Was ist eigentlich der Kategorische Imperativ bei Immanuel Kant

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Was ich nach all den Jahren immer wieder merke, ist, dass die meisten Menschen niemals auch nur eine Stunde Ethikunterricht (#Moralphilosophie) genossen haben. Da ist in den Köpfen quasi völlige Wüste. Das werfe ich unseren Politikern seit 1949 und den christlichen Religionen, die das zu verhindern suchen, vor! Dabei kann man jedem Menschen mit einem Mindestmaß an Intelligenz beibringen, dass er lernt, in moralischen Prinzipien zu denken und diese zu reflektieren.

1. Frage: Was ist eine Handlungsmaxime? Antwort: Eine #Maxime ist a) eine subjektive Handlungsregel oder Grundhaltung, die ich mir selbst vorgebe, die b) über einzelnen Handlungen steht, die also ein Prinzip darstellt, und c) eine Absicht zum Ausdruck bringt, wie ich zukünftig allgemein handeln will (ein Versprechen an mich selbst).

#Beispiele: a) Ich will jeden Tag eine gute Tat vollbringen. b) Immer wenn ich beleidigt werde, beleidige ich zurück. c) Wenn ich die Möglichkeit habe, einem anderen in einer Notlage zu helfen, dann tue ich das auch. d) Ich lasse mir von anderen nichts bieten.

#Negativbeispiel: Ich gehe heute nicht zu dem Vortrag (kein Prinzip, sondern nur eine Einzelhandlung).

Maximen beziehen sich also auf eine nicht festgelegte Menge von Handlungen. Eine Maxime ist ein allgemeines Handlungsprinzip. Ob eine Maxime eine moralisch vertretbare solche ist, kann man dann prüfen zum Beispiel mit dem #kategorischenImperativ. Dieser gibt Antwort auf eine moralische Frage: Was soll ich tun, wenn ich das Richtige, das Gute tun will, wenn ich ein anständiger Mensch sein möchte? (Wer das gar nicht sein möchte, dem kann der KI nicht weiterhelfen, weil er ja diese Frage, auf die der KI antwortet, schon gar nicht stellt.)

#Beispiele: a) Soll ich jemanden verpetzen, den ich beim Stehlen, beim Abschreiben, beim Belügen oder Betrügen seines Partners beobachte oder nicht? b) Soll ich lügen, um Ärger aus dem Weg zu gehen? c) Soll ich meinem Freund sagen, dass ich ihn nicht mehr mag? d) Soll ich meine Überzeugungen mit Gewalt durchsetzen, wenn ich sicher bin, dass sie richtig sind?

Diese und ähnliche Fragen beschäftigen die Menschen überall in der Welt immer wieder. Es handelt sich um #universale #moralische Fragen. Ein Tier denkt über solche Dinge nicht nach. Es ist kein moralisches Subjekt. Menschen oder allgemein vernunftbegabte Wesen können sich solche Fragen aber stellen und über sie nachdenken. Sie sind moralische Subjekte.

Mit Hilfe des kategorischen Imperativs kann ich z.B. überprüfen, ob ich es gut finde, wenn alle Menschen ihre Vorstellungen von gut und richtig immer mit Gewalt durchzusetzen versuchen, oder ob ich es gut finde, wenn sie immer #lügen, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen oder um die Kommunikation und das Miteinander zu erleichtern („Das Kleid steht dir super, mein Schatz.“)

#Kant fragt nun, kann ICH das wirklich wollen, dass alle Menschen in solchen Situationen lügen? Wozu führt das? Es führt dazu, dass ich überhaupt niemandem mehr vertrauen kann, weil ich ja nie weiß, ob er gerade die Wahrheit sagt oder mich zu täuschen versucht, sei es um Ärger aus dem Weg zu gehen, sich einen Vorteil zu verschaffen oder um das Miteinander nicht zu belasten. Kann ICH das wirklich wollen, in so einer Welt zu leben?

Wenn ich den KI anwende, dann frage ich also, ob meine Maxime #verallgemeinerbar ist, ob ICH wollen kann, dass jeder immer diese Maxime hat und sich an sie hält. Der KI ist also gekennzeichnet durch: a) die Verallgemeinerbarkeit, die Unbedingheit (kategorisch), und b) durch einen Befehl, einen Anweisung oder Anforderung (Imperativ), die mir aber nicht von außen gegeben wird, die ich mir vielmehr selbst stelle.

Dadurch erst werde ich zu einem innerlich #autonomen Wesen, autonom a) gegenüber der Umwelt und ihren Vorgaben (würde ich immer nur diese erfüllen, um Strafe zu entgehen oder um in den Himmel zu kommen (sich Vorteile verschaffen), dann wäre ich nur ein Knecht, der anderen gehorcht), und autonom b) gegenüber meinen biologisch in mir angelegten Interessen und Neigungen (man denke hier an den Pädophilen oder den Sadisten). Dazu ist das Tier nicht fähig, seine Antriebe zu reflektieren und zu bewerten.

Durch diese Reflektion erst gewinne ich #innereFreiheit von beidem, a) von den äußeren Vorgaben (z.B. religiöse Regeln, die mir von klein auf eingeimpft wurden) und b) von meinen inneren, von der Natur vorgegebenen Antrieben. Die Befreiung von beidem verleiht mir #Würde (genauer: schon die Fähigkeit, mich davon selbstständig befreien zu können, verleiht mir Würde, auch wenn Menschen dieser oft nicht gerecht werden). Und wenn ich den selbst auferlegten, geprüften Maximen, die ICH mir als Gesetzgeber meiner selbst auferlegt habe, gerecht werde, #Selbstachtung und #Stolz.

#Ethik ist also dasjenige, könnte man sagen, was mich als Mensch, als vernunftbegabtes, zur Moralität fähiges Wesen ganz ernst nimmt und mir die Verantwortung für mein Tun und mein Mensch-sein, meinen Charakter, mein Inneres, meine Seele selbst überlässt, mir zugleich aber beibringt, mich selbst kritisch zu prüfen und ehrlich mir selbst gegenüber zu sein.

Hier ist vieles ganz einfach und dennoch klasse erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=4iQ5e9xlBM0

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