„Der Möchte-Gern-Kanzler“

Bundeskanzleramt: Foto: SGL

Julius Betschka und Veit Medick haben im neuen „stern“ das Zerwürfnis zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Springer Chef Mathias Döpfner detailliert mit vielen aufschlussreichen Zitaten nachgearbeitet, nachdem der erste Anlauf von RND an mangelnder journalistischer Sorgfalt scheiterte (https://www.stern.de/…/merz-versus-springer-chef…)

Döpfner hält Merz offenbar für politisch zu wenig standfest und durchsetzungsfähig, seine Bild-Chefredakteurin nannte ihn den „Möchte-Gern-Kanzler“. Aus Döpfners Umfeld wird Merz als jemand beschrieben, dem es an „Durchhaltevermögen und Rückgrat für derart weitreichende Entscheidungen“ fehle. Zudem kritisiert Döpfner Merz’ strikte Abgrenzung von der AfD und die politische Strategie der Union im Umgang mit ihr.

Merz dagegen beobachtet wiederum zunehmend irritiert, wie Döpfner die Nähe zu libertären Tech-Milliardären und autoritären oder rechtsnationalen Politikern sucht, zu Elon Musk, Donald Trump, Viktor Orbán und der Palantir-Chef Alex Karp, und sie in Springer-Medien zunehmend publizistischen Raum erhalten.

Merz hält Döpfner vor, den traditionellen konservativen Kurs des Verlags zugunsten einer radikaleren, international vernetzten Rechten zu verschieben. Das verstärke aus seiner Sicht politische Polarisierung und schwäche die demokratische Mitte.

Höflich kommentierte der frühere „Bild“-Chefredakteur Udo Röbel, er könne sich nicht vorstellen, dass Mathias Döpfner oder Friede Springer ein Interesse daran hätten, als die „neuen Hugenbergs“ in die Geschichte einzugehen. Das wird sogar zutreffen.

Quelle: Franz Sommerfeld