In einem „Bereich zwischen Innen und Außen, zwischen Weltinnenraum, Meditation und Kontemplation“ stünden ihre Bilder. Das meinte schon vor etlichen Jahren der an der Münchner Akademie der Bildenden Künste lehrende Professor Rudi Seitz. Er war von der spezifischen Fertigkeit der Anja Verbeek von Loewis so angetan wie wohl viele weitere ausschlaggebende Menschen, die diese höchst erfolgreiche und vielfältig tätige Künstlerin arbeiten sahen und deren Ergebnisse sie bestaunten. Im Loft des Münchner Künstlerhauses stellt Verbeek van Loewis noch bis 26. April montags bis freitags von 10 bis 19, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr fertige Bilder aus. Und das unter dem Titel Radiance, was soviel bedeutet wie freudiges Strahlen.
Im Videoraum zeigt von Lewis, wie sie mit breitem Pinsel in ihrer Pigment- und Aquarelltechnik arbeitet, die zurückgeht auf frühe Erlebnisse in Altamiara und intensive Beschäftigung mit der griechischen Mythologie. Von Lewis lässt dabei zusehen, wie überschlanke Tanzende, ob Frauen, ob Männer ist nicht auszumachen, springen, wie ihnen Pferde mit fliegender Mähne folgen, sich rote Rehe einfinden und aus dem Boden gelbes Feuer schlägt. Pigmente, Pflanzen, Sande, Bienenwachs und 24-Karat Blattgold verwendet sie und verdichtet ihre Kreationen zu wundersamen Kompositionen. Einen Eindruck davon bekamen die vielen Vernissage-Besucher, die die Künstlerin lange auf ihr Kommen warten ließ, bis sie sich dann ausgiebig zu ihren Werken, besonders ihren Tondi, äußerte. Ihr 20jähriger Sohn Frederick, der in Weihenstephan Landschaftsgestaltung studiert und sich aufs Komponieren versteht, unterhielt die geduldig Wartenden mit Improvisationen am Konzertflügel.
