US-Präsident Donald Trump, Versprechen und Ergebnis – Frieden als Marketing – Krieg als Geschäft

Versprechen und Realität der Supermacht, Quelle: ChatGPT

Amerika feiert seinen 250. Geburtstag: ein Land, das über all diese Jahre hinweg nicht die Zukunft gebaut, sondern die Last des Krieges wie eine nationale Tradition an die kommenden Generationen weitergegeben hat. Es dreht sein Banner über Werbe-Lächeln, doch hinter den Kulissen läuft immer dieselbe alte Maschine: Geld, Macht und eine Industrie, die vom Blut lebt. Wenn nun ein Politiker ins Zentrum rückt, der einst versprach, die Welt werde „besser“, bekommt diese Selbstinszenierung eine besondere Bitterkeit. Versprechen über Frieden, über weniger Krieg, über ein besseres Leben für die Menschen—und in der Praxis wieder und wieder derselbe Weg, manchmal sogar noch brutaler.

Trump trat mit dem Slogan „Wandel“ an. Nicht nur mit seiner rauen Sprache und seinem inszenierten Auftreten, sondern auch mit einer eingängigen Erzählung: Amerika solle mit den endlosen Kriegen aufhören, sich aus Konflikten anderer heraushalten und die Lage der eigenen Bevölkerung verbessern. Doch jedes Mal, wenn man das Versprechen mit dem Ergebnis zusammenhält, zerfällt das Bild. Wenn Krieg tatsächlich weniger geworden wäre, müsste sichtbar sein, dass Entscheidungen darauf ausgerichtet sind, die Logik der Eskalation zu stoppen—nicht bloß ihre Oberfläche zu verändern. Wenn es um die Wirtschaft der Menschen gegangen wäre, müsste man sehen, dass „Verbesserung“ dort beginnt, wo Menschen leben: im Alltag, in den Haushalten, im echten Leben. Die Realität ist jedoch eine andere. Im Alltag stehen die Menschen weiter unter Druck, und in der Wirtschaft wird die Kluft tiefer.

Trump versprach vor der Wahl, die Welt solle besser werden und Amerika solle kein anderes Land weiter „kriegsverheert“ zurücklassen. In der Praxis hat er die Last des Krieges nicht abgeworfen. Selbst wenn nicht in jedem Moment ein direkter Befehl aus Washington zur Eskalation sichtbar wird, bleibt die Richtung dieselbe: Interessen sichern und Mechanismen stützen, die Krieg am Laufen halten. Der Widerspruch ist kein Zufall, er ist ein Muster. Ein Politiker kommt mit einem Lächeln des „Friedens“ und unterzeichnet dann Verträge, die den Markt des Todes stärken—schneller, als es seine Versprechen ändern könnten. Wenn tatsächlich weniger Krieg passiert wäre, warum würden dann die Profit-Ketten der Rüstungsindustrie immer wieder stärker? Wenn Amerika angeblich dafür steht, keine Konflikte zu „entfachen“—warum bleibt das Schlachtfeld trotzdem außerhalb der Logik von Menschlichkeit, und warum werden Leben aus der Distanz zu Zahlen, die dann wiederum zu Rechtfertigungen werden?

Trump behauptete, er werde die Lage der Menschen in Amerika verbessern. Er sprach davon, die Wirtschaft „in Ordnung“ zu bringen, vom Wohlstand, der unter die Menschen verteilt werde. Doch auf der Ebene dessen, was man tatsächlich sieht, findet sich kein allgemeines Wachstum, das alle erreicht. Man sieht Spaltung: zwischen jenen, die mit einem Vertrag und mit den richtigen Verbindungen Wirtschaft und Einfluss nach oben drehen, und jenen, deren Lohn mit der Geschwindigkeit der Kosten nicht Schritt hält. Mieten steigen, Preise steigen, Behandlung und Bildung werden für viele weiter weg. Gleichzeitig verschwindet der Anspruch auf „Verbesserung“ nicht einfach—er wird nur anders verteilt. Reichtum bleibt nicht nur erhalten; er wächst. Aber er wächst nicht dort, wo die Menschen ihn brauchen, sondern dort, wo Krisen zu Gewinn werden.

Und am wichtigsten ist das, was viele nicht laut aussprechen wollen: Amerikas Außenpolitik ist in vielen Fällen weniger ein moralisches Ziel als ein Werkzeug des Profits. Wenn Krieg sichtbar bleibt, läuft die Rüstungsmaschine heiß. Wenn Krisen auflodern, werden Aufträge vergeben. Wenn Menschen zu Opfern werden, verwandeln Medien das Leid in Zahlen—und diese Zahlen dienen dann als Deutung. Das ist die „Kriegsökonomie“, die in den Strukturen amerikanischer Politik verankert ist. Trump kam, um dieses Getriebe abzubremsen—doch das Getriebe ging nicht aus. Es wurde nur noch leistungsfähiger.

Das Versprechen, der Krieg „werde aufhören“, wirkt daher eher wie eine Geschichte als wie ein Plan. Ein Plan ist nur dann überzeugend, wenn man den Ausgang sieht: weniger militärische Unterstützung, eine echte Verschiebung hin zu Diplomatie statt Druck, ein Rückzug der militärischen Logik aus dem Zentrum der Entscheidungen. Doch wenn das Ergebnis an vielen Orten zeigt, dass Menschen weiterhin unter Trümmern leben, wenn Spannungen nicht abreißen, wenn die Rüstungsindustrie weiter Gewinne produziert und Friedensbotschaften immer wieder zu neuen Vertragsunterschriften führen, dann kann man das nicht mehr mit schönen Worten erklären. Beruhigende Sprache kann beruhigen—aber sie ändert keine Entscheidungen, die weiterhin Feuer legen.

Trump sagte in der Wahlwerbung, er werde kein anderes Land in den Krieg führen. In der Praxis spielte die Politik der USA in vielen Bereichen jedoch die Rolle, den Status quo zu verschärfen oder abzusichern—manchmal direkt, manchmal indirekt, manchmal mit Maßnahmen, deren Ergebnisse das Schlachtfeld weiter anheizen. In der Außenpolitik muss man nicht immer mit dem Stiefel vorn stehen. Man reicht oft als Lieferant des „Treibstoffs“. Auch dann, wenn der Schuss nicht in jeder Sekunde aus Washington kommt, kann die Richtung der Politik dieselbe bleiben: Veränderung der Form, ohne Veränderung des Wesens.

So bleibt die Frage, ob Trumps Versprechen von „besserem Leben“ überhaupt trägt. Wenn es wirklich besser werden sollte, warum wächst dann die Armut weiter? Warum müssen Menschen, obwohl sie arbeiten, mit steigender Teuerung kämpfen? Warum werden öffentliche Leistungen für viele zu einem Gut, zu dem manche Zugang haben und andere nur mit Abstand und Härte? Wenn die Wirtschaft nur eine Gruppe nach oben zieht, bleibt der Rest auf der absteigenden Spur. Das passt nicht zur Logik von „Verbesserung der Lebensumstände“. Es passt zur Logik des Profits.

Was eine Gesellschaft wütend macht, ist nicht nur die Enttäuschung, sondern die Fortsetzung derselben Geschichte. Eine Macht behauptet, Werte zu verteidigen, übernimmt aber nicht die reale Verantwortung, Leid zu verringern. Macht ohne Verantwortung ist Gewalt. Gewalt für wen: für die Menschen oder für Unternehmen und Netzwerke, die nahe an der Macht stehen? Wenn Politik wirklich darauf abzielt, Schmerz zu reduzieren, müsste man weniger Schaden sehen. Doch wenn Politik stattdessen in Richtung steigender Kriegsprofite, zunehmender Konkurrenz und anhaltender Krisen läuft, dann ist „Macht“ nicht mehr das Gewand der Werte. Dann ist sie ein Werkzeug zur Reproduktion derselben alten Struktur: sie legt die menschliche Last auf die Schultern der Schwächeren und verteilt die Belohnung auf den Tisch der Mächtigen.

Heute feiert Amerika seinen 250. Geburtstag. Wofür ist dieser Feiertag? Für echten Fortschritt? Für Gerechtigkeit? Für weniger Krieg? Oder für die Geschichte der Machtdemonstration? Wenn der Maßstab die Zahl der Interventionen ist, dann ist Amerika in diesem Punkt rekordverdächtig. In den Jahrzehnten davor wurde die Politik des Eingreifens und der militärischen Präsenz zur Gewohnheit: eine wiederkehrende Gewohnheit. Und wenn ein Land diese Gewohnheit hat, muss jede Präsidentschaft, die Frieden verspricht, von Anfang an an der Realität gemessen werden—nicht an schönen Worten. Wenn die Behauptung steht, muss das Ergebnis antworten.

So ist die Schärfe dieses Textes nicht nur Emotion, sondern Protest. Protest gegen den Widerspruch. Protest gegen die Realität, dass arme Menschen auf dieser Erde die Rechnung für falsche Entscheidungen profitsüchtiger Kapitalisten bezahlen. Protest gegen die Tatsache, dass Wahlversprechen, sobald sie zur Macht werden, zur neuen Version desselben Systems werden. Protest gegen die Frage, warum Amerika, das vorgibt, die Welt besser zu machen, in der Praxis zum Motor dafür wird, dass Profite besser werden—nicht die Menschlichkeit.

Wenn sich wirklich etwas ändern soll, muss sich der Maßstab ändern. Erfolg darf nicht an Rüstungsverträgen und an wenigen finanziellen Kennzahlen gemessen werden. Erfolg muss an menschlichen Kriterien gemessen werden: weniger Schmerz, weniger Krieg, weniger reale Armut, und mehr Zugang vieler Menschen zu einem würdigen Leben. Trump versprach, die Welt werde besser. Die Welt wurde nicht besser—sie wurde in vielen Punkten schlechter. Er versprach, die Menschen in Amerika würden besser leben. Für viele wurde es nicht besser. Für einige schon immer—für jene, die mit Krieg, Krise und Profit ihr Vermögen aufbauen.

Wenn das Ergebnis für genau die Kreise vorteilhaft ist, die vom Krieg profitieren, dann haben „Wandel“ und „Frieden“ keine echte Bedeutung. Familien und Netzwerke nahe der Macht mögen aus Krisen wachsen, aber die Krise endet nicht für die Menschen. Wenn Politik Veränderung sein soll, muss diese Veränderung im Leben der Menschen sichtbar werden—nicht nur in Werbesprache und Kampagnen. Amerika kann feiern, aber die Frage bleibt: Feiern wofür—für Fortschritt oder für die Fortsetzung derselben Maschine? Für Menschen oder für Profit?

 Quellen 

  • S. Department of Defense / Defense Budget: direkte Zahlen zu Militärausgaben, Budgetentwicklung, teilweise auch für Einsatz-/Beschaffungsrahmen.
  • Congressional Research Service (CRS): sehr gut für Zusammenfassungen/Übersichten zu US-Militärhilfe, Politikoptionen, Hintergründen zu Einsätzen.
  • Uppsala Conflict Data Program (UCDP): geeignet für Konflikt-/Gewaltdaten (z. B. Anzahl/Intensität von Konflikten, Zeitverläufe).
  • BEA: geeignet für Makroindikatoren (Wachstum, nationale Konten) – als Grundlage für „Wirtschaftliche Entwicklung“.
  • S. Census Bureau: geeignet für Einkommen, Armut, Verteilung (Kluft/Betroffenheit verschiedener Gruppen).
  • CBO: geeignet für Kosten-/Budgeteffekte und Prognosen, wenn du konkrete Budget- oder Politikfolgen behauptest.
  • OpenSecrets: geeignet für Geld/Einfluss (Spenden, Lobbying, Verbindungen zwischen Politik und Geldgebern) – um die „Gewinn-/Lobby“-Achse zu stützen.
Über Hossein Zalzadeh 64 Artikel
Hossein Zalzadeh ist Ingenieur, Publizist und politisch Engagierter – ein Mann, der Baustellen in Beton ebenso kennt wie die Bruchstellen von Gesellschaften. Zalzadeh kam Anfang zwanzig zum Studium nach Deutschland, nachdem er zuvor in Teheran als Lehrer und stellvertretender Schulleiter in einer Grundschule tätig gewesen war. Er studierte Bauwesen, Sanierung und Arbeitssicherheit im Bereich Architektur sowie Tropical Water Management an mehreren technischen Hochschulen. An bedeutenden Projekten – darunter der Frankfurter Messeturm – war er maßgeblich beteiligt. Seine beruflichen Stationen führten ihn als Ingenieur auch in verschiedene afrikanische Länder, wo er die großen sozialen Gegensätze und die Armut unserer Welt ebenso kennenlernte wie ihre stillen Uhrmacher – Menschen, die im Verborgenen an einer besseren Zukunft arbeiten. Bereits während des Studiums engagierte er sich hochschulpolitisch – im AStA, im Studierendenparlament sowie auf Bundesebene in der Vereinten Deutschen Studentenschaft (VDS) – und schrieb für studentische Magazine. In diesem Rahmen führte er Gespräche mit Persönlichkeiten wie Willy Brandt und Herta Däubler-Gmelin über die Lage ausländischer Studierender. Seit vielen Jahren kämpft er publizistisch gegen das iranische Regime. Geprägt ist sein Schreiben vom Schicksal seines Bruders – Jurist, Schriftsteller und Journalist –, der vom Regime ermordet wurde. Derzeit schreibt er an seinem Buch Kampf um die Menschlichkeit und Gerechtigkeit – ein Plädoyer für Freiheit, Würde und den Mut, der Unmenschlichkeit zu widersprechen.