Demokratie braucht Maß und Haltung: CDU ehrt Norbert Lammert mit neuem Bernhard-Vogel-Preis

Preisübergabe durch CDU-Fraktionsvorsitzenden Andreas Bühl und Ministerpräsident Mario Voigt an Norbert Lammert im Stadtschloss Eisenach Foto: Jacob Schröter/CDU-Fraktion im Thüringer Landtag
30. August 2026 - Eisenach: Die CDU/CSU-Landtagsfraktionen der Freistaaten trafen sich zu einem gemeinsamen Austausch. Im Mittelpunkt standen gemeinsame politische Themen der Länder Bayern, Sachsen und Thüringen. /

Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag hat im Stadtschloss Eisenach den langjährigen Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert mit dem erstmals verliehenen Bernhard-Vogel-Preis ausgezeichnet. Die Fraktion hatte den Preis anlässlich des 90. Geburtstags des früheren Thüringer Ministerpräsidenten gestiftet. Geehrt werden Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um Parlamentarismus, demokratische Institutionen und die politische Kultur verdient gemacht haben. „Mit der ersten Verleihung wird aus unserem damaligen Geburtstagsgeschenk ein dauerhaftes Versprechen. Wir wollen das politische Vermächtnis Bernhard Vogels lebendig halten und Persönlichkeiten auszeichnen, die seinem Verständnis von Demokratie und politischer Verantwortung entsprechen“, sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Andreas Bühl im Rokokosaal des Stadtschlosses. „Bernhard Vogel stand für die Überzeugung, dass Politik mehr ist als das Verwalten von Mehrheiten. Demokratie braucht Haltung, Respekt vor den Institutionen, Maß im politischen Streit und starke Parlamente. Norbert Lammert hat genau diese Haltung über Jahrzehnte vorgelebt. Als erster Preisträger gibt er dem Bernhard-Vogel-Preis von Beginn an Gewicht, Ansehen und einen klaren Anspruch.“

Die Laudatio auf Norbert Lammert hielt Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt. Er würdigte den früheren Bundestagspräsidenten als eine der profiliertesten Stimmen des Parlamentarismus in Deutschland. In 37 Jahren als Abgeordneter und zwölf Jahren an der Spitze des Deutschen Bundestages habe Lammert immer wieder auf die Rechte, die Unabhängigkeit und die Gestaltungsmacht des Parlaments gepocht. „Norbert Lammert hat gezeigt, dass demokratische Ämter nicht nur ausgeübt, sondern mit Sinn gefüllt werden müssen“, erklärte Voigt. Seine Amtsführung habe Würde und Autorität mit Fairness, intellektueller Klarheit und einem offenen Ohr für andere Meinungen verbunden. Mit seinem jahrzehntelangen Einsatz für Freiheit und Verantwortung, die Rechte von Minderheiten und eine lebendige demokratische Streitkultur sei Lammert ein besonders würdiger erster Preisträger.

In seiner Dankesrede erinnerte Lammert an die herausragende Lebensleistung des Namensgebers. Bernhard Vogel habe nachweislich einen bedeutenden Beitrag für das wiedervereinigte Deutschland geleistet und dabei stets eine natürliche Zuversicht ausgestrahlt. „Bernhard Vogel war die personifizierte Verbindung von Kompetenz und Charakter. Er hat damit Maßstäbe gesetzt. Sein politisches Werk wachzuhalten und seine Bedeutung auch für kommende Generationen sichtbar zu machen, bleibe eine gemeinsame Aufgabe“, so Lammert.

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