Die Religion muss mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sein

Christus, Dom Salzburg, Foto: Stefan Groß

Muss der Islam mit dem Grundgesetz GG vereinbar sein? Das GG verlangt nichts dergleichen. Nicht einmal von den Christen.

Das GG gewährleistet Religionsfreiheit für alle vom deutschen Staat anerkannten Religionen. Religionsfreiheit bedeutet, dass der Einzelne selbst darüber entscheidet, ob er sich zu einer Religion bekennt und, wenn ja, zu welcher. Es heißt auch, dass die Glaubensgemeinschaft den Inhalt ihres Glaubens und die Verhaltensanforderungen an ihren Gläubigen bestimmt.

Das GG schreibt keiner Religionsgemeinschaft vor, was sie glauben darf , muss und was nicht. Jede anerkannte Religionsgemeinschaft – nicht nur der Islam – darf sich für die einzig wahre Religion halten. Sie darf sogar die Irrtümer anderer Religionen bekämpfen, jedoch nur im Rahmen des Grundgesetzes, also mit Hasstiraden, aber nicht mit physischer Gewalt.

Beispiel: Der Katholizismus lässt sich mit dem GG schon deshalb nicht vereinbaren, weil die Kirche das Priesteramt den Männern vorbehält.

  1. Eine Religion im Sinne des GG ist nur dann eine Religion, wenn sie als solche behördlich anerkannt ist.
  2. Alle Weltreligionen, auch wenn sie politische Ideologien sind,  sind im Sinne des GG Religionen.
  3. Das GG schützt den Glauben der Religionsgemeinschaft, nicht ihre Handlungen. Die Handlungen müssen GG konform sein.
  4. Sogar wenn die Handlungen der Religionsgemeinschaft nicht GG konform sind, geht der Religionsstatus der Glaubensgemeinschaft nicht verloren.
  5. Vernunft und die Logik sind vom GG nicht als Religionen anerkannt, schon gar nicht als Religionsgemeinschaften.

Das GG beweist, dass Vernunft und Logik kein Teil einer Religion sind. Auch von politischen Parteien, ob in Regierungsverantwortung oder in der Opposition, werden Vernunft und die Logik weder erwartet, noch verlangt.

Nathan Warszawski
Über Nathan Warszawski 252 Artikel
Dr. Nathan Warszawski (geboren 1953) studierte Humanmedizin, Mathematik und Philosophie in Würzburg. Er arbeitet als Onkologe (Strahlentherapeut), gelegentlicher Schriftsteller und ehrenamtlicher jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft zu Aachen.