CORONA Filmbrancheninfos #52

Clint Eastwood wird 90!

Emsig wird daran gearbeitet, zur Normalität zurückzukehren. Zeitungsberichte und Petitionen erinnern aber auch daran, dass noch einiges nachzuarbeiten ist – besonders bei den Hilfen für Branche und Beschäftigte. 

Die Brancheninfos erscheinen gleichzeitig auch auf unserem Blog out-takes zum Nachlesen.

„Der Hüne mit sanfter Stimme wird 90“. Die „Berliner Zeitung“ gratuliert Clint Eastwood zum Geburtstag. Auch die „Frankfurter Rundschau“ feiert den Schauspieler und Regisseur, obwohl der doch keine Geburtstage mag. Tipps vom Altstar gibt’s in Text und Videos hier (auf Englisch). Seine fünf besten Filme empfiehlt der Deutschlandfunk. 


Seit gestern ist wieder mehr Kultur in Baden-Württemberg möglich. Theatervorstellungen, Konzerte und Kinoaufführungen mit weniger als 100 Besuchern sind wieder erlaubt – wenn die inzwischen üblichen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden können.  Eben dafür stellt das Förderprogramm  „Kultur Sommer 2020“ 2,5 Millionen Euro für „kleinere analoge Veranstaltungen“ bereit. Weitere 7,5 Millionen Euro sind im Programm „Kunst trotz Abstand“ für Angebote und Formate vorgesehen, die eine längere Planung benötigen. Die Rechtsverordnung und Fragen und Antworten dazu. 

Berlin gibt den Kinobetrieb erst ab 30. Juni frei, meldete „Blickpunkt Film“. Der späte Termin entspreche aber auch den Planungen der Kinobetreiber. Nur Open-Air-Veranstaltungen bis 200 Personen sind seit heute wieder möglich, Autokinos waren eh schon erlaubt. 

Wenn auch in Bayern die Kinos wieder öffnen, dürfe das Publikum nicht unnötig verunsichert werden, mahnen die Arthouse-Kinos von München und Umgebung. „Wenn ein Kinobesuch unter Auflagen gestellt wird, die diesen als gefährlicher erscheinen lassen als einen Restaurantbesuch“, entstehe ein Imageschaden. Die Kinobetreiber verweisen auf ihr Sicherheitskonzept und fordern Maskenfreiheit im Kinositz, Verzehrerlaubnis, eine Besuchergrenze nach den Abstandsregeln (statt absoluter Vorgaben) und einen Ausgleich der Mehrkosten und Einbußen. 

Die Kinos sind dicht, Cineasten können derzeit nur in den eigenen vier Wänden dem Filmgenuss frönen. Doch es gibt eine Alternative: Überall in Deutschland sprießen Autokinos aus dem Boden. Mehr als 100 Jahre nach seinem Entstehen erlebt diese Kinoform gerade eine Renaissance. „Kino-Zeit“ unternimmt eine Zeitreise. 


Die Pandemie führt Regieberichtet die „Süddeutsche Zeitung“: Dreharbeiten sind durch Corona schwierig geworden. Viele Produktionsfirmen wollen das Risiko möglicher Ausfälle nicht auf sich nehmen. Damit überhaupt gedreht wird, fordern Sender einen Ausfallfonds. 

„Leere Paläste“ sieht die „Süddeutsche Zeitung“: Während der Staat für Kulturbauten Milliarden ausgibt, leben viele Künstler prekär. In der Pandemie ist der Unterschied krasser denn je. 

Manche Autoren werden Hartz IV beantragen müssen, fürchtet die Literaturagentin Karin Graf in der „Berliner Zeitung“. 

Die Soforthilfen für Selbständige sollen verlängert und rechtssicher ausgestaltet werden. Das fordert eine gemeinsame Bundestagspetition der  Selbstständigenverbänden und -initiativen, darunter auch der Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK).  

