175 Jahre Hapag-Lloyd. 175 Years of Hapag-Lloyd 1847-2022

Vom Auswanderschiff zum Megacarrier

aKai-Axel Aanderud: 175 Jahre Hapag-Lloyd. 175 Years of Hapag-Lloyd 1847-2022. Vom Auswanderschiff zum Megacarrier. From emigrant ship to megacarrier, Koehler, Hamburg 2022, ISBN: 978-3-7822-1500-8, 49,95 EURO (D)

Über ein Jahrhundert lang sind die 1847 in Hamburg gegründete Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft und der zehn Jahre jüngere Norddeutsche Lloyd in Bremen erbitterte Wettbewerber, die es bis an die Weltspitze schafften. Danach kam es zur Fusion, 1970 wurde die Hapag-Lloyd AG gegründet. Heute zählt sie zu den weltweit führenden Linienreedereien.

Dieses Buch erzählt die 175jährige Geschichte des Unternehmens von der Gründung 1847 bis zum Jubiläum 2022. Es erscheint gleichzeitig in deutscher und englischer Sprache.

Im ersten Teil wird die Entwicklung bis 1970 beschrieben.

Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft begann mit einer regelmäßigen Verbindung Hamburgs mit Nordamerika mit Segelschiffen unter Hamburger Flagge. Das Vollschiff „Deutschland“ nahm 1848 den Liniendienst zwischen Hamburg und New York auf. Die Konkurrenz zwischen Hapag und Lloyd hatte tiefe Gräben hinterlassen, dennoch kam es angesichts der Weltwirtschaftskrise 1929 zu einem Union-Vertrag zur gegenseitigen Unterstützung und Förderung nach Gleichheitsgrundsatz. Er hielt allerdings nur ein halbes Jahr.

Erst 1970 kam es zu einer gesellschaftsrechtlichen Verschmelzung der beiden Traditionsreedereien zu Hapag-Lloyd AG. Mit einem Umsatz von über einer Milliarde DM, über 100 Seeschiffen und mehr als 10.000 Beschäftigten im Jahr 1970 wurde ein Weltunternehmen gegründet.

Im zweiten Teil geht es dann um die Geschichte von Hapag-Lloyd bis 2022.

Die von der Doppelspitze aus Werner Traber ehemals Hapag und Richard Bertram ehemals Lloyd zentralisiert die Leitung der Containerschiffe in Hamburg, die konventionelle Schifffahrt, Passagierschifffahrt und Reisebürogesellschaft dagegen in Bremen. Im Jahr 1992 kam es zu einer Kooperation mit Nippon Yusen Kaisha und Mitsui O.S.K Lines im Europa-Ostasien-Verkehr und im Transatlantik und Transpazifik-Vekehr ebenfalls mit Nippon Yusen Kaisha und Neptune Orient Lines aus Singapur. Zum 150jährigen Jubiläum 1997 wurde eine Stiftung gegründet, die sich in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Soziales engagieren sollte.

2012 wurden zwölf neue Megacarrier in Auftrag gegeben, die ökologischer und mit weniger CO2 Emissionen fahren. Das Unternehmen war einer der wenigen Corona-Krisengewinner durch gestiegene Frachtraten. Es übernahm 2022 das Container-Liniengeschäft der Reederei Deutsche Afrika-Linien. In dem Strategiepapier „Die Zukunft der Schifffahrt erschließen“ setzte das Unternehmen überprüfbare Nachhaltigkeitsziele für die nächsten 10 Jahre.

Dies ist ausschließlich eine Geschichte aus der Perspektive des Unternehmens, nicht der Mitarbeiter und deren gewerkschaftlichen Vertretungen oder der kritischen Ökologie. Es ist eine gute Mischung aus informativen zweisprachigem Text und Visualisierungen. Das Buch besticht durch manchmal auch doppelseitige beeindruckende Abbildungen, viele historische Aufnahmen oder Personen flankieren dieses qualitativ hochwertige Werk.

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Über Michael Lausberg 552 Artikel
Dr. phil. Michael Lausberg, studierte Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Köln, Aachen und Amsterdam. Derzeit promoviert er sich mit dem Thema „Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen 1946-1971“. Er schrieb u. a. Monographien zu Kurt Hahn, zu den Hugenotten, zu Bakunin und zu Kant. Zuletzt erschien „DDR 1946-1961“ im tecum-Verlag.