Wer dem Trubel der russischen Hauptstadt entkommen und sich erholen möchte, kann dies im Süden Moskaus tun. Dort liegt das malerische Dorf Kolomenskoje, das im 16. und 17. Jahrhundert zur Sommerresidenz der russischen Zaren gehörte. Heute ist es ein faszinierender historischer Park. Er erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 250 Hektar, und ist damit größer als der der Central Park in New York. Ein Wahrzeichen des Parks von Kolomenskoje ist die Himmelfahrtskirche, die zum UNESCO – Welterbe gehört.

Legenden besagen, daß hier die verschollene Bibliothek Iwans des Schrecklichen verborgen liegt. Der erste, der sich ernsthaft mit der Suche nach der legendären königlichen Bibliothek auf dem Gebiet von Kolomenskoje befasste, war der Archäologe Ignatius Stelletsky. 1938 begann er mit Ausgrabungen, gestützt auf die Aussage eines ehemaligen Kirchenwächters aus Djakowo. Dieser behauptete, zuvor zufällig eine geheime Treppe entdeckt zu haben, die zu eisernen Türen führte, die von einem verwesten Skelett bewacht wurden. Bei Ausgrabungen in sieben Metern Tiefe stieß Stelletsky auf massives Mauerwerk. Die Arbeiten wurden jedoch bald auf Drängen von Anwohnern eingestellt, welche über die Ausgrabungen auf dem Friedhof empört waren. Die geheimnisvolle Treppe tauchte erst 40 Jahre später wieder im Blickfeld von Historikern auf. 1980 stießen Bauarbeiter bei Renovierungsarbeiten auf einen verborgenen unterirdischen Gang. Sie begannen, den Sand aus dem Versteck zu entfernen, beschlossen dann aber, die Ausgrabungen einzustellen und den Gang bis auf Weiteres zu verschließen. Was sich am anderen Ende des Ganges verbirgt – ein geheimes Gewölbe mit der Sammlung Iwans des Schrecklichen oder ein gewöhnlicher Kirchenkeller – fasziniert noch heute Forscher und Besucher von Kolomenskoje.
Noch geheimnisvoller ist jedoch die Djakowo Schlucht, besser bekannt als Golosov-Schlucht, welche den Kolomenskoje-Park in zwei Hälften teilt. Auf der linken Seite der Schlucht befindet sich ein neopaganer Schrein mit zwei verehrten „heiligen Steinen“ im Zentrum.
Geologen gehen davon aus, daß es sich bei der Schlucht um ein verändertes Tal handelt, welches einst Teil eines alten Flussnetzes war und durch das Austrocknen des Flusses entstand. Dies bedeutet, dass die Steine am Grund der Schlucht höchstwahrscheinlich von einem weit entfernten Ort in die Hauptstadt gelangten. Möglicherweise wurden sie von einem langsam fließenden Gletscher in der Nähe der Karelischen Landenge transportiert.

Aus geologischer Sicht ist bemerkenswert, dass Moskau im Zentrum der Osteuropäischen Ebene liegt und eine robuste geologische Beschaffenheit aufweist. Dennoch ist das Vorhandensein bedeutender Verwerfungen in Moskau zu berücksichtigen, wobei die größte unterhalb der Golosov Schlucht verläuft. Diese Verwerfung emittiert starke Strahlungsströme, während die Schlucht selbst in Ost-West-Richtung verläuft und dadurch scheinbar die Integrität des natürlichen Magnetfelds in der Umgebung beeinträchtigt.
In den Jahren 1995/96 führten Wissenschaftler des Prochorow – Instituts für Allgemeine Physik der Russischen Akademie der Wissenschaften Messungen des elektromagnetischen Feldes in unmittelbarer Nähe der Schlucht durch. Die Ergebnisse waren unerwartet. Das elektromagnetische Feld in der Schlucht überstieg den Referenzwert um das Zwölffache, in der Nähe der „heiligen Steine“ war es sogar 27-mal höher. Merkwürdigerweise kann es in der Schlucht zu einem plötzlichen Akkuverbrauch von Mobiltelefonen kommen, und die Kompassnadel kann sich in Richtung des Epizentrums der Schlucht bewegen, anstatt nach Norden zu zeigen.
