Die Bonsai-Version des Berliner Holocaustdenkmals vor dem Wohnhaus von Björn Höcke

Trojanisches Pferd, Foto: Stefan Groß

„Wer Stil sagt, wird verwarnt.“
Benn
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Die aggressiven Clowns vom „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) haben eine Bonsai-Version des Berliner Holocaustdenkmals vor dem Wohnhaus von Björn Höcke aufgestellt und als Kollateraleffekt ihrer „Aktion“ den autoritären Kern des Gedenkdienstes erfrischend verdeutlicht, welcher da lautet: Du hast kein Recht, dich zu entziehen, du hast kein Recht darauf, in Ruhe gelassen zu werden, du hast täglich erinnert zu werden, wir schneiden dir die Augenlider des historischen Vergessens weg, welches für alle anderen Verbrechen der Menschheit gilt, denn diese Wunde soll immer schön frisch und eiternd gehalten werden, das schlechte Gewissen, von dessen Bewirtschaftung wir unser erbärmliches Dasein fristen, darf niemals enden.

Typisch dafür ist das Stasi-artige Vorgehen der, wenn’s denn stimmt, ausschließlich via crowdfundig finanzierten ZPS-Lemuren, die sich im Nachbarhaus – nach eigener Darstellung schon seit zehn Monaten, aber das kann PR-Prahlerei sein – einmieteten, um Höcke zu bespitzeln. „Angeblich wissen sie nun, wann ihr ungeliebter Nachbar sein Holz hackt, welche Verlage ihm Broschüren schicken, wie es seinen Schafen geht“, schreibt Spiegel online. „All das wollen sie öffentlich machen – es sei denn, der AfD-Mann leistet Abbitte und kniet vor dem Bornhagener Holocaust-Mahnmal nieder.“ Wenn Höcke nicht kniet, veröffentlichen sie Oben-ohne-Fotos seiner Mutterschafe! Einer sagte: „Gegen Nazis wenden wir Nazimethoden an.“ Auch das ist nur Prahlerei; bei echten Nazis würden diese Maulhelden sofort wegrennen, ihr Meutenschneid setzt voraus, dass ihnen nichts passieren kann, wenngleich man ihnen eine gewisse Nazimentalität nicht absprechen mag.

Beiseite gesprochen: Dass die ermordeten Juden diesen trostlosen Figuren völlig egal sind (was man in der Regel an ihrem Verhältnis zum Staat der lebenden Juden studieren kann), dass dieses Denkmal, Original wie Kopie, in Wahrheit nicht den Ermordeten errichtet worden ist, sondern bloß eine obszöne Selbstfeier der Gedenkdauerpartyveranstalter sozusagen in Beton festgehalten wurde, und dass die wirklich angemessene Art des Holocaust-Gedenkens darin besteht, Israel beispielsweise U-Boote zu liefern, habe ich hier bereits mehrfach dargelegt, obwohl und so wahr ich nicht Heribert, Cordt oder Sybille heiße.

Die „Aktion“ entlarvt also weniger Herrn Höcke, der ja aus dem, was ihm da gelegentlich unsortiert durch die Rübe rauscht, öffentlich (leider) kein Geheimnis macht, sondern die Akteure, wie sogar ein Kommentator von Spiegel online bemerkt hat: „Was die Rechten immer behaupten – die Erinnerung an den Holocaust würde instrumentalisiert, um Deutsche zu demütigen – macht das ZPS jetzt tatsächlich: Sie (sic!) instrumentalisiert ein Holocaust-Mahnmal, um einen oberdeutschen (nochmals: sic!) Politiker zu demütigen. Das kann man für eine ‚herrliche Bestrafung‘ halten, wie die Mitinitiatorin des Berliner Holocaust-Mahnmals Lea Rosh erklärt hat. Doch es scheint eher eine dubiose Machtfantasie zu sein.“

O ja, unsere Gedenkdomina Rosh, eine Wunschjüdin, die eigentlich Edith Renate Ursula Rosh heißt (aber mit „Lea“ schon einen passablen Alias-Namen gewählt hat, den Namen der von Jaakob Ungeliebten, Ungewollten, Illegitimen, ihm Untergeschobenen, welche freilich und gottlob und im Gegensatz zu Edith Renate Ursula fruchtbar war und dem Erzvater sechs Söhne vulgo Stämme und eine Tochter, die arme Dina, schenkte, die zu Sichem… –  ich schweife ab), diese „Lea“ wollte „bestrafen“, und ähnliche Phantasien hegen und hecken die Betroffenheitssimulanten vom ZPS, wobei man sich fragt, woher sie ihre Legitimation nehmen, andere zu nötigen und zu terrorisieren; ich erinnere an das ewiggültige Bonmot Odo Marquards: „Legitimeren Sie sich! – Bitte nach Ihnen!“ Vielleicht wickelt denen im Gegenzug mal jemand ein bisschen symbolischen GULag-Stacheldraht ums Haus oder wuchtet überlebensgroße Betonnachbildungen der zermalmten Opfer vom Breitscheidplatz oder der zu Tode geschändeten Maria Ladenburger in den Vorgarten?

Rein juristisch dürfte die Sache ganz einfach sein: Wer anderen Müll vors Haus kippt, muss ihn wieder wegräumen. Aber offenbar haben ja genug Deppen dafür gespendet, dass diese Freaks sich wichtig machen können. Denn wie sprach der Oberfreak: „Kunst muss wehtun.“

PS: Während Leser *** anmerkt, Herr Höcke könne die Sache mit den Betonklötzen ganz entspannt sehen, „von dieser Seite aus ist nun sein Haus gegen LKW-Angriffe bestens geschützt“, fragt Leserin ***, ob ich eine Vorstellung davon besitze, wie ein Denkmal für die Opfer der Shoa denn aussehen solle. Nun, es sollte anrühren. Wie etwa diese Skulptur im ostpreußischen Jantarny (Palminicken), wo am 31. Januar 1945 über 3000 Juden am Strand von der SS ermordet wurden.

Quelle: acta-diurna

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