und Unberechenbarkeit machen es unseren Unternehmen extrem schwer, langfristig zu planen. Zudem ist der Verweis auf angeblich unzureichende Anstrengungen Europas gegen Zwangsarbeit in Lieferketten absolut nicht nachvollziehbar. Das entbehrt jeder Grundlage und ist lediglich ein weiterer Versuch des US-Präsidenten, irgendeine Begründung für Zollerhebungen zu finden“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Aus Sicht der vbw muss die EU mit den USA nun dringend die Verhandlungen intensivieren, die Zölle auf Stahl und Aluminium sowie auf Derivate davon zu senken. Die EU hat mit der Zollsenkung für US-Importe ihren Beitrag für eine Einigung geleistet. Grundsätzliches Ziel muss es sein, die Handelsbarrieren zwischen den Vereinigten Staaten und Europa weiter abzubauen“, sagt Brossardt und fügt hinzu: „Nicht nur Europa profitiert vom regelbasierten Freihandel mit den USA. Auch die US-Wirtschaft ist auf unsere Exporte angewiesen und die Reindustrialisierung der USA kann nur mit Technik und Know-how aus Bayern gelingen. Das müssen wir auch unseren Handelspartnern vermitteln.“