Die „heiligen Steine von Kolomenskoje“ sind zwei lokale Sandsteinfelsen von ungewöhnlicher Form, die im oberen Teil der Schlucht liegen. Beide Felsen weisen Spuren menschlicher Bearbeitung auf, sowohl in der Vergangenheit (ihre Formen wurden übertrieben dargestellt) als auch in der Gegenwart (sie wurden mit Graffiti beschmiert). Ursprünglich befanden sich die Steine näher an den Quellen in der Schlucht, wurden aber im Zuge einer Parkrenovierung während der Sowjetzeit an ihren heutigen Standort versetzt.
Die Steine haben eigene Namen. Einer heißt Deviy (russisch: Девий, Девичий, „Jungfrau“) und wird mit der Fruchtbarkeit für Frauen in Verbindung gebracht, der andere heißt Gus (russisch: Гусь, „Gans “). Lokalen Legenden zufolge besitzen diese Steine die Fähigkeit, bestimmte Krankheiten zu heilen, weshalb viele Menschen sie aufsuchen. Darüber hinaus ist es Brauch, kleine Stofffetzen als rituelle Opfergabe an die umliegenden Bäume zu hängen.
Die nahegelegenen Quellen gelten auch in der heutigen orthodoxen Kirche, im Neuheidentum und der New-Age- Bewegung als heilig bzw. wundertätig. Vor der Revolution von 1917 stand eine Holzkapelle oder in der Nähe der Quellen, was darauf hindeutet, dass die Quellen auch in der Vergangenheit als heilig galten. Mehrere Quellen haben (oder hatten) eigene Namen – Kadochka (wörtlich: „Kleine Wanne“), anscheinend die am meisten verehrte Quelle, deren Nebenquellen mit dem Heiligen Georg und der Muttergottes von Kasan in Verbindung gebracht werden, die Peter- und Paul-Quelle; die Quelle der zwölf Apostel und die St.-Nikolaus -Quelle. Einige dieser Quellen wurden bei den jüngsten Sanierungsarbeiten in der Schlucht jedoch zerstört.

Der älteste verbürgte Bericht über eine erfolgte Zeitreise in der Golosow-Schlucht stammt aus dem Jahr 1621, als eine tatarische Kavallerieabteilung vor den Mauern des Zarenpalastes auftauchte. Sie hatten sich verirrt und waren desorientiert.
Die Strelizenwachen des Zarenpalastes wurden in Alarmbereitschaft versetzt, als plötzlich diese Reiterdivision vor den Toren des Palastes auftauchte. Die ungebetenen Gäste sahen aus, als kämen sie direkt vom Schlachtfeld. Bewaffnet mit Krummsäbeln und Kurzbögen ritten sie auf kleinen Pferden, und ihre Helme waren mit Rossschwänzen geschmückt, wie jene der Krieger der Goldenen Horde. Im Verhör gaben die Gefangenen an, der Armee von Khan Devlet Giray anzugehören und sich vor ihren Feinden in einer Schlucht versteckt zu haben, deren Grund in grünlichen Nebel gehüllt war. In dem Glauben, die Verfolger getäuscht zu haben, verließen die Reiter ihr Versteck und fanden sich schließlich unerwartet vor den Palasttoren wieder, wo sie von den Strelizen gefangen genommen wurden. Die Ermittler des Zaren waren ratlos, da der erwähnte Khan Devlet Giray bereits mehr als 40 Jahre tot war. Wie konnten seine Soldaten fast ein halbes Jahrhundert lang unbemerkt in der Golosov-Schlucht verweilen, zumal sie selbst behaupteten, dort nur eine kurze Zeit verbracht zu haben? Nach den Berichten der Ermittler führten sie veraltete Ausrüstung mit sich, so daß die vom Zaren eingesetzte Untersuchungskommission zu dem Schluß kam ergab, daß diese Männer „wahrscheinlich die Wahrheit gesagt hatten“. Zeitreise: bestätigt.
