Werte, Vision und Mission in Unternehmen gestalten und integrieren

von Normen Ulbrich und Frank Leuz: Workbook Leitbildentwicklung.

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Normen Ulbrich/Frank Leuz: Workbook Leitbildentwicklung. Werte, Vision und Mission in Unternehmen gestalten und integrieren, Haufe, Freiburg/München/Stuttgart 2020, ISBN: 978-3-648-13839-7, 39,95 EURO (D)

Die beiden Autoren zeigen in diesem Buch die Wege und Möglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen auf, einen gewinnbringenden Platz im Markt zu erobern und sich von der Konkurrenz abzuheben und seine Einzigartigkeit darzustellen. Sie erläutert Schritt für Schritt durch verschiedene Workshops und Arbeitsblätter den Aufbau einer Positionierung, also eines funktionierenden unternehmerischen Leitbildes, das allen Beteiligten Ausrichtung und Orientierung bietet. Zusätzlich gibt es die Möglichkeiten, Arbeitsblätter, Checklisten und ergänzende Videos durch einen Code im Buch herunterzuladen. 

Das Buch beginnt mit den wichtigsten Punkten, warum ein erfolgreiches Unternehmen ein Leitbild braucht. Dies sind die Darstellung von Sinn und Zweck des Unternehmens, den Unterschied zu anderen, die Erklärung der Leistungen und die Besonderheiten des Unternehmens, der Umgang mit Zielgruppen, Verstärkung von Identifikation und Motivation der Mitarbeiter, Verbesserung des Images und der Anziehungskraft als Arbeitgeber. 

Im Vorwort werden die Autoren kurz vorgestellt, dann folgt eine längere Einleitung über den Begriff Positionierung und dessen Ziele, Bedeutung und Wirksamkeit. Danach wird die Nutzung des Arbeitsbuch beschrieben (Standortbestimmung im Leitbildprozess, Nutzen für das Unternehmen, der Ablauf der Workshops und die grüne Seite zur Dokumentation der Ergebnisse am Ende eines Kapitels). Dies sollte gründlich durchgelesen werden. 

Danach geht es um die Ausarbeitung einer Vision des Unternehmens, sie stellt das Wunschbild für eine gemeinsame Zukunft dar und bietet Kunden und Mitarbeiter Orientierung. In verschiedenen Workshops werden dann Ist-Analyse, persönliche Vision, der Visionsentwurf und die Freigabe der Vision dargestellt. Anschließend werden die Werte, die Kultur und Basis für das Verhalten und Wirken des Unternehmens behandelt. In den Workshops werden Selbstbild, Unternehmenswerte und deren Erfüllungskriterien erarbeitet.

Danach werden die wichtigsten Tätigkeitsbereiche, Kernkompetenzen sowie die Leistung für Kunden skizziert, was das Image und den Markenauftritt des eigenen Unternehmens schärft. Neben dem Verweis auf andere Firmen als Vorbild folgen Workshops mit Kundenanalyse, der Zusammenführung von Selbst- und Fremdbild und der Formulierung. Zum Schluss geht es um die Integration des Leitbildes innerhalb des Unternehmens, bei Kunden und Geschäftspartner in kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen. Die verschiedenen Formen der Integration und Vermittlung findet wieder in Workshops statt.

Die Workshops sind immer nach folgenden Kriterien systematisch aufgebaut: Ziele, Aufgabenstellung, Art der Aufgabe und Zeitaufwand.

Nach einem kurzen Schlusswort findet man noch im Anhang Hinweise auf Fachliteratur, Websites und Blogs. 

Dieses Workbook kann helfen, sich besser im Wettbewerb zu positionieren, bei der Kundengewinnung und Umgang mit derzeitigen und künftigen Mitarbeitern. Es werden zahlreiche Workshops präsentiert, die strukturiert und leicht umzusetzen sind. Genug Platz für eigene Notizen gibt es auch. Etwas mehr zum Aufbau von programmatischen Marken (Digital Brand Storytelling und die verschiedenen Aspekte des „Brand Identity Statements“) und wie Marktsegmente und Zielmärkte genau identifiziert werden können, wäre wünschenswert gewesen. Für den Fall, dass man die Positionierungen mit professioneller Begleitung durchführen will, stehen die Autoren dafür zur Verfügung (E-Mail-Adressen S. 38)

Über Michael Lausberg 412 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.