Pfingsten `27 gibt`s den ersten Münchner Opernball

Köpplingers Spielzeit-Coup: Gärtnerplatz bekommt Opernball und ein Premieren-Feuerwerk

Der Niederösterreicher Josef E. Köpplinger ist seit der Spielzeit 2012/13 Intendant des Münchner Staatstheaters am Gärtnerplatz, Foto: Hans Gärtner

Josef E. Köpplinger, Staatsintendant des Münchner Gärtnerplatztheaters, liebt den Münchner Dichter Christian Morgenstern, dessen Lieder er mal, lang ist`s her, vertonte. Seine für die nächste Spielzeit ausgesuchten Stücke stellte er, wie er im 140 Seiten starken, beispielhaft präsentierten Spielzeit-Buch `26/27 und bei der Bekanntgabe vor der Presse verriet, unter das Morgenstern-Zitat „Es gibt in Wahrheit kein letztes Verständnis ohne Liebe“. Dieser Weisheit und seinem optimistischen Blick auf die Welt lässt sich alles, was Köpplinger an Neuproduktionen aufbietet, zuordnen: die Opern (Rossini: „Die Reise nach Reims“, Gounod: „Romeo und Julia“; Delibes: „Lakmé“, Strauss: „Ariadne auf Naxos“), die einzige Operette: Zierers „Landstreicher“, die beiden Musicals: Zaufke/Masons „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ nach Judith Kerrs Kinderroman und Grahams „Finding Neverland“ sowie die Ballette „Far West“ und das von Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner geschriebene Tanzstück „Buenos Aires 1940“. Dieses und die Gounod-Oper studiert Chefdirigent Rubén Dubrovsky ein, dem die von ihm eingeführten beiden Spielzeit-Orchesterkonzerte (das eine zu R. Strauss, das andere zu Béla Bartók) sehr am Herzen liegen.

Das besondere Highlight (seltsamerweise im Inhaltsverzeichnis unerwähnt): der (erste) Münchner Opernball. Termin: Pfingstsamstag, 15. Mai 2027 – eine „Liebeserklärung an das Leben und die Kunst“ unter dem Motto „Vive la Belle Époque“. Vorausgeht am Freitag (nicht, wie ausgedruckt, am 15. sondern am 14. Mai) eine öffentliche Generalprobe des Gala-Programms. Es folgen am Pfingstsonntag 16 Uhr „Peter und der Wolf“ und 19.30 Uhr ein „Hangover-Konzert“ sowie am Pfingstmontag um 19.30 Uhr eine Hommage an den von Köpplinger sehr geschätzten Schauspieler Ottfried Fischer. Save the Dates!

Unter den am Repertoire verbleibenden 19 Stücken ragen mit 12 bzw. 9 Aufführungen die Erfolgs-Musicals „Les Miserables“ und „La Cage aux Folles“ heraus. – Auch für den 2. Ausbildungsgang des vor drei Jahren eingeführten Opernstudios mit dem Schwerpunkt Spieloper und Operette übernahm SKH Herzog Franz von Bayern die Schirmherrschaft. Vier junge Gesangtalentierte geben eine Kostprobe ihres Könnens am 8., 11., 14. und 16. Juli auf der Studiobühne mit einer Aufführung des Oper-Einakters „Trouble in Tahiti“ von Leonard Bernstein. – Am 6. Februar um 15 Uhr können Thomas Hampson-Fans ihr Idol in einer „Meisterklasse“ erleben.

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Dr. Dr. Stefan Groß-Lobkowicz, Magister und DEA-Master (* 5. Februar 1972 in Jena) ist ein deutscher Philosoph, Journalist, Publizist und Herausgeber. Er war von 2017 bis 2022 Chefredakteur des Debattenmagazins The European. Davor war er stellvertretender Chefredakteur und bis 2022 Chefredakteur des Kulturmagazins „Die Gazette“. Davor arbeitete er als Chef vom Dienst für die WEIMER MEDIA GROUP. Groß studierte Philosophie, Theologie und Kunstgeschichte in Jena und München. Seit 1992 ist er Chefredakteur, Herausgeber und Publizist der von ihm mitbegründeten TABVLA RASA, Jenenser Zeitschrift für kritisches Denken. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitete und dozierte er ab 1993 zunächst in Praktischer und ab 2002 in Antiker Philosophie. Dort promovierte er 2002 mit einer Arbeit zu Karl Christian Friedrich Krause (erschienen 2002 und 2007), in der Groß das Verhältnis von Metaphysik und Transzendentalphilosophie kritisch konstruiert. Eine zweite Promotion folgte an der "Universidad Pontificia Comillas" in Madrid. Groß ist Stiftungsrat und Pressesprecher der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung. Er ist Mitglied der Europäischen Bewegung Deutschland Bayerns, Geschäftsführer und Pressesprecher. Er war Pressesprecher des Zentrums für Arbeitnehmerfragen in Bayern (EZAB Bayern). Seit November 2021 ist er Mitglied der Päpstlichen Stiftung Centesimus Annus Pro Pontifice. Ein Teil seiner Aufsätze beschäftigt sich mit kunstästhetischen Reflexionen und einer epistemologischen Bezugnahme auf Wolfgang Cramers rationalistische Metaphysik. Von August 2005 bis September 2006 war er Ressortleiter für Cicero. Groß-Lobkowicz ist Autor mehrerer Bücher und schreibt u.a. für den "Focus", die "Tagespost".