Dies war jedoch nicht der einzige gemeldete Vorfall mit dem zeitreisenden Nebel in der Golosov-Schlucht.
Ein ähnliches Geschehnis wurde 1832 in der Zeitung „Moskowskije Wedomosti“ geschildert. Demnach kehrten 1810 zwei Bauern, Archip Kusmin und Iwan Botschkarew, spät abends von ihrem Dorf Djakowo nach Sadowniki zurück. Ihr Weg führte durch die Golosov Schlucht, und zunächst schenkten die leicht angetrunkenen Bauern dem grünlichen Nebel, der am Grund der Schlucht entlang zog, keine große Beachtung. Erst als sie nach Hause zurückkehrten, stellten sie mit Erstaunen fest, dass sie über 20 Jahre fort gewesen waren. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet, die Ermittlungen aufnahm. Dabei löste sich einer der Männer im Nebel auf und kehrte nie zurück – oder besser gesagt, noch nicht. Zeitreisen: doppelt bestätigt.
Laut Wadim Tschernobrow, einem Experten für Anomalien, sollten diese Geschichten nicht als bloße Fantasie abgetan werden. Der tatsächliche Zeitablauf in der Schlucht lässt sich mit einem Chronometer überprüfen. Dieses Gerät kann Zeitunterschiede bis in den Bereich von Hundertstel- und Tausendstelsekunden messen. „Wir haben die Schlucht mehrmals vermessen und dabei einige – wenn auch sehr kleine – Chronoanomalien festgestellt“, erklärte Tschernobrow. Der Forscher hält es jedoch für möglich, dass bestimmte Faktoren diese Zeitdifferenz vergrößern könnten.
Dem Golosov-Tal werden seit Langem mystische Kräfte zugeschrieben. Laut Reiseführer Michail Juschkewitsch betrachteten die heidnischen Stämme, die diese Gegend einst bewohnten, es als Tor zu einer anderen Welt. Später entstand die Legende, dass hier der heilige Georg der Siegreiche mit einem Drachen kämpfte und das Tal dort entstand, wo der Schwanz des Riesenmonsters aufschlug.
Große, haarige, menschenähnliche Wesen spielen eine bedeutende Rolle in den Legenden der Golosov-Schlucht und stellen höchstwahrscheinlich den Leshy dar, eine Art Bigfoot aus der slawischen Mythologie, der mehr Mensch als Affe und mehr Waldgeist als sterbliches Wesen ist. 1926 berichtete ein Polizist, in der Golosov-Schlucht einen über zwei Meter großen, „haarigen Wilden“ gesehen zu haben. Die daraufhin eingeleiteten Ermittlungen führten zu der bemerkenswerten Behauptung in einer offiziellen Moskauer Zeitung, eine Gruppe Jungpioniere habe sogar einen solchen Leshy gefangen.
Es wurde etymologisch argumentiert, dass die Golosov-Schlucht einst Standort eines Schreins für Veles war, den slawischen Trickstergott der Erde, der Gewässer, der Wälder, der Magie und der Unterwelt. Obwohl diese Theorie nicht bestätigt ist, liefert sie einen Erklärungsansatz für die mit diesem Ort verbundenen, von List und Tücke durchzogenen Waldlegenden.
Die Forscher interessierten sich vielmehr für die Temperatur des Wassers im Bach, der in der Schlucht entspringt. Messungen ergaben eine Temperatur von nur 1,5 Grad Celsius, während die typische Frühlingstemperatur in Zentralrussland zwischen 4 und 8 Grad über Null liegt. Welcher natürliche „Gletscher“ verbirgt sich im oberen Bereich der Schlucht und sorgt dafür, dass das Wasser im Bach nicht nur kalt, sondern eisig ist? Die Antwort auf diese Frage ist noch unbekannt. Der Bach in Kolomenskoje friert jedoch selbst bei großer Kälte nicht zu. Trotz dieser einzigartigen Eigenschaften raten Ärzte vom Trinken dieses Wassers ab, da es keine Trinkwasserqualität hat.

Der Ursprung des Namens „Golosov-Schlucht“ ist rätselhaft. Er könnte vom heidnischen slawischen Gott Veles oder von den durch die Schlucht widerhallenden Stimmen stammen. Die Schlucht leitet Schall perfekt. Läuten Glocken der Kirchen im oberen Talbereich, ist deren Melodie noch kilometerweit flussabwärts zu hören.
Um einen kurzen Ausflug in die russische Vergangenheit zu unternehmen, muß man nicht unbedingt in die Schlucht von Kolomenskoje hinabsteigen und auf den mystischen grünen Nebel warten. Schon ein einfacher Rundgang durch die Denkmäler und Ausstellungsstücke des Museumsreservats ermöglicht eine Reise in die Vergangenheit und die ebenso rasche, wie sichere Rückkehr in die Zukunft.
Weitere Belege für Zeitreisen bzw. erfolgte Kontakte mit der Zukunft finden sich ausgerechnet in der sowjetischen Science-Fiction Fernsehserie „Gast aus der Zukunft“, die im Jahr 1985 erstmals ausgestrahlt wurde. Die Serie basiert auf dem Roman „In hundert Jahren“ des sowjetischen Schriftsteller Kir Bulytschow, der auch das Drehbuch für die Serie verfaßte. Buch und Film schildern eine Zeitreise aus dem Moskau der Gegenwart in die Zukunft des Jahres 2084 und wieder zurück, bei der es darum geht, ein wertvolles Gerät, welches es ermöglicht, die Gedanken intelligenter Wesen zu lesen, davor zu bewahren, in falsche Hände zu geraten.
Die Handlung ist nicht der bloßen Phantasie des Autors entsprungen, sondern stellt eine literarische Verarbeitung von Ereignissen dar, in die Bulytschow, seine Familie, Freunde und Nachbarn im Frühling des Jahres 1975 verwickelt waren, und die sogar den sowjetischen Inlandsgeheimdienst auf den Plan riefen. Erst 1978, nach drei Jahren, genehmigte die Zensur das Buch, 1984 dann entstand in Zusammenarbeit mit den Gorki Studios der Film, welcher in seiner ersten Folge einige Szenen zeigt, die sich nicht einfach mit den Ideen des Autors erklären lassen.
Diese Szenen zeigen einen Flug über das Moskau des Jahres 2084 in einem Antigrav Gleiter. Dabei werden bekannte Bauwerke der Stadt, wie etwa der Rote Platz mit dem Kreml, die Basilius Kathedrale und die Lomonossow Universität gezeigt, aber auch futuristische Bauwerke, welche dem inzwischen entstandenen Geschäftsviertel Moskwa City ähneln, welches jedoch erst ab 1997 errichtet wurde.
Merkwürdigerweise fehlt im Film aber ein Bauwerk, welches das Zentrum Moskaus in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts noch entscheidend prägte – das gigantische Hotel „Rossija“ unmittelbar am Ufer der Moskwa. Es wurde von dem Architekten Dmitri Tschetschulin geplant und am 15. Januar 1967 eröffnet. Das Drei-Sterne-Hotel erstreckte sich über eine Fläche von 240.000 Quadratmetern und hatte 3170 Zimmer auf 21 Stockwerken. Der Bau wurde in den 1960er Jahren auf den Fundamenten eines geplanten „Stalin-Hochhauses“ errichtet, für das in den 1940er Jahren fast das ganze Wohnviertel Sarjadje in der alten Geschäftsvorstadt Kitai-Gorod dem Erdboden gleichgemacht worden war.
Zu seiner Zeit war das „Rossija“ der größte Hotelkomplex Europas. Für die Science-Fiction Serie wäre es naheliegend gewesen, dieses Hotel in einen gigantischen Freizeitpark der Zukunft im kommunistischen Moskau des Jahres 2084 zu transformieren. Doch stattdessen fehlt das „Rossija“ komplett. An seiner Stelle erscheint im Film eine großzügige Parklandschaft mit einer markanten Halbbrücke über die Moskwa.
Dieser Park existiert – im heutigen Moskau. Er wurde vom US-amerikanischen Architekturbüro Diller Scofidio + Renfro entworfen. Der Park umfasst neben den Gartenanlagen, in denen die Flora der unterschiedlichen Vegetationszonen Russlands gezeigt wird, mehrere Ausstellungsgebäude, den Moskauer Konzertsaal Sarjadje, ein Amphitheater, einen Kinosaal und die bereits im Film gezeigte „schwebende Brücke“. Die Eröffnung des Parkes fand am 9. September 2017 zum 870. Jahrestag der Stadtgründung Moskaus statt. Das Hotel „Rossija“ wurde bereits 2005 abgerissen.
Im Film ist bei einem Blick auf das Armaturenbrett des Antigrav Gleiters unter den vorwählbaren Zieleinstellungen auch die Station „Sarjadje“ zu sehen. Dieser Begriff wurde in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch nicht mehr verwendet, und erst durch ein Abstimmungsverfahren kurz vor der Parkeröffnung 2017 wieder als Bezeichnung des Parks gewählt. Er konnte den Autoren des Films also zu ihrer Zeit so nicht bekannt gewesen sein.

Ist mit dem Hotel „Rossija“ ein bekanntes Gebäude im Film verschwunden, so taucht ganz überraschend dort ein anderes Bauwerk in der Zukunft auf, welches im Jahr 1984 in Moskau so nicht (mehr) existierte. Es handelt sich um die Christ Erlöser Kathedrale. Die Christ-Erlöser-Kathedrale (russisch Храм Христа́ Спаси́теля Chram Christa Spasitelja) gilt als das zentrale Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen Kirche, und gehört mit 103 Metern zu den höchsten orthodoxen Sakralbauten weltweit. Die am linken Ufer der Moskwa westlich des Kremls stehende Kathedrale wurde ursprünglich 1883 nach Entwürfen von Konstantin Andrejewitsch Thon im neorussischen Stil erbaut. Während der Stalin-Diktatur wurde sie 1931 zerstört, um an ihrer Stelle den Palast der Sowjets zu errichten, dessen Bau jedoch nicht über die Fundamente hinauskam, die ab 1958 zum Schwimmbad Moskwa umfunktioniert wurden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die Kathedrale 1995 bis 2000 weitestgehend originalgetreu wiederaufgebaut.
Eben dieses Gebäude ist aber in voller Pracht bereits in der 1984 produzierten Serie „Gast aus der Zukunft zu sehen“, als Bestandteil des zukünftigen Moskau im Jahr 2084. Woher wußten Kir Bulytschow und der Regisseur der Serie, Pawel Arsenow, von diesen Veränderungen im Stadtbild Moskaus, und wie gelang es ihnen, diese Auffälligkeiten des Films an der allgegenwärtigen Zensur vorbeizuschmuggeln? Diese Frag harrt noch ihrer endgültigen Beantwortung, doch mag eine Rolle gespielt haben, daß Kir Bulytschow, mit bürgerlichem Namen eigentlich Igor Mozheiko, zumindest zeitweise aufgrund seiner Arbeit der Auslandsabteilung des KGB unterstellt war. Igor Mozheiko arbeitete an der Lomonossow Universität als Spezialist für die Kulturen Burmas und Hinterindiens. Diese Tätigkeit brachte auch mehrjährige Forschungsaufenthalte in Myanmar mit sich. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Forscher dort Inspiration – in welcher Form auch immer – für seine schriftstellerische Tätigkeit fand. Er deutete in Gesprächen und Interviews an, daß ein ganzes Netz von stationären Zeitmaschinen in den Metropolen dieser Welt, aber auch in anderen Städten existiert, ebenso mobile Zeitmaschinen und natürliche Portale, wie die eingangs beschriebene Golosov Schlucht, für Zeitreisen genutzt werden können.

Verwendete Literatur
Bartek Jan, Golosov Ravine, Ancient Pages, 2021
Bulytschow, Kir, Sto Let tomu vperiod, Moskwa, 1978
Gusset, Nic, Golosov Ravine, Atlas Obscura, Moscow, 2017