Die Lage der Kompars*innen und anderer unständig Beschäftigter in der Krise thematisiert eine Petition. Sie liegt nun dem Petitionsausschuss des Bundestags vor und kann noch bis Ende Juni unterzeichnet werden.  

Mit  Werbeanzeigen von Kinofilmen hat sich das Münchner Filmmagazin „Artechock“ bislang finanziert … den Rest kann man sich denken. Um auch weiterhin Unabhängigkeit und Qualität zu halten, bietet es jetzt variable Abos an. 


Spanien beschließt ein Grundeinkommen: Bis zu 2,5 Millionen Menschen sollen mindestens 462 Euro monatlich erhalten. Die Regierung will so gegen Armut vorgehen. Bedingungslos ist die Auszahlung aber nicht, erklärt „Die Zeit“: Das Geld bekommen jene, die unter dem Mindesteinkommen von rund 1.000 Euro liegen. 

Die Wochenzeitung stellt zu diesem Artikel ein Video, das den Stand der Diskussion um ein tatsächlich Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) in Deutschland skizziert: Jede*r zerrte Deutsch sei dafür, aber alle Bundestagsparteien dagegen: Wer bedingungslos Geld verteile, entwerte Arbeit. Zur Ergänzung: Die Linke ist bei dem Thema zwar uneins, aber nicht ganz abgeneigt. Die Partei hat schon vor Jahren ein Konzept vorgelegt. Eine Neufassung vom Februar dieses Jahres betont ein „emanzipatorisches“ Potenzial. 

Mehrere Petitionen zum BGE liegen zurzeit dem Bundestag vor, berichtete die „Taz“ Ende April. Das Netzwerk Grundeinkommen erklärt es genauer. Einen aktuellen Stand der Diskussion schildert Jürgen Schupp, Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin.  

Drei Modelle eines BGE hatte die Bundeszentrale für politische Bildung vor vier Jahren diskutiert. Und dabei auch die Überlegungen von Götz Werner, dem Gründer der DM-Drogeriemärkte, und anderen: Ihrer Ansicht nach lähmen die gegenwärtigen Strukturen Arbeit und Produktivität. Ihr Argument: „Erst wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, können Menschen ihre Talente entwickeln und zur Geltung bringen.“

Kritik an dieser „neoliberalen Variante“ des BGE hegt das gewerkschaftsnahe Blog „Blickpunkt WiSo“, hält aber auch die Vorschläge der Linken für ein „Wolkenkuckucksheim“So ähnlich urteilte auch die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi) vor drei Jahren über die„wohlklingende Idee“ eines BGE. „Unmenschlich“, „unfair“, „unsinnig“, „unrealistisch“ und „bestenfalls unnötig“ findet auch der Unternehmer-Interessenverband Wirtschaftsrat Bayerndas BGE. 

„Es wäre mir lieber, wenn möglichst viele die Idee des Grundeinkommens erst einmal denken könnten, bevor die großen Berechnungen angestellt werden. Denn meine Maxime ist: Wenn man etwas machen will, dann muss man es erst einmal denken können. Wenn man es dann wirklich will, findet man auch Wege. Und wenn man es nicht will, findet man Gründe.“ Schreibt Götz Werner in seinem Buch  „Einkommen für alle“

Den Sachstand mehrerer Testprojekte beschrieben vor drei Jahren die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags. 


„Wir brauchen eine Ökonomie des Lebens und keine Ökonomie des Mehrwerts!“, sagt der Regisseur Milo Rau. Mit der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy reflektierte er die Krise aus einem weiteren Blickwinkel und erklärt, warum nicht Camus’ „Pest“, sondern Sophokles’ „Ödipus“ der passendere Kommentar zur Zeit ist. 

Mit Hygienevorschriften hat die Branche wieder mit den Drehs begonnen. Der Ufa-Chef Nico Hofmann schaut im „Stern“ optimistisch in die Zukunft – und sagt Veränderungen voraus: „Streaming wird im Gesamtangebot für Produzenten eine größere Rolle spielen.“


Ein- oder Abschalten? Filme „made in Germany“ fand Rachel Stewart eher langweilig – bis Serien wie „Dark“ oder „Babylon Berlin“ kamen. Aber warum ist der „Tatort“ so ein Dauerbrenner? fragt die Britin in ihrer Kolumne „Meet the Germans“ bei der Deutschen Welle. 

Ist der deutsche Film rassistisch? Der „Fluter“ fragte den Schauspieler Tyron Ricketts, die Regisseurin Mo Asumang und die Afrikawissenschaftlerin Susan Arndt. 

Ein „Tatort“ erzeugt 100 bis 140 Tonnen CO2. Fast die Hälfte davon könnte man leicht einsparen, aber es fehlen die Anreize. Die „Taz“ schreibt übers Grüne Drehen.

Sieben Kameraleute und drei Editor*innen sind am Freitag mit dem „Deutschen Kamerapreis“ ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr online statt.

Der ORF startet ein großes Sparprogramm, Servus TV ein „Corona Forum“ – die aktuellen Entwicklungen in Österreich fast DWDL zusammen. 

Die Fortsetzung von „Avatar“ ließ auf sich warten, wegen Corona wurden die Dreharbeiten unterbrochen. Nun kann es in Neuseeland endlich weiter gehen, meldet Kino.de. 


Corona ist die Generalprobe für die globalen Krisen des 21. Jahrhunderts – und sie droht gerade zu scheitern, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“, denn eine Pandemie sei erst dann vorbei, wenn sie überall vorbei ist: „Die Lösung globaler Probleme bedingt eine Welt, die gemeinsam handelt. Isolationismus und Egoismus lassen die Schwächsten noch schwächer werden – und schaden dadurch allen.“ 

Deutschlands größtes Boulevard-Blatt fährt seit Wochen eine Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten. Was hinter der Anti-Drosten-Kampagne der „Bild“ steckt, weiß der „Tagesspiegel“. 

Der Staat als Gegner: Formen und Inszenierungen der Vereinzelung sind vielfältig. Was sie verbindet, ist eine Abwehr von Autorität jeglicher Art, erklärt die „Frankfurter Rundschau“. 

Schwedens Politik in der Coronakrise hat weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Aber wie steht das Land drei Monate nach Beginn der Infektionswelle da? „Der Spiegel“ zieht eine Zwischenbilanz in Zahlen: „Die Schweden zahlen einen hohen Preis zahlen für das lockere Management der Corona-Krise durch ihre Regierung.“ 

Was Deutschland von der Welt lernen kann, verrät „Netzpolitik“: Staaten rund um den Erdball haben erste Erfahrungen mit Apps zur Kontaktverfolgung gemacht. Zwischenbilanz: Es ist kompliziert. Denn bisherige Versuche lassen sich nur schwer vergleichen. 


Die großen Filmfeste haben sich zusammengeschlossen und veranstalten in den kommenden Tagen ein Festival auf Youtube als Ersatz für all die in diesem Jahr ausfallenden Festivals, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ über „We Are One“. Verlieren kann dabei niemand, meint die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.Was die Schweiz dazu beiträgt und etwas mehr erzählt der SRF.

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens stellt die Internationale Filmschule Köln jeden Dienstag einen „IFS-Film der Woche“ online vor. Neunter Film in der Reihe ist „KomA“ (2005), Abschlussfilm von Regisseur Johannes Sievert und Produzent Andreas Gäßler aus dem ersten Jahrgang des Bachelorstudiengangs Film, die auch zusammen das Drehbuch verfasst hatten. Der Kurzspielfilm erzählt in raffinierten Rückblenden die Geschichte einer unfassbaren Gewalttat. 

Brancheninfo von crew-united und cinearte, erschienen auf out-takes.  